Einführung

Michael PerkampusDas Phantastikon erblickte das Dunkel der Welt im Dezember 2014 mit der Übersetzung von Matt Cardins Interview mit Thomas Ligotti, dem einige weitere Buchbesprechungen folgten. In den kommenden Monaten wurde aus dem Blog ein Magazin mit wechselnden Redakteuren und das Angebot erweiterte sich um ein Vieles. Der Aufwand an Kolumnisten und Übersetzungen stand irgendwann jedoch in keinem Verhältnis mehr zum Interesse der Leser, so dass die Seite 2019 abgeschaltet und 2020 als Buchblog wieder aufgenommen wurde.

Auf dieser Seite steht für mich das Rätsel der Fiktion im Vordergrund. Seit ich im Alter von 4 Jahren das erste Asterix-Album in Händen hielt, hat sich das nicht verändert. Mir fiel schon früh auf, dass die Dinge, die wir im Kopf haben, zu Realität werden. Als Kind bemerkt man das vielleicht ohnehin stärker. Ich sage an dieser Stelle bewusst nicht „Bücher“, denn das Buch ist nur eins unter vielen Medien – wenn auch für mich wie für viele andere das Leitmedium. Aber es gibt natürlich auch Filme, die ich faszinierend finde, und Comics. Obwohl ich auch schon immer Hörspiele mochte, kam mein Interesse für Hörbücher relativ spät. Gegenwärtig nutze ich sie, um schon Gelesenes noch einmal zu verinnerlichen, denn ich bin im Grunde jemand, der Bücher wiederliest, und Hörbücher unterstützen mich dabei.

Langsames Lesen

wollen, dass man sich beim Lesen und Wiederlesen Zeit lässt, die Computer auszuschalten und sowohl die Freude an der persönlichen Beschäftigung mit physischen Texten als auch die Fähigkeit, sie überhaupt vollständig zu verarbeiten, neu zu entdecken.

„Wenn Sie die tiefe Erfahrung eines Buches machen wollen, wenn Sie es verinnerlichen, die Ideen eines Autors mit Ihren eigenen vermischen und es zu einer persönlicheren Erfahrung machen wollen, müssen Sie es langsam lesen“, sagt John Miedema aus Ottawa, Autor von Slow Reading.Michael Perkampus

Im Grunde schwebte mir von Anfang an ein großer Baum mit unzähligen Ästen und Verzweigungen vor, der die Früchte all dessen enthält, was mich persönlich interessiert. Nur deshalb habe ich wieder und wieder neue Plattformen eröffnet, weil es mir unmöglich war, all das unter einem Schirm zu vereinen. Wenn es aber nicht mehr um diejenigen geht, die das Blog verfolgen, sondern um die Uridee, wird alles ganz leicht. Was natürlich nicht heißt, dass es mir egal ist, ob jemand den Artikeln folgt oder nicht. Aber eine Erwartungshaltung habe ich nicht mehr; tatsächlich glaube ich, dass es nur eine Handvoll Leser gibt, die einen anspruchsvollen Text zu würdigen Wissen, vor allem aber das, was dahinter steht.

Mit diesen Worten grüße ich all jene, die sich etwas bewahrt haben, das nahezu verschwunden ist: Die Neugier am Rätsel der Fiktion.

Das Phantastikon

Michael PerkampusObwohl ein Blog immer selbsterklärend ist, möchte ich dennoch auf einige Gegebenheiten hinweisen. Ich schreibe die Artikel grundsätzlich alleine, aber manchen wird auffallen, dass es manchmal weitere Autoren gibt. Meistens handelt es sich hierbei um Übersetzungen. Zu nennen wäre da gegenwärtig die Kolumne Echos aus dem Hades von Richard Gavin. Auch in Geschichten und Erzählungen werde ich hin und wieder Übersetzungen anbieten, allerdings kann es vorkommen, dass hier auch der ein oder andere Gastautor auftaucht. Eine gewisse Eigenheit haftet der Artikel-Serie Helden, Versager und andere Ikonen an. So weit ich weiß, ist sie die einzige ihrer Art und wird beständig fortgeführt. Da ich selbst Autor bin, lasse ich mir den Spaß nicht nehmen, in der Rubrik Flash Fiction Texte aus meiner unveröffentlichten Sammlung „Gespenstersuite“ anzubieten. Hier finden sich auch einige kurze Stücke der fantastischen Albera Anders.

Wer sich außerdem für meine literarische Arbeit interessiert, kann sie hier finden.

 

Der Boquinist

 

 

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