Die Weihnachtsüberraschung

Weihnachten ist zwar (fast) vorbei, aber … Lest selbst.

Dieses emotionsgeladene und mit Rührung behaftete, oft in den obligaten Krach mündende Lieblingsfest der Deutschen habe ich schon immer nicht sonderlich gemocht: Folklore bis zum Umfallen, Konsum und zu viel Kalorienbomben für meinem Geschmack.

Doch letztes Jahr hatte es uns übel erwischt: Kurz vor dem Geschenke-Austausch klingelte es: “Das wird mein Bruder sein, der wollte noch auf einen Drink vorbeikommen,” rief Sabrina, meine Frau. Also verzichtete ich darauf, die Türe per Bildschirm zu checken und drückte den Türöffner- ein fataler Fehler. Sekunden später blickte ich in die Mündung einer Pistole. Der Kerl hintendran war mit Sturmhaube maskiert, ganz in Schwarz und hatte einen zweiten im Schlepptau, genau so gekleidet und der hatte noch dazu eine Maschinenpistole im Anschlag. Also echt Halleluja …

Kurz darauf waren Sabrina und ich samt den beiden Ganoven im Schlafzimmer unserer Villa versammelt und ich öffnete widerwillig den Wandtresor. Die Situation war gespenstisch, wie in einem Alptraum. Der Anführer hatte schließlich gedroht, sich mit Sabrina zu vergnügen und ihr dabei ziemlich wehzutun, sollte ich mich bockig zeigen. Mein Liebling zitterte wie Espenlaub und war völlig verstört. Dazu sah sie in ihrem fast durchsichtigen und ausgeschnittenen Cocktailkleid zum Anbeissen aus und zeigte mehr als mir lieb war- das heißt, jetzt gerade. Da war mir das Geld sowas von scheißegal.

“Ich sage es doch immer: Alle Bonzen haben den Tresor im Schlafzimmer hinter so einem doofen Bild,” feixte der Boß.

Mit einem saugenden Geräusch ging die Tresortüre auf, der Anführer stieß mich zur Seite, während der zweite Ganove uns weiter mit der Bleispritze bedrohte. Beide starrten auf den Tresor-Inhalt: Eine Bonduelle-Dose, zwei Cola-Dosen und zwei von Red-Bull, dazu eine Eier-Uhr, ein Gartenzwerg und ganz hinten, eine Handgranate.

“Ey, spinnen die?” nölte der zweite Mann, also der Doofe. “Quatsch Mann, das sind Verstecke für die Kohle- die bekommst Du in jedem Waffen-Versand. Die stellt man dann in der Wohnung dekorativ rum, aber dieser Blödmann hat sie noch zusätzlich in den Tresor getan- praktisch für uns,” feixte der Wortführer. “Ey Mann, Du bist einfach der Größte!” nuschelte der Volldepp anerkennend.

Der Boß schnappte sich die erste Cola-Dose, drehte daran und: Deckel auf, ein dickes Geldbündel wurde sichtbar. Jetzt grinsten beide wie die Kinder, das sah ich trotz der Sturmhauben.

“Alles einpacken, aber dalli, jetzt ist Bescherung!!!” sagte der Boß fröhlich.
Der Gehilfe zog aus seiner Jacke eine Plastiktüte und fegte alle Dosen samt Eieruhr, Zwerg und Handgranate rein. Dann lagen wir kurz darauf verschnürt auf unserem Perser und ich sah direkt auf Sabrinas große Brüste- das einzig Erfreuliche heute. Ihre Brustwarzen waren steif wie meine Glieder, also alle derzeit.

Nach einer Stunde hatte ich es geschafft, meine Fesseln zu lösen und befreite Sabrina. “Danke, jetzt ruf` die Bullen an…” hauchte mein Liebling. “Nööö, das erledigt sich von selbst,” sagte ich und grinste überheblich.

“Häää? Schade um unser schönes Schwarzgeld,” schluchzte Sabrina, ihre Brüste hoben und senkten sich.

“Also erstens: Das ist doch zum grössten Teil im Schließfach der Bank, und das weitere im eigentlichen Tresor im Gäste-Klo, hinter dem großen Spiegel,” klärte ich Sabrina auf. “Ich dachte, es ist besser, wenn Du das nicht weisst. Das in den Dosen ist Spielgeld …”
Sabrina schaute mich verdutzt an und säuselte: “Ey, Du bist echt doch mein obercooler Typ, alsolut geil.” Ich grinste geschmeichelt, yeah, da hat sie wohl recht, hehe …

Ich schaltete die Stereoanlage ein und suchte die Regionalnachrichten: “Weitere Schneefälle mit Glättegefahr sind noch zu erwarten … Dann bekomme ich noch eine neue Nachricht auf den Bildschirm: Zwei Männer haben sich heute auf einem Waldparkplatz samt Auto in die Luft gesprengt, Motiv unbekannt. Die Leichen sind schwer zu identifizieren. Das waren die Nachrichten aus Ihrer Region. Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Weihnachtsabend.”

Sabrina zitterte, ihren großen Brüste waren einfach der Hingucker. “Und zweitens?” fragte sie zaghaft.

“Zweitens war die Handgranate echt, da mussten wir nur die Nerven behalten …” grinste ich schief.

Sabrina kam ins Wanken- “gleich kippt die mir aus ihren High-Heels,” dachte ich und griff ihr unter die Arme. Dabei berührte ich ihre Superbrüste. Es wurde doch noch ein tolles Weihnachtsfest …

Robby Ritzmann

Robby Ritzmann

Robby Ritzmann: Ex-Banker und Extremsportler sowie Hobby-Autor; schreibt als “Schwarzer Graf” mit düsterem Augenzwinkern; übt sich seit 35 Jahren in täglicher Zen-Meditation und schwört auf vielschichtige Interessen: Politik, knappes aber gutes Essen, dunkle Schokolade, Gothicszene, Dark music, PC & smartphone, schnelle Autos und täglich fünfzig Minuten Konditionstraining- gnadenlos …^^

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