Indiana Jones (Der legendäre Archäologe)

George Lucas ist einer der einflussreichsten Persönlichkeiten der Popkultur. Unzählige Künstler hat er mit seiner Arbeit inspiriert, die seinen kreativen Kosmos mit neuen Geschichten, Szenarien und Figuren anreicherten. Über Star Wars muss man kein weiteres Wort verlieren, aber was ist mit Indiana Jones? Obwohl dieser Kanon naturgemäß kleiner ist als der von Star Wars, ist Indiana Jones eine epische Figur, die einen zeitlosen Reiz besitzt und eine Abenteuermythologie hinter sich weiß, die weit über die vier bekannten Filme hinausgeht. Von Comics und Büchern bis hin zu Videospielen und TV-Sendungen – die Welt von Indiana Jones ist voller mystischer Artefakte, exotischer Orte und gewagter Cliffhanger.

Eskapismus vor einer epischen Kulisse

Nachdem George Lucas seinen ersten Spielfilm THX-1138 produziert hatte, begann er mit der Idee zu spielen, einen Film zu drehen, der auf eine lange vergangene Ära des Kinos zurückblicken sollte: das Samstagmatinee-Abenteuer. Dies waren Abenteuerserien, die mit niedrigen Budget, aber hohen Ansprüchen aufwarteten. Normalerweise ging es darin um einen unverwüstlichen Helden, Abenteurer oder Wissenschaftler, der die Welt rettete. Jede Folge endete mit einem Cliffhanger, der das Publikum eine Woche später wieder in ihre Sessel trieb, um zu sehen, wie es weiterging. Zwei Ideen waren es, die Lucas in dieses Format bringen wollte. Eine davon war eine Sci-Fi-Geschichte über einen kleinen Bauernjungen, der die Galaxie vor einem bösen Imperium rettet. Die andere war die Geschichte eines Universitätsarchäologen, der in seiner Freizeit auf die Suche nach legendären religiösen Artefakten geht; ein robuster, klassischer Held, der nach Lucas’ Hund benannt sein sollte. Diese Geschichte wurde malerisch Die Abenteuer des Indiana Smith genannt.

© Lucasfilm/Paramount Pictures

Während der „Bauernjunge-rettet-Galaxie“-Stoff zu einem der erfolgreichsten Filme aller Zeiten wurde, legte man Indiana Smith erst einmal auf Eis. Vier Jahre später – 1977 – kehrte Lucas zu diesem Projekt zurück, nachdem er sich einen dringend benötigten Urlaub von der Aufmerksamkeit gönnte, die Star Wars erlangt hatte. Ein weiterer junger Filmemacher schloss sich ihm an, um sich von der Produktion zu „Unheimliche Begegnung der 3. Art“ zu erholen: Steven Spielberg. Beide reisten also nach Maui, und dort fasste Lucas den Plan, Indiana Smith als bodenständigen Gegenentwurf zu Star Wars in Produktion zu bringen. Da er selbst jedoch nicht Regie führen konnte, weil er sich um „Das Imperium schlägt zurück“ kümmern musste, kam es ihm gelegen, dass Spielberg nach einem neuen Projekt suchte. Lucas konnte Spielberg davon überzeugen, dass dieses Projekt Indiana Smith sein könnte. Aber Spielberg mochte den Namen nicht, also änderte Lucas ihn.

© Lucasfilm/Paramount Pictures

Im folgenden Jahr wurde Lawrence Kasdan damit beauftragt, das Drehbuch zu schreiben und Frank Marshall fungierte als Produzent. Die vier arbeiteten an der Geschichte und nach einem langen Casting-Prozess, bei dem solche Kaliber wie Tim Metheson und Tom Selleck vorsprachen, wurde Harrison Ford besetzt.

Im Juni 1981 wurde der Film mit dem Titel „Jäger des verlorenen Schatzes“ in den Kinos gezeigt. Er war ein sofortiger Erfolg und gewann vier der acht Oscars, für die er nominiert war.

Es ist leicht zu verstehen, warum es so erfolgreich war. Wie bereits erwähnt, hatte Lucas beabsichtigt, einen Film zu kreieren, der auf die Samstagsmatinee-Serien zurückging, und Indiana Jones tat genau dies. Die Geschichte hatte ein entsprechendes Konzept, die Hauptfigur war ein Draufgänger, der sich weder schonte, noch lange ausruhte, und der Film donnerte in einem unerbittlichen Tempo voran. Das führte zu einigen der berühmtesten Actionszenen der Filmgeschichte, etwa Indianas Verfolgung eines Nazi-Trucks zu Pferd oder seine unliebsame Begegnung mit der Schlangengrube. Spielbergs Stil, mit dem er Action und Humor mit Momenten hoher Dramatik und Figuren balancierte, für die man sich interessierte, die auch einen glaubwürdigen Bezug zueinander hatten, setzten das Spektakel auf eine Stufe mit Filmen wie Lawrence von Arabien oder Die Brücke am Kwai.

Ein weiteres Element, das Indiana Jones von anderen Actionfilmen unterschied, war John Williams inzwischen legendäre Filmmusik, die so berühmte Momente wie den „Raiders March“ enthält. Die Pracht und Größe dieses Stücks gab Indy von Anfang an eine Identität und suggeriert sofort ein hohes Maß an Abenteuer und Eskapismus vor einer epischen Kulisse.

Die kulturelle Bedeutung von Indiana Jones

Als Hommage an die Abenteuerserien der 1930er und 1940er Jahre wurde “Jäger des verlorenen Schatzes” stark von dem beeinflusst, was im Blockbuster-Kino zuvor stattgefunden hatte, und beeinflusste dann den kommenden Action-Abenteuerfilm und das anschließende Fernsehen maßgeblich. Filme wie Captain America oder die X-Men sind nichts anderes als direkte Abkömmlinge eines der kulturell bedeutendsten Filme aller Zeiten.

© Core Design

In “Indiana Jones und der Tempel des Todes”, einem Prequel zum ersten Films, entkommen Indie und Freunde chinesischen Gangstern, retten Kinder und bergen einen heiligen Stein. Dann, in “Indiana Jones und der letzte Kreuzzug”, geht Indie auf die Jagd nach dem heiligen Gral. Und in “Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels” überlebt Indie nicht nur eine Atomexplosion, sondern er erfährt auch von einem Familienmitglied, von dem er nie wusste, dass er es hatte.

Insgesamt hat das Indiana Jones Film-Franchise Schätzungen zufolge bisher 1,9 Milliarden Dollar verdient, und mit einem fünften Film, der 2020 gezeigt werden soll, könnte diese Zahl noch weiter in die Höhe schnellen.

Indiana Jones’ kulturelle Bedeutung ist weitreichend mit vielen anderen Filmemachern (und anderen Unterhaltungsmedien) verknüpft. Vor allem die Videospielindustrie hat Indiana Jones’ Reliquienjagd und weltumspannende Possen gut aufgenommen.

Lara Croft wird oft als die “weibliche Indiana Jones” angesehen, da auch sie eine Archäologin ist, die ein Talent dafür hat, aus schwierigen Situationen herauszukommen und auch übernatürliche Feinde abzuschütteln.

Indiana Jones ist in der Tat eine solche Inspiration, dass die Filme zu einer Zunahme der Archäologiekurse und der Archäologiestudenten an den Universitäten führten.

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