News Ticker

Dracula braucht frisches Blut

Nach dem Flop DRACULA JAGT MINI-MÄDCHEN wollten es die Hammer Studios anscheinend doch noch einmal wissen und drehten mit THE SATANIC RITES OF DRACULA den siebten Film der Dracula-Reihe, dessen Handlung an DRACULA A. D. 1972 anschließt.

Van Helsing bei der Arbeit

Van Helsing bei der Arbeit

Zwei Jahre nach dem Kampf zwischen Dracula und Lorimar van Helsing ist auf dem Gelände der St. Bartolph’s Church ein Bürogebäude entstanden, das zum D. D. Denham-Konzern gehört.
Bei der Überprüfung führender Persönlichkeiten Großbritanniens wird Agent Hanson Zeuge einer schwarzmagischen Messe. Er wird gefangen genommen und gefoltert.
Hanson kann aber mit einem versteckten Mikrofilm fliehen und wird von zwei Kollegen vor seinen Verfolgern in Sicherheit gebracht.
Nach einer Befragung, die auf Tonband aufgenommen wird, verstirbt Hanson jedoch an den Folgen seiner schweren Verletzungen.
Aufgrund des okkulten Hintergrundes des Falles wird Inspector Murray, der einer Spezialeinheit von Scotland Yard angehört, von Colonel Mathews (Richard Vernon), dem Leiter der Abteilung für Innere Sicherheit, hinzugezogen.
Zusammen mit Peter Torrence (William Franklyn) und Colonel Mathews kann Murray mithilfe von Hansons Mikrofilm, auf dem sich fünf Fotos befinden, vier Personen identifizieren.
Es sind dies General Freeborne, Mitglied des Generalstabes Ihrer Majestät, John Porter, Mitglied des Parlaments und zuständig für die innere Sicherheit Großbritanniens sowie oberster Chef der Abteilung, Lord Carradine, einer der größten Grundbesitzer Englands sowie Professor Julian Keely, ein Experte der bakteriologischen Kriegsführung und der Blutkrankheiten.

Dracula erküsst sich seine Lady

Dracula erküsst sich seine Lady

Alle vier gehören auch dem Aufsichtsrat des D. D. Denham-Konzerns an, was Murray und Torrence einige Zeit später herausfinden. Auf dem fünften und letzten Foto ist jedoch keine Person zu erkennen.
Während Mathews, Torrence und Murray die Personen auf den Fotos identifizieren, schläft der Feind nicht. Jane (Valerie van Ost), Mitarbeiterin und Sekretärin der Abteilung für Innere Sicherheit, die ebenfalls bei der Befragung von Hanson dabei war, wird, nachdem sie das Gebäude verlassen hat, auf dem Weg zu ihrer Wohnung entführt und kurze Zeit später von Dracula (Christopher Lee) in einen Vampirin verwandelt.
Nachdem sich Torrence und Murray kurze Zeit später zusammen das Tonband mit der Aussage von Hanson angehört haben, kontaktieren sie Professor Lorimar Van Helsing (Peter Cushing), ein Experte des Okkulten.
Um herauszufinden, was sein Freund Keeley mit der ganzen Sache zu tun hat, sucht ihn Van Helsing auf.
Er findet Keely völlig verwirrt in seinem Haus, der seltsames Zeug vor sich hin murmelnd.
Und van Helsing findet noch etwas anderes heraus: Keeley hat eine neue Art der Beulenpest entwickelt, für die es kein Heilmittel gibt. Doch bevor er mehr erfahren kann, wird er von einem Unbekannten angeschossen und Keeley umgebracht.
Unterdessen statten Torrence, Murray sowie Jessica Van Helsing dem Gebäude der Stiftung, in dem die Schwarze Messe stattgefunden hat, einen Besuch ab.
Jessica soll zwar im Auto bleiben, folgt den beiden Beamten aber unbemerkt und gelangt durch eine Hintertür in den Keller des Hauses, wo Jane und drei Frauen, die sich alle als Vampire entpuppen, gefangen gehalten werden. Von diesen Untoten wird Jessica angegriffen, kann aber von Torrence und Murray, der Jane erlöst, gerettet werden. Auf der Flucht kann Torrence einen ihrer Verfolger zudem erschießen.
In der Zwischenzeit hat der Feind wiederum reagiert. John Porter hat die Abteilung von Colonel Mathews geschlossen, und so sind Mathews, Torrence, Murray sowie Lorimar und Jessica van Helsing auf sich allein gestellt.
Bei der Observation des Gebäudes der Denham-Stiftung werden Mathews und Torrence von einem Scharfschützen erschossen und Murray und Jessica gefangen genommen.
Van Helsing bereitet sich unterdessen auf den Kampf gegen Dracula vor, den er als den geheimnisvollen Industriellen D. D. Denham identifizieren konnte. Dessen Plan ist es, die Menschheit mit der Beulenpest zu vernichten. Dies soll genau um Mitternacht des 23. Novembers stattfinden….

Der zweite Dracula-Film von ALAN GIBSON baut zum einen sehr gut auf den Vorgänger DRACULA A. D. 1972 auf, zum anderen ist er seiner Zeit etwas voraus, denn der Regisseur verbindet geschickt verschiedene Genres miteinander wie Horror, Krimi oder Thriller.
Zudem gibt das Wiedersehen mit Inspektor Murray aus DRACULA JAGT MINI-MÄDCHEN, dem siebten Dracula-Film der Hammer Studios eine gewisse Würze und einen gewissen Wiedererkennungswert, auch weil glücklicherweise wieder PETER CUSHING als Van Helsing sowie CHRISTOPHER LEE als Dracula mit von der Partie sind.
Der positive Effekt wird durch die Abteilung für Innere Sicherheit in Gestalt von WILLIAM FRANKLYN als Peter Torrence sowie RICHARD VERNON als Colonel Mathews noch gesteigert, die zudem eine sehr gute Darstellung abgeben.
Dass sie im Film umgebracht werden, ist zwar schade, gibt dem Film DRACULA BRAUCHT FRISCHES BLUT aber auch eine überraschende Wendung, sodass man im Film nie weiß, wen es noch alles erwischen könnte.

Auch die Gegner von van Helsing & Co. sind diesmal nicht nur Vampire, sondern Menschen in Fleisch und Blut, die als eine Art Entführungs- und Killerkommando die Gegner Draculas beiseiteschaffen.
Und im Gegensatz zu DRACULA A. D 1972 setzt Gibson, wie es in vielen Filmen der 1970er-Jahre so üblich war, vermehrt auf nackte Haut, hier im Speziellen in Gestalt einer halb nackten Vampirin in teils zerrissener Kleidung oder in der Anfangsszene mit der Schwarzen Messe, wo u. a. das Zeremonieopfer splitternackt ist.

Frisches Blut wäre gut

Frisches Blut wäre gut

Aber DRACULA BRAUCHT FRISCHES BLUT hat auch seine negativen Seiten. So ist die Schauspielerin Joanna Lumley als Jessica Van Helsing leider eine glatte Fehlbesetzung, die nicht an Stephanie Beacham herankommt.
Auch ihre Darstellung als leicht hysterische Frau, die, wenn Vampire auftauchen, nicht mehr weiß, was sie machen soll, wirkt sehr seltsam, zumal Jessica Van Helsing in DRACULA JAGT MINI-MÄDCHEN mit dieser Art von Untoten bereits konfrontiert wurde und eigentlich wissen müsste, wie man sich gegen diese zur Wehr setzt.

Etwas lächerlich wirken auch Draculas Killer in ihren Wollwesten, die damit nun wirklich nicht gerade gefährlich aussehen, sondern auch eher den ‚Flair‘ der 1970er-Jahre in eher negativer Sicht versprühen. Hier hätte Regisseur Gibson doch eher auf Motorrad-Kluft oder auf ‚normale‘ Kleidung setzen sollen.
Aufgrund der Handlung des Films sowie durch die Spezialabteilung von Scotland Yard, die mit Vampiren konfrontiert wird, erinnert mich die Handlung des Films etwas an die deutschen Heftroman-Serien wie John Sinclair, Gespenster-Krimi etc.
Und das nicht in negativer Hinsicht. Ganz im Gegenteil. Denn das macht einen großen Teil des Charmes und Flair des Films aus, der zwar nicht an seinen Vorgänger herankommt, aber nach DRACULA, BLUT FÜR DRACULA und DRACULA JAGT MINI-MÄDCHEN der viertbeste Film der Dracula-Reihe der Hammer Studios ist.

Dracula braucht frisches Blut
(The Satanic Rites of Dracula)
GB 1973

Stab
Regie: Alan Gibson
Drehbuch: Don Doughton
Produktion: Roy Skeggs
Musik: John Cacavas
Kamera: Brian Probyn
Schnitt: Chris Barnes

Darsteller
Peter Cushing als Prof. Lorimar van Helsing
Christopher Lee als Graf Dracula
Michael Coles als Inspector Murray
William Franklyn als Peter Torrence
Richard Vernon als Colonel Mathews
Valerie van Ost als Jane
Joanna Lumley als Jessica van Helsing
Freddie Jones als Prof. Julian Keeley
Barbara Yu-Ling als Chin Yang
Patrick Barr als Lord Carradine
Richard Mathews als John Porter
Lockwood West als General Sir Arthur Freeborne
Maurice O’Connell als Agent Hanson

FSK: Ab 18 Jahren
Laufzeit: 97 Minuten

 

Ingo Löchel

Ingo Löchel wurde 1968 in Köln geboren. Im Alter von 10 Jahren begann er Fantasy- und Horror-Romane sowie Heftromanserien wie „Mythor“, „John Sinclair“ und „Tony Ballard“ zu lesen.
Seit dieser Zeit zählen u. a. Autoren wie Robert E. Howard, H. P. Lovecraft, Clark Ashton Smith, Michael Moorcock, Karl Edward Wagner und Dean R. Koontz zu seinen Lieblingsautoren.
Etwas später kam er durch Mickey Spilane, Colin Forbes, Jack Higgins und Robert Ludlum auch mit dem Krimi- und Thriller-Genre in Berührung.

2001 erschienen die beiden Anthologien „Tod eines Satanisten – Dunkle Stunden“ (VirPriV Verlag) und „Jenseits des Happy Ends” (Go–BeJot Verlag), in denen zum ersten Mal Kurzgeschichten von ihm veröffentlicht wurden.

Danach folgten weitere Veröffentlichungen u. a. im Abendstern Verlag, im Adina-Online Verlag und im Wortwelten Verlag sowie die Veröffentlichung seiner ersten beiden Romane im Adina-Online Verlag.

Neben seinen Kurzgeschichten und Romanen schrieb er auch Artikel und Essays für das Magazin „Omicron“ sowie für die Literaturzeitschrift „Wortwelten“. Seit 2007 ist er Redakteur des Online-Magazins „Zauberspiegel“.

2012 schuf Ingo Löchel nach der Fantasy-Serie “Der letzte König von Atlantis“, den Horror-Serien „Frank Bauer“, „Frederik Darkstone“ und „Erben des Blutes“, die Horror-Western-Serie „Dead City“, die seit Juli 2015 im Elvea Verlag erscheint.

Im Juli 2015 startete zudem seine Horror-Serie “Frederik Darkstone” im Verlag Beyond Affinity.

Im Oktober 2015 folgt die Horror-Serie “Erben des Blutes”, die ebenfalls im Verlag Beyond Affinity veröffentlicht wird.

Kommentar verfassen