Grab in Baltimore

poe_grave_unveilingZwei amerikanische Städte reißen sich um das Poe’sche Erbe. Da ist zum einen natürlich Richmond, das Poe als seine Heimat bezeichnete. Allerdings ist es Baltimore, wo sein Leben begann und endete. Geboren wurde er, während seine Eltern, die beide Schauspieler waren, in Boston unterwegs waren, seine Familienwurzeln sind jedoch fest mit Baltimore verwachsen – und hier ruhen seine sterblichen Überreste.

Es war Baltimore, in dem er Zuflucht suchte, als er mit seinem Pflegevater John Allan  im Clinch lag und sich genötigt sah, dessen Haus zu verlassen.
Hier traf er auf seine künftige Frau, Virginia Eliza Clemm. Hier machte er seine ersten Schritte in Richtung desssen, was man als seine Karriere für die nächsten 17 Jahre bezeichnen kann. Vielleicht ist es ganz aufschlussreich, dass er, nach seinem Geburtsort befragt, Boston verleugnete und stattdessen Baltimore beanspruchte.

Sein Grab liegt in lot 27 im Westminster Burying Ground (Fayette und Green Streets).

Michael Perkampus

1969 im Fichtelgebirge geboren, Schriftstseller, Musiker und Übersetzer, Studium der (Experimental)Psychologie in München. 2005-2010 Moderator der Literatursendung „Seitenwind“ (Winterthur, CH). Im Dezember 2014 erste Übersetzung eines Interviews mit Ligotti, was zur Gründung des Phantastikon führte (seit Januar 2015 auf einer eigenen Plattform). Besondere Vorlieben: das Unheimliche im Sinne des Surrealen, Verdrehten: der philosophische Horror.

Veröffentlichungen in mehreren Zeitschriften. VÖ als Morpheus Eisenstein: „Equipe Propheta“ (1991), Das Symbolon (1995); VÖ als Michael Perkampus: „Die Geschichte des Uhrenträgers“ (2007), „Guckkasten“ (2011), „Entropia“ (2014); Story im IF #666: „Dorothea“. 2018 Herausgeber der „Miskatonic Avenue“, mit der Story „Der Gehenkte“ vertreten.