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Die Rückkehr des Horrorfilms, Teil 4: Fluch, Ruhm und Rache

Mit dem Film THE MUMMY hauchten die Hammer Studios 1959 einem weiteren Filmmonster des Horrorfilms neues Leben ein, indem mit Cushing – Lee – Fisher wieder das erfolgreiche Triumvirat von Hammer vereint war.

Hinzu kamen Jimmy Sangster und Jack Asher, die erneut für das Drehbuch bzw. für die Kamera verantwortlich waren.

Mumie Christopher "Dracula" Lee

Mumie Christopher “Dracula” Lee

Die Dreharbeiten zu DIE RACHE DER PHARAONEN begannen am 23. Februar 1959 und endeten am 16. April 1959.
Nachdem der Horrorfilm am 23. Oktober 1959 in die Lichtspielhäuser kam, brach der Film den Kino-Kassen-Erfolg von DRACULA sowohl in England, als auch in den USA.
Zudem setzte die Hammer Studios mit DIE RACHE DER PHARAONEN unter der Regie von Terence Fisher nicht nur für den ‚Mumienfilm’ neue Maßstäbe.
Hinzu kam, dass sich die beiden Protagonisten Peter Cushing und Christopher Lee in dem Horrorfilm von ihrer besten Seite zeigen.
Vor allem Christopher Lee zeigt als Mumie eine bis dahin nicht gesehene Performance. Er taumelt zügig und zielstrebig auf seine Opfer zu, tritt Türen und Fenster ein und ist selbst von Gewehrsalven durchlöchert nicht von seinem Vorhaben abzubringen, und verfehlt dadurch ihre sehr bedrohliche Wirkung beim Zuschauer nicht.
Unterstützt wird das Ganze noch vom Mumien-Make-Up. Wenn der bis auf die dunkel geschminkten Augen komplett in schmuddelige Bandagen gewickelte Körper Lees durch die nebelige Moorlandschaft stapft, scheint es kein Entkommen zu geben

Hungrig: Draculas Braut

Hungrig: Draculas Braut

Nach dem Erfolg von DIE RACHE DER PHARAONEN war seitens der Hammer-Studios geplant, DRACULA 2 in die Kinos zu bringen, und man überlegte, den Schauspieler Christopher Lee erneut als Graf Dracula auf die Leinwand zu bannen.
Aber letztendlich entschied sich das britische Filmstudio dafür, nicht die Erstfassung des Filmdrehbuchs von Jimmy Sangster zu verwenden, sondern die geänderte Fassung von Peter Byran zu verfilmen, der die Figur des Grafen Dracula durch den Baron Meinster ersetzt hatte.
Die endgültige Fassung des Drehbuches zum geplanten Vampirfilm DRACULA AND THE DAMNED stammte letztendlich von Edward Percy, der im Auftrag des Schauspielers Peter Cushings, dem Byrans Drehbuchbuchversion in diversen Punkten missfiel, etliche Änderungen vornahm. Und so bekam der geplante Vampirfilm DRACULA AND THE DAMNED schließlich den Titel THE BRIDES OF DRACULA.
Anthony Hinds, der Produzent des Films, fand überhaupt keinen Gefallen an dem Drehbuch, was ihn veranlasste, fortan unter dem Namen John Elder lange Zeit persönlich die Drehbuchversionen für die Hammer-Horrorproduktionen zu schreiben.

Der Horrorfilm THE BRIDES OF DRACULA unter der Regie von Terence Fisher, startete am 7. Juli 1960 in England und am 5. September 1960 in den USA.
Einige Monate später, genauer gesagt am 24. November 1960, kam der Film unter dem Titel DRACULA UND SEINE BRÄUTE in die westdeutschen Lichtspielhäuser.
Für die Kamera war glücklicherweise wieder Jack Asher verantwortlich, der damit die für die früheren Hammer-Filme so typisch düsteren und atmosphärisch dichten Bilder lieferte.

Der Regisseur TERENCE FISHER wurde am 23. Februar 1904 in London geboren. Nach fünf Jahren in der Handelsmarine schlug er sich mit diversen Jobs durch, bis er 1933 zum Film kam.
Dort lernte er das Filmgeschäft von der Pike auf. Er begann als Laufburschen und schaffte es vom dritten Regie-Assistenten bis hin zum Assistenten für den Filmschnitt, den er von 1936 bis 1947 komplett übernahm.

Regisseur Terence Fisher

Regisseur Terence Fisher

1948 gab Fisher mit A SONG FOR TOMORROW und COLONEL BOGEY sein Debüt als Film-Regisseur. Nach Filmen wie MARRY ME (1949), THE ASTONISHE HEART (1950), HOME OF DANGER (1951), STOLEN FACE (1952) und MANTRAP (1953), drehte er 1952 für die Hammer Studios mit THE FOUR SIDED TRIANGLE und SPACEAWAY“ seine ersten beiden SF-Filme.

Ein Jahr später gab er in der Folge SURGEON, einer Folge der Serie DOUGLAS FAIRBANKS JR. PRESENTS, sein TV-Debüt als Regisseur.
Danach folgten u. a. Regiearbeiten für Serien wie COLONEL MARCH OF SCOTLAND YARD (1956), THE ADVENTURES OF ROBIN HOOD (1956-1957) und SWORD OF FREEDOM (1957).

1957 gelang Terence Fisher mit dem Hammer-Film FRANKENSTEINS FLUCH nicht nur der Durchbruch als Regisseur, sondern auch ein großer Hit an den Kinokassen.

In den nächsten Jahren avancierte Fisher zum Hauptregisseur der Hammer Studios und drückte den Filmen seinen unverwechselbaren Stil auf, wodurch die Hammerfilme in ihrer Anfangsphase so berühmt und erfolgreich wurden.

Nach FRANKENSTEINS FLUCH drehte Fisher DRACULA (Dracula, 1958), THE REVENGE OF FRANKENSTEIN (Frankensteins Rache, 1958) und THE HOUND OF THE BASKERVILLES (Der Hund von Baskerville, 1959), THE MAN WHO COULD CHEAT DEATH (Den Tod überlistet, 1959), THE MUMMY (Die Rache der Pharaonen, 1959), THE STRANGLERS OF BOMBAY (Die Würger von Bombay, 1960) sowie THE BRIDES OF FRANKENSTEIN (Dracula und seine Bräute, 1960), der Maßstäbe für nachfolgende Vampirfilme setzen sollte.

1962 folgte mit SHERLOCK HOLMES UND DAS HALSBAND DES TODES ein weiteren Sherlock Holmes-Film, diesmal mit Christopher Lee in der Rolle des Meisterdetektivs, für die CCC-Film von Arthur Brauner in Deutschland.
Nach dem eher mäßigen Erfolg des Sherlock Holmes-Films, kehrte Fisher nach England zurück, wo er 1963 die wirre Horrorkomödie THE HORROR OF IT ALL für Lippert Pictures drehte, die aber ebenfalls kein Erfolg wurde.

Ein Jahr später arbeitete Fisher für den Film THE GORGON (Die Brennenden Augen von Schloss Bartimore) erneut für die Hammer Studios, drehte aber danach THE EARTH DIES SCREAMING (1965) für Lippert Pictures und ISLAND OF TERROR für die Planet Film Productions.

Es sollte sein letzter Film werden: Frankenstein muss sterben

Es sollte sein letzter Film werden: Frankenstein muss sterben

Nach eher mäßigen Erfolgen gelang Fisher mit dem Hammer-Film DRACULA – PRINCE OF DARKNESS (Blut für Dracula) zu seiner früheren Qualität zurück zu kehren sowie an seine früheren Erfolge Ende der 1950er Jahre anzuknüpfen. Der zweite Dracula-Film mit Christopher wurde ein großer Erfolg an den Kinokasse, so dass Fisher danach mit FRANKENSTEIN CREATED A WOMAN (Frankenstein schuf ein Weib, 1967), THE DEVILS RIDES OUT (1968) und FRANKENSTEIN MUST BE DESTROYED (Frankenstein muss sterben, 1969) weitere Horrorfilme für die Hammer Studios drehte.

Doch nach FRANKENSTEIN MUSS STERBEN zog sich der Regisseur Terence Fisher aus dem Filmgeschäft zurück.
Nach diversen Filmflops, holten die Hammer Studios Fisher allerdings noch einmal zurück, der 1973 für das britische Filmstudio mit FRANKENSTEIN AND THE MONSTER FROM HELL (Frankensteins Höllenmonster) seinen letzten Film drehte. Danach zog sich der damals siebzigjährige endgültige aus dem Filmgeschäft zurück.

Terence Fisher verstarb am 18. Juni 1980 an den Folgen eines Herzinfarktes in London.

Ingo Löchel

Ingo Löchel wurde 1968 in Köln geboren. Im Alter von 10 Jahren begann er Fantasy- und Horror-Romane sowie Heftromanserien wie „Mythor“, „John Sinclair“ und „Tony Ballard“ zu lesen.
Seit dieser Zeit zählen u. a. Autoren wie Robert E. Howard, H. P. Lovecraft, Clark Ashton Smith, Michael Moorcock, Karl Edward Wagner und Dean R. Koontz zu seinen Lieblingsautoren.
Etwas später kam er durch Mickey Spilane, Colin Forbes, Jack Higgins und Robert Ludlum auch mit dem Krimi- und Thriller-Genre in Berührung.

2001 erschienen die beiden Anthologien „Tod eines Satanisten – Dunkle Stunden“ (VirPriV Verlag) und „Jenseits des Happy Ends” (Go–BeJot Verlag), in denen zum ersten Mal Kurzgeschichten von ihm veröffentlicht wurden.

Danach folgten weitere Veröffentlichungen u. a. im Abendstern Verlag, im Adina-Online Verlag und im Wortwelten Verlag sowie die Veröffentlichung seiner ersten beiden Romane im Adina-Online Verlag.

Neben seinen Kurzgeschichten und Romanen schrieb er auch Artikel und Essays für das Magazin „Omicron“ sowie für die Literaturzeitschrift „Wortwelten“. Seit 2007 ist er Redakteur des Online-Magazins „Zauberspiegel“.

2012 schuf Ingo Löchel nach der Fantasy-Serie “Der letzte König von Atlantis“, den Horror-Serien „Frank Bauer“, „Frederik Darkstone“ und „Erben des Blutes“, die Horror-Western-Serie „Dead City“, die seit Juli 2015 im Elvea Verlag erscheint.

Im Juli 2015 startete zudem seine Horror-Serie “Frederik Darkstone” im Verlag Beyond Affinity.

Im Oktober 2015 folgt die Horror-Serie “Erben des Blutes”, die ebenfalls im Verlag Beyond Affinity veröffentlicht wird.

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