James Herbert – Moon

 

moonMit James Herbert will jetzt der Verlag Bastei-Lübbe seine durch den Stephen-King-Verlust entstandene Lücke schließen. Auftakt einer ganzen Edition mit Werken des Engländers ist der Roman Moon, der in England unbegreiflicherweise ein Bestseller wurde.
Frei nach Kings Dead Zone – Das Attentat schildert Herbert die Erlebnisse eines Hellsehers, der mit seiner Fähigkeit komplettermaßen der Polizei bei der Aufklärung von Verbrechen behilflich ist. Leider hat der Hellseher jedoch auch jede Menge Ärger mit seinen Fähigkeiten, zumal plötzlich der kranke Geist eines Killers mit ihm Kontakt aufnimmt.
Alles in allem läuft die ganze Handlung auf den Endkonflikt zwischen Hellseher und Killer heraus. Leider gelingt es Herbert nicht, besonders viel Spannung aufzubauen. Der Roman ist langweilig, zähflüssig und halt nur eine Imitation. Das hätte man von Herbert eigentlich gar nicht erwartet, denn sein etwas älterer Roman Die Erscheinung (Heyne) ist dagegen ein zündendes Feuerwerk aus Witz, Spannung und einer ungemein komplexen und glaubwürdigen Handlung. So gesehen bedeutet Moon einen unglaublich krassen Leistungsabfall. Da aber feststeht, dass Herbert es besser kann, darf man trotzdem auf weitere Werke gespannt sein. Baste-Lübbe bringt im März 1988 den Nachfolgeroman von Moon, nämlich Magic Cottage – Das Haus auf dem Land heraus.

Originalausgabe: Moon (1985)
Übersetzt von Martin Eisele
Bergisch-Gladbach: Bastei-Lübbe, 1987

Erstveröffentlichung dieser Rezension in: Cryptolog, Nr. 3, September 1987

Frank Duwald

1965 in Hagen-Haspe geboren. Verehrer abseitiger, zu Unrecht vergessener Literatur. Mitarbeit u.a. bei Printmagazinen wie “Nachtschatten” und “Das Heyne Science Fiction Jahr”. Seit 2013 Betreiber der Seite „dandelion | abseitige Literatur”