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Jack Arnold

Jack Arnold wurde am 14. Oktober 1916 in New Haven, Connecticut, USA, geboren. Arnold begann seine Karriere als Künstler auf Theater- und Broadway-Bühnen in den 1930er und 1940er Jahren, wo man ihn in Stücken wie THE TIME OF YOUR LIFE, JUKE BOX JENNY, BLIND ALIBI, CHINA PASSAGE oder in WE’RE THE JURY sah.

Regie-Legende Jack Arnold: Sein Name steht für Klassiker

Regie-Legende Jack Arnold: Sein Name steht für Klassiker

Während des Zweiten Weltkrieges wurde Jack Arnold Pilot, trat aber dem Signal Corps bei, wo er vom Dokumentarfilmer Robert Flaherty in die Techniken des Filmemachens eingewiesen wurde.
Nach Ende des Krieges begann er selbst Dokumentarfilme zu drehen. Für seinen Kurzfilm WITH THESE HANDS (1950) wurde Arnold 1951 mit dem OSCAR für den BESTEN DOKUMENTARFILM nominiert.

1953 gab Jack Arnold mit dem Film GIRLS IN THE NIGHT (Frauen in der Nacht) sein Debüt als Film-Regisseur. Zudem drehte er 1953 mit IT CAME FROM OUTER SPACE (Gefahr aus dem Weltall) seinen ersten SF-Film, der am 26. Mai 1953 in die US-amerikanischen Kinos anlief. Bereits am 18. Dezember 1953 startete der Film unter dem Titel GEFAHR AUS DEM WELTALL auch in die westdeutschen Kinos.

Der Universal-Film GEFAHR AUS DEM WELTALL war einer der ersten 3D-Produktionen eines großen Hollywood-Studios und war ein seltenes und positives Beispiel dafür, dass im SF-Film der 1950er Jahre nicht nur der Kalte Krieg gepredigt wurde.

Gefahr aus dem Weltall: Barbara Rush und Richard Carleson ahnen Arges

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Regisseur Jack Arnold plädierte in dem Film engagiert für eine friedliche Koexistenz statt Diskriminierung von Fremden. Zur Zeit der MacCarthy-Ära war dies für einen Hollywood-Film eine ungewöhnliche Botschaft, dessen Held ein UFO und seine Besatzung gegen hysterische Menschen verteidigt.

Die Schauspielerin BARBARA RUSH erhielt 1954 für ihre Leistung in GEFAHR AUS DEM WELTALL den GOLDEN GLOBE AWARD als BESTE NACHWUCHSDARSTELLERIN.

“I love science fiction. As a youngster, I used to buy all the pulp magazines. I loved them. I was very pleased when I was assigned to direct my first SF film because I was still an avid fan.
The more I did this type of film the better I liked it, because the studio left me alone. Fortunately, no one at that time at the studio was an expert at directing SF films, so I claimed to be one. I wasn’t, of course, but the studio didn’t know that. So they never argued with me.“ (Jack Arnold)

Nach dem Kriminalfilm THE GLASS WEB (Das Gläserne Netz, 1953) folgte 1954 der Film CREATURE FROM THE BLACK LAGOON (Der Schrecken vom Amazonas), der wohl zu Arnolds bekanntesten Filmen gehört,
Am 5. März 1954 lief der Monster-Klassiker CREATURE FROM THE BLACK LAGOON in die US-amerikanischen Kinos an, der schnell zum Hit an den Kinokassen avancierte. 6 ½ Monate später, genauer gesagt am 24. September 1954, kam der Film unter dem Titel DER SCHRECKEN DES AMAZONAS auch in die westdeutschen Kinos.

Bei DER SCHRECKEN DES AMAZONAS griffen die Verantwortlichen der Universal Studios im Gegensatz zu den bekannten ‚Filmmonstern‘ wie Dracula oder Frankenstein nicht auf eine literarische Vorlage, sondern auf eine Legende zurück, die dem Produzent William Alland auf einer Dinnerparty einmal aufgetischt bekam, nämlich, dass in den Amazonas-Gewässern eine Kreatur, halb Fisch, halb Mensch, leben soll.
Vermischt wurde das ganze mit der Grundidee aus „The Lost World“ von Sir Arthur Conan Doyle aus dem Jahre 1925, dass es noch vergessene und unberührte Flecken auf der Erde gibt, wo urzeitliche Lebewesen überlebt haben.

Ein weiterer Grund des Erfolgs des Films war die Entscheidung (wie bereits bei GEFAHR AUS DEM WELTALL), auch DER SCHRECKEN DES AMAZONAS als 3-D-Film zu realisieren. Eine eigens für den Film angefertigte submarine Doppelkamera sorgte dafür, dass man das Horrorspektakel als „ersten 3-D-Unterwasserfilm“ ankündigen konnte.

Hat schon sowas wie Kultstatus: Der Kiemenmensch

Hat schon sowas wie Kultstatus: Der Kiemenmensch

Dass der Kiemenmensch bis heute eine große Fangemeinde hat, liegt nicht nur an dem genialen Kostüm, sondern auch daran, dass Arnold sich mit den Skriptschreibern schnell einig war, ein sympathisches Monster zu erschaffen, das zwar mordet, aber nur um sich und seinen Lebensraum zu verteidigen. Zudem fallen dem Kiemenmenschen nur entweder unwichtige oder unsympathische Expeditionsmitglieder im Film zum Opfer.
Ansonsten verließ sich Regisseur JACK ARNOLD in DER SCHRECKEN DES AMAZONAS auf altbewährte Rezepte. Das Monster wird zunächst stückweise und schemenhaft präsentiert und erst recht spät in seiner ganzen Pracht gezeigt.

Was den Film über den Durchschnitt des Genres hebt, sind die meisterhaften Unterwasseraufnahmen. Legendär ist die Szene, in der die Schauspielerin JULIE ADAMS im weißen Badeeinteiler in der Lagune schwimmt und dabei von der Kreatur unter Wasser begleitet wird.
Ein großes Verdienst kommt hierbei dem Stuntschwimmer RICOU BROWNING zu, der die Kreatur im Wasser spielte und der mit seinem unorthodoxen Schwimmstil sowie seiner Fähigkeit, bis zu vier Minuten die Luft anzuhalten, der Kreatur seinen eigenen, unverwechselbaren Stempel aufdrückte.

Aufgrund des Erfolges von DER SCHRECKEN VOM AMAZONAS folgte bereits ein Jahr später mit REVENGE OF THE CREATURE die Fortsetzung des Films.
Nachdem REVENGE OF THE CREATURE am 29. März 1955 seine Premiere feierte, startete der Film am 13. Mai 1955 in die US-amerikanischen Kinos.
Bereits vier Monate später, genauer gesagt am 16. September 1955, kamen auch die westdeutschen Kinobesucher in den Genuss des Films, der unter dem Titel DIE RACHE DES UNGEHEUERS in dortigen Lichtspielhäuser lief.

Der Film, der ebenfalls in 3D gedreht wurde, fängt wie der erste Teil am Amazonas an, doch kurz darauf wird das Fischmonster gefangen und nach Florida gebracht.
Die Story ist also kein Abklatsch der ersten Films, sondern wird unterhaltsam weitererzählt. Diesmal wurde eine Liebesgeschichte zwischen Helen und Clete implementiert, aber auch das Ungeheuer verliebt sich in Helen und entführt diese. Zwar gibt es einige Ungereimtheiten, die aber nicht sonderlich stören.
DIE RACHE DES UNGEHEUERS kommt zwar nicht an die Qualität seines Vorgängers heran, ist aber dank der guten Regie und der überzeugenden Schauspieler ebenfalls sehr unterhaltsam und empfehlenswert.

1955 folgte nach dem Westernfilm THE MAN FROM BITTER RIDGE (Duell mit dem Teufel) mit Lex Barker und Stephen McNally mit TARANTULA ein weiterer Klassiker des Monsterfilms.

Grant Williams als Mr. C. im Kampf gegen eine kleine Spinne

Grant Williams als Mr. C. im Kampf gegen eine kleine Spinne

Nach dem Westernfilm RED SUNDOWN (Auf der Spur des Todes, 1956) mit Rory Calhoun und dem Kriminalfilm OUTSIDE THE LAW (Du oder ich, 1956) mit Ray Danton, drehte Arnold mit THE INCREDIBLE SHRINKING MAN (Die unglaubliche Geschichte des Mr. C, 1957) und DER SCHRECKEN SCHLEICHT DURCH DIE NACHT (1958) seinen letzten beiden phantastischer Filme.

Ab Ende der 1950er Jahre drehte Jack Arnold nur noch sporadisch Filme fürs Kinos und war stattdessen vorwiegend als Fernseh-Regisseur tätig, wo er bis in den 1970er Jahren Folgen für Serien wie COWBOYS (Tausend Meilen Staub, 1959), DR. KILDARE (1961), PERRY MASON (1964), GILLIGAN’S ISLAND (1964-1966), MR. TERRIFIC (Immer wenn er Pillen nahm, 1967), IT TAKES A THIEF (Ihr Auftrag, Al Mundy, 1968-1970), ALIAS SMITH AND JONES (1971-1972), McCLOUD (Ein Sheriff in New York, 1972), THE MAGICIAN (Der Magier, 1973), ARCHER (1975), WONDER WOMAN (1977), THE BIONIC WOMAN (Die sieben Millionen Dollar Frau, 1978) oder BUCK ROGERS (1981) drehte.

1976 drehte Arnold mit THE SWISS CONSPIRACY (Per Saldo Mord) mit David Janssen, Senta Berger, John Ireland, John Saxon und Ray Milland in den Hauptrollen seinen letzten Kino-Film.
Vier Jahre später folgte mit MARILYN – THE UNTOLD STOR (Marilyn Monroe – Eine wahre Geschichte, 1980) sein letzter Fernsehfilm. Nach VICKI’S DILEMMA, einer Folge der Serie LOVE BOAT, zog sich der Regisseur 1983 endgültig aus dem Fernseh- und Filmgeschäft zurück.

In den letzten Jahren seines Lebens litt der Regisseur unter diversen gesundheitlichen Beschwerden, die ihn stark einschränkten. Arnold litt an arterieller Sklerose und musste sich mehrmals einer Bypass-Operation am Herzen unterziehen.

Jack Arnold verstarb am 17. März 1992 in Woodland Hills, Kalifornien, USA.

Filmographie
1. With These Hands (1950)
2. Girls in the Night/Frauen in der Nacht (1953)
3. It Came from Outer Space/Gefahr aus dem Weltall (1953)
4. The Glass Web/ Das gläserne Netz (1953)
5. Creature from the Black Lagoon/Der Schrecken vom Amazonas (1954)
6. Revenge of the Creature/Die Rache des Ungeheuers (1955)
7. The Man from Bitter Ridge/Duell mit dem Teufel (1955)
8. This Island Earth/Metaluna IV antwortet nicht (1955) (Nachdreh)
9. Tarantula (1955)
10. Red Sundown/Auf der Spur des Todes (1956)
11. Outside the Law/Du oder ich (1956)
12. The Incredible Shrinking Man/Die unglaubliche Geschichte des Mr. C (1957)
13. The Tattered Dress/Das Kreuzverhör (1957)
14. Man in the Shadow/Des Teufels Lohn (1957)
15. The Lady Takes a Flyer/Immer Ärger mit den Frauen (1958)
16. High School Confidential! (1958)
17. The Space Children/Kinder des Weltraums (1958)
18. Monster on the Campus/Der Schrecken schleicht durch die Nacht (1958)
19. No Name on the Bullet/Auf der Kugel stand kein Name (1959)
20. The Mouse That Roared/Die Maus, die brüllte (1959)
21. Bachelor in Paradise/Junggeselle im Paradies (1961)
22. The Lively Set/Ein tollkühner Draufgänger (1964)
23. A Global Affair/Staatsaffären (1964)
24. Rowan & Martin at the Movies (1968)
25. Hello Down There (1969)
26. Black Eye (1974)
27. Sex Play (1974)
28. Boss Nigger (1975)
29. McNaughton’s Daughter (1976) (TV)
30. The Wackiest Wagon Train in the West (1976)
31. The Swiss Conspiracy/Per Saldo Mord (1976)
32. Sex and the Married Woman (1977) (TV)
33. Marilyn: The Untold Story/Marilyn Monroe-Eine wahre Geschichte (1980) (TV)

TV-Serien
1. Science Fiction Theatre (4 Folgen, 1955)
2. Bold Venture (1 Folge, 1959)
3. Wagon Train (1 Folge, 1959)
4. World of Giants (2 Folgen, 1959)
5. Peter Gunn (6 Folgen, 1959-1960)
6. Mr. Lucky (9 Folgen, 1959-1960)
7. Cowboy/Tausend Meilen Staub (4 Folgen, 1959-1964)
8. Dr. Kildare (1961) TV-Serie (unbekannte Anzahl Folgen)
9. The Eleventh Hour (1962) TV-Serie (unbekannte Anzahl Folgen)
10. The Travels of Jaimie McPheeters (1 Folge, 1963)
11. Bob Hope Presents the Chrysler Theatre (2 Folgen, 1963-1964)
12. Kraft Suspense Theatre/Stunde der Entscheidung (1 Folge, 1964)
13. Perry Mason (2 Folgen, 1964-1965)
14. Gilligans Insel/Gilligans Insel (26 Folgen, 1964-1966)
15. Run Buddy Run (1966) TV-Serie (unbekannte Anzahl Folgen)
16. It’s About Time (3 Folgen, 1966)
17. Mr. Terrific/Immer wenn er Pillen nahm (7 Folgen, 1967)
18. The Guns of Will Sonnett/Die Spur des Jim Sonnett (1 Folge, 1968)
19. The Mod Squad/Twen-Police (1 Folge, 1968)
20. It Takes a Thief/Ihr Auftritt, Al Mundy (8 Folgen, 1968-1970)
21. The Virginian/Die Leute von der Shiloh Ranch (1 Folge, 1970)
22. Nanny and the Professor (2 Folgen, 1970-1971)
23. Love, American Style (1 Folge, 1971)
24. Alias Smith and Jones (5 Folgen, 1971-1972)
25. McCloud/Ein Sheriff in New York (1 Folge, 1972)
26. Dusty, Dusty! (1973) TV-Serie (unbekannte Anzahl Folgen)
27. The Magician/Der Magier (1973) TV-Serie (unbekannte Anzahl Folgen)
28. The Brady Bunch/Drei Mädchen und drei Jungen (15 Folgen, 1970-1974)
29. Archer (1 Folge, 1975)
30. Ellery Queen (3 Folgen, 1975-1976)
31. Holmes and Yo-Yo (2 Folgen, 1976)
32. Wonder Woman (1 Folge, 1977)
33. The San Pedro Beach Bums/California Okay (1 Folge, 1977)
34. The Bionic Woman/Die sieben Millionen Dollar Frau (1 Folge, 1978)
35. The Hardy Boys/Nancy Drew Mysteries (3 Folgen, 1977-1978)
36. The Misadventures of Sheriff Lobo (2 Folgen, 1980)
37. Buck Rogers (2 Folgen, 1981)
38. The Fall Guy/Ein Colt für alle Fälle (1 Folge, 1981)
39. Love Boat (4 Folgen, 1977-1983)

Ingo Löchel
Über Ingo Löchel (127 Artikel)
Ingo Löchel wurde 1968 in Köln geboren. Im Alter von 10 Jahren begann er Fantasy- und Horror-Romane sowie Heftromanserien wie „Mythor“, „John Sinclair“ und „Tony Ballard“ zu lesen. Seit dieser Zeit zählen u. a. Autoren wie Robert E. Howard, H. P. Lovecraft, Clark Ashton Smith, Michael Moorcock, Karl Edward Wagner und Dean R. Koontz zu seinen Lieblingsautoren. Etwas später kam er durch Mickey Spilane, Colin Forbes, Jack Higgins und Robert Ludlum auch mit dem Krimi- und Thriller-Genre in Berührung. 2001 erschienen die beiden Anthologien „Tod eines Satanisten - Dunkle Stunden“ (VirPriV Verlag) und „Jenseits des Happy Ends" (Go–BeJot Verlag), in denen zum ersten Mal Kurzgeschichten von ihm veröffentlicht wurden. Danach folgten weitere Veröffentlichungen u. a. im Abendstern Verlag, im Adina-Online Verlag und im Wortwelten Verlag sowie die Veröffentlichung seiner ersten beiden Romane im Adina-Online Verlag. Neben seinen Kurzgeschichten und Romanen schrieb er auch Artikel und Essays für das Magazin „Omicron“ sowie für die Literaturzeitschrift „Wortwelten“. Seit 2007 ist er Redakteur des Online-Magazins „Zauberspiegel“. 2012 schuf Ingo Löchel nach der Fantasy-Serie "Der letzte König von Atlantis“, den Horror-Serien „Frank Bauer“, „Frederik Darkstone“ und „Erben des Blutes“, die Horror-Western-Serie „Dead City“, die seit Juli 2015 im Elvea Verlag erscheint. Im Juli 2015 startete zudem seine Horror-Serie "Frederik Darkstone" im Verlag Beyond Affinity. Im Oktober 2015 folgt die Horror-Serie "Erben des Blutes", die ebenfalls im Verlag Beyond Affinity veröffentlicht wird.
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