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Harry Dresden – Grabesruh

Harry macht Bekanntschaft mit einem besonders mächtigen Geist, der durch einen tödlichen, schmerzhaften Bann in den Wahnsinn getrieben wird, der sich wie Stacheldraht um dessen ektoplasmatisches Fleisch windet. Der Magier vermutet ein System hinter dieser perfiden Foltermethode. Jemand hat es darauf abgesehen, die Grenze zwischen der realen Welt und dem Niemalsland zu destabilisieren, damit der Übergang leichter gelingt. Gibt es einen Zusammenhang zwischen den Ereignissen und dem schwarzmagischen Zauberer, den Harry und Michael vor einigen Monaten mithilfe von Harrys Freundin Karrin Murphy aus dem Verkehr gezogen haben? Oder hängt es mit der Einladung zusammen, die Harry kürzlich empfangen hat und bei der sein Erscheinen als Vertreter des Weißen Rates erwünscht ist, um Zeuge zu werden, wie Bianca St. Claire (deren unsterbliche Feindschaft er sich in Buch 1 zugezogen hat) vom Roten Hof der Vampire in einen höheren Stand berufen wird? Eins dürfte klar sein: Harry wird nicht ruhen, bis er es herausgefunden hat. Aber seine Ermittlungen sind nicht etwa nur lebensgefährlich – sie bedrohen auch seine Seele.

Im dritten Band der dunklen Fälle des Harry Dresden wird unser Magier mit dem Niemalsland – Herrschaftsgebiet der Feen und Geister – konfrontiert, lernt unterschiedliche Vampirarten kennen und bekommt Probleme mit und durch seine äußerst neugierige Freundin Susan. Jetzt und heute beginnt die Harry-Dresden-Reihe richtig Fahrt aufzunehmen. Die ersten beiden Bände waren noch etwas durchwachsen, aber in Grabesruh bekommt die Geschichte um den Magier ihre wahre Gestalt verpasst.

Gleich von der ersten Szene weg jagen wir mit Harry und seinem Kompagnon Michael Carpenter in die Geschehnisse hinein. Michael ist ein Ritter vom Kreuz, einer heiligen Kriegerkaste, eingeschworen auf den Kampf gegen das Böse. Die beiden haben es mit einem Geist zu tun, der in der Kinderstation des Chicagoer Krankenhauses versucht, Babys zu töten.

Michael, ein erklärter Familienmensch, drängt Harry Susan Rodriguez zu sagen, dass er sie liebt. Aus irgendeinem Grund gelingt Harry das nicht und im Augenblick ist er davon weiter entfernt als je. Michael gibt die Hoffnung nicht auf, dass Harry eines Tages zur Ruhe kommt und eine Familie gründet, denn für ihn wirkte das wie ein Wunder. Das, und sein mystisches Schwert Amoracchius, in das einer der Nägel, mit denen Christus gekreuzigt wurde, eingearbeitet wurde, machen ihn zu einem Bollwerk gegen das Böse.

Der Geist der Agatha Hagglethorn flüchtet sich zurück in das Niemalsland, der spirituellen Welt des Dresden-Universums. Michael und Harry verfolgen sie und machen sie unschädlich. Als Harry jedoch das Niemalsland betritt, wird seine Patentante Leanansidhe, die eine Fee ist, auf ihn aufmerksam. Harry hat also tatsächlich eine Fee als Patentante, mit der er auch noch vor langer Zeit ein Abkommen getroffen hat, in einer Zeit nämlich, als er noch ein Kind war. Wie früher schon, gelingt es ihm auch diesmal, dem Pakt zu entschlüpfen. Vom Niemalsland kehrt er direkt in das Krankenhaus zurück und wird dort von der Polizei festgenommen und erst einmal weggesperrt.

Während Harry und Michael also im Gefängnis sitzen, springt Harry in Erinnerungen zurück, als eine junge Frau in Harrys Büro erscheint und um seine Hilfe bittet. Sie hat, so sagt sie, Visionen ihres eigenen Todes, der in dieser Nacht eintreten soll. Harry schickt sie zu Pater Forthill, einem Priester, der mit Harry und Michael zusammenarbeitet.

Charity, Michaels schwangere Frau bezahlt die Kaution für Michael, wobei gleich klar wird, dass sie und Harry wohl niemals Freunde werden. Und Susan holt Harry raus, der kurz darauf zu einer Party eingeladen wird, die vom Roten Hof der Vampire gegeben wird. Es gibt deren drei Vampirhöfe – Rot, Weiß und Schwarz (es gibt noch einen vierten, aber über den wissen wir nichts). Die Einladung bekommt Harry, weil er den Weißen Rat der Magier vertritt. Sein Nichterscheinen wäre eine Beleidigung. Susan wird neugierig.

Harry will nach Lydia sehen, aber diese ist über Nacht spurlos verschwunden. Ein Alptraum-Geist hat versucht, in die Kirche einzudringen. Weil Harry mehr Informationen über die Geisterwelt benötigt, sucht er Mortimer „Mort“ Lindquist auf, einen Ektomanen, also jemand, der mit den Toten sprechen kann. Mort teilt Harry mit, dass die Grenze zum Niemalsland durchlässig geworden ist und sich die Geisterwelt in Aufruhr befindet.

Karrin Murphy lässt Harry antanzen, um ihr bei einem Problem mit einem Freund, Micky Malone, zu helfen. Irgendein Bann hält ihn gefangen, ein Bann, der sich nicht groß von dem unterscheidet, den Harry bei Agatha Hagglethorne festgestellt hat und der mit dem zusammenhängt, was gerade überall passiert. Harry wendet sich an Bob, seinen äußerst hilfreichen sprechenden Schädel. Und der zeigt sich entsetzt, empfiehlt Harry, das Weite zu suchen. Stattdessen sucht er nach Lydia, findet sie – aber auch zwei Vampire sind vor Ort. Sie schlagen ihn nieder und entführen das Mädchen.

Nach der Vampirattacke will Harry nur noch schlafen, im Traum aber wird er von diesem speziellen Alptraum-Geist attackiert. Der reißt sich einen Großteil von Harrys Energie unter den Nagel. Harry erscheint der Geist als der Dämon, den der Zauberer Leonid Kravos angerufen hatte (und der später Selbstmord beging). Dieser von Kravos beschworene Dämon wurde von Michael getötet, in Harrys Traum ist er allerdings sehr lebendig – und er hat vor, sich an all jenen zu rächen, die Kravos damals zur Strecke brachten. Murphy wird als nächste angegriffen, und Michaels Frau Charity wird entführt.

Harry und Michael suchen gemeinsam nach Charity und finden sie in den Fängen des Alptraums auf einem Friedhof. Harry versucht, den Alptraum zu besiegen, scheitert aber aufgrund seiner Schwäche, die seit dem „Traum-Kampf“ anhält. Seine feenhafte Patentante erscheint und bietet ihm für ihre Hilfe neuerlich einen Deal an. Und Harry – allein und völlig fertig – willigt ein.

Leanansidhe ist allerdings nicht wirklich besonders hilfreich, sondern gibt Harry nur einen vagen Hinweis. Harry gelingt es jedoch aus eigener Kraft, den Alptraum in das nahegelegene fließende Gewässer zu bugsieren, wo er seine Kraft verliert. Gerade noch rechtzeitig, denn bei Charity setzen die Wehen ein. Leanansidhe erscheint erneut, um ihren Anspruch auf Harry geltend zu machen, aber Harry erhebt das Schwert Amoracchius, um es gegen sie zu verwenden. Jedoch lässt sich das Schwert von Harry nicht benutzen, er verliert es und Leanansidhe nimmt es an sich. Es dürfte klar sein, dass Michael fast einen Schock erleidet.

Harry geht davon aus, dass der schwarzmagische Zauberer, der den Alptraum kontrolliert, auf Biancas Party anwesend sein könnte, also schnappt er sich Michael und geht mit ihm dort hin. Es handelt sich um eine Kostümparty, also kann Michael als Ritter erscheinen. Harry indes wählt sich – immer schon ein etwas modischer Außenseiter gewesen – eine lächerliche traditionelle Vampirkleidung als Kostüm.

Der Ball ist eine ziemlich interessante Sache. Harry trifft dort auf Thomas Raith, einem Vampir des Weißen Hofes, und damit eine Figur, die in der Serie noch wichtig wird. Außerdem ist da Ferrovax (Mr. Ferro), ein Drache in einer Art menschlicher Gestalt, der etwas angepisst ist, weil Michael vor langer Zeit einen seiner Verwandten getötet hat, um Charity zu retten.

Während des Balls trinkt Harry Wein, der selbstverständlich vergiftet ist. Dann taucht auch noch Susan mit einer gefälschten Einladung auf. Und das hebt den Schutz der Gastfreundschaft für sie auf. Harry allerdings ist zu schwach, um gegen die Vampire zu kämpfen. Dann taucht wieder Leanansidhe auf. Diesmal trifft Susan ein Abkommen mit ihr: sie soll Harry gegen das Gift helfen, im Gegenzug bekommt sie von Susan die Erinnerung eines ganzen Jahres. Die Fee akzeptiert.

Harry und Michael versuchen, Susan aus dem Haus zu schaffen, als sie Mavra begegnen, einem Vampir des schwarzen Hofes. Harry spürt, dass dieser Vampir hinter dem Alptraum steht. Als nächstes sollen die Geschenke vergeben werden – nach der Begrüßung sozusagen der zweite Akt der Feierlichkeiten. Bianca schenkt Harry einen Grabstein, auf dem folgender Epitaph eingraviert ist: „Er starb, während er das Richtige tat.“ Leanansidhe übergibt Bianca als Geschenk Michaels Schwert Amoracchius, und Bianca verkündet, dass mit Mavras Hilfe das Schwert nun zerstört werden soll. Das soll durch das Blut eines unschuldigen Opfers geschehen. Und hierfür ist Lydia vorgesehen.

Jetzt kommt es natürlich zum Kampf, denn weder Michael noch Harry können dabei untätig zusehen. Das ist natürlich eine schlechte Nachricht, denn es bricht die Regeln des Hausfriedens und der Gastfreundschaft – und damit auch den Friedensvertrag zwischen Magiern und Vampiren.

Als in diesem Gefecht schließlich Susan verschleppt wird, verliert Harry seine ganze Beherrschung und richtet ein Inferno an. Lea hilft ihm, aus seinem eigenen magischen Feuer zu entkommen, wohlwissend, dass sie nichts mit Harry anfangen kann, wenn er tot oder geschwächt ist.

Harry macht sich (wieder zuhause) bitterste Vorwürfe, weil er annimmt, dass es auch einige Unschuldige in diesem Feuer verbrannt hat. Thomas taucht auf und schlägt sich auf ihre Seite. Er bringt Amorrachius mit, das in dem Tohuwabohu abhanden gekommen war. Gemeinsam wollen sie nun Susan und Justine, Thomas‘ Freundin, befreien.

Harry beschließt, dass es keinen anderen Weg gibt, als Bianca in ihrem Haus frontal anzugreifen. Da das Haus gut bewacht ist, suchen sie sich einen Weg durch das Niemalsland, aber Leanansidhe und ihre Bluthunde haben sofort Witterung aufgenommen. Jetzt erscheint sie, um Harry in einen ihrer Hunde zu verwandeln. Harry aber hat mit einem riskanten Spiel begonnen: er hat tödlichen Knollenblätterpilz gegessen. Er weiß, dass Lea ihn lebendig will, und mit dieser Maßnahme zwingt er sie, das Abkommen für ein Jahr auszusetzen. Ihr bleibt nichts anderes als anzunehmen, teilt Harry aber mit, dass dieses Abkommen nicht für ihre Freunde gilt, die schon angeschossen kommen. Michael und Thomas versuchen sie aufzuhalten, während Harry das Niemalsland direkt in Biancas Haus verlässt.

Dort aber haben sie schon auf ihn gewartet. Sie sperren ihn in einen dunklen Keller und die Vampire tun sich an ihm gütlich, aber nicht für lange, denn das Gift in seinem Körper vertragen auch sie nicht. In diesem Keller findet Harry Justine wieder, die ohne Thomas‘ beruhigende Nähe geistig völlig instabil ist. Außerdem befindet sich auch Susan in diesem Raum, schon zur Hälfte ein Vampir. Darüberhinaus erinnert sie sich nicht mehr an Harry. Allerdings haben beide einst den Seelenblick geteilt – etwas, das man nie mehr vergisst. Mit ein bisschen Magie stellt Harry die Erinnerung wieder her. Und dann sagt er ihr, dass er sie liebt, und unterbindet damit ihren Drang, ihn anzufallen, um sich sein Blut einzuverleiben.

Harry bereitet eine Falle für den Alptraum vor. Er lässt zu, dass er am Gift des Pilzes stirbt. Vorher allerdings hat er mit Susan vereinbart, dass sie an ihm eine Herzmassage durchführt, um ihn zurückzubringen. Als Harry für einen kurzen Moment tot ist, kopiert er Kravos‘ Trick und erschafft einen Geist von sich selbst. Die beiden Harrys überwältigen den Alptraum und der echte Harry frisst ihn restlos auf, um seine gestohlene Kraft wiederzuerlangen.

Als Harry, Susan und Justine zu flüchten versuchen, werden sie von Bianca und ihrem Gefolge aufgehalten. Die Vampirin macht ihm das Angebot, dass sie gehen können, dass sie aber Susan behalten wird. Harry hat ihr einst jemanden genommen, den sie liebte und nun nimmt sie sich jemanden, den Harry liebt. Falls Harry auf dieses Angebot nicht eingehe, gäbe es Krieg zwischen den Magiern und den Vampiren. Allerdings lässt sich Harry auf diesen Kuhhandel nicht ein, er nutzt seine zurückgewonnenen Kräfte, um alle Geister der Toten zu beschwören, die Bianca und ihre Anhänger je ermordet hatten. In einem Crescendo geht Biancas Haus unter. Harry, Susan und Justine entkommen.

Die Schlacht ist geschlagen, und doch haben sich die Dinge nicht gut entwickelt. Susan hat noch immer Vampirgift in ihrem Blut und entzieht sich Harry dauerhaft.

[stextbox=“info“]In Grabesruhe arbeitet Jim Butcher mit einer Menge Handlungssträngen, die in der Serie noch weiter ausgebaut werden. Einer der wichtigsten ist der beginnende Krieg zwischen den Magiern und den Vampiren. Leanansidhe ist eine weitere Figur, die hier eingeführt wird. Sie wird noch eine größere Rolle in späteren Büchern einnehmen (es gibt ja noch das lästige Abkommen, das Harry mit ihr getroffen hat). Dann gibt es noch Charity und Michael, Thomas und Justine. Später führt Butcher all diese offenen Enden zusammen. Er zeigt hier, dass er mit Mehrfachplots durchaus umzugehen weiß, schichtet Rätsel und Probleme auf, die er früher oder später eskalieren lässt. Wir begleiten Harry auf seinem langen Weg, „das Richtige zu tun“. Und wir werden sehen, ob Bianca mit diesem Epitaph Recht behalten wird.

Das Feuer ist gelegt, und in Feenzorn, dem nächsten Teil, sehen wir uns wieder.[/stextbox]

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