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Die Rückkehr des Horrorfilms, Teil 3: Neue Welle gruselt weltweit

FRANKENSTEINS FLUCH wurde nicht nur in England und auf dem europäischen Kontinent, sondern auch in den USA ein großer Erfolg, wo er mehrere Millionen US-Dollar einspielte.

Durch den Erfolg des Films kamen einige ‚Nachahmer’ auf den Gedanken, auf dieser neuen Horror-Welle aufzuspringen.
So kam der Regisseur ROGER CORMAN mit seiner „American International Pictures“ (AIP) ebenfalls auf Idee, Horror-Filme zu drehen, deren größten Erfolge die EDGAR-ALLAN-POE-Verfilmungen in den 1960er Jahren waren.

thehorrorVon dem Erfolg nun gänzlich überzeugt, entschieden die Macher der HAMMER STUDIOS eine weiteren Gestalt des Horror-Films auf der Kinoleinwand neues Leben einzuhauchen: DRACULA.

Die Dreharbeiten zu DRACULA (Dracula), der unter dem Titel THE HORROR OF DRACULA in den USA startete, begannen am 11. November 1957. Das Budget des Films betrug 81.412 Pfund.

Die beiden Schauspieler Christopher Lee und Peter Cushing mimten darin wohl ihre berühmtesten Rollen, Lee den Grafen Dracula und Cushing den Vampirjäger Abraham Van Helsing.
Auch die übrige Besetzung des Films war mit Michael Gough und einer ganzen Reihe bildhübscher Hammer-Girls, wie Melissa Stribling, Carol Marsh, Olga Dickie, Valerie Gount, Janina Faye und Barbara Archer weit über dem Durchschnitt. Ein Qualitätsmerkmal der Hammer Filme und des englischen Horrorfilms an sich.
Zudem war mit Regisseur Terence Fisher, Drehbuchautor Jimmy Sangster und Kameramann Jack Asher auch wieder das erfolgreiche Team aus FRANKENSTEINS FLUCH vereint.

Als DRACULA 1958 in die Kinos kam, wurde er ein großer Kassenerfolg und brach alle bisherigen Box-Office-Erfolge in England, den USA sowie in Kanada und auf der übrigen Welt.

Unverwechselbarer Blick: Peter Cushing

Unverwechselbarer Blick: Peter Cushing

Der Schauspieler PETER CUSHING wurde am 26. Mai 1913 in Kenley, England, geboren. Schon als Kind träumte er davon ein Filmstar zu sein. Jedoch war Peters Vater von der Idee seines Sohnes gar nicht begeistert und sah Peter lieber im Bankfach.
Dabei hatte Peter Cushing als junger Mann, der an der Londoner „Guildhall-Schule“ Musik und Drama studierte, große Pläne.
Er begann seine Bühnenlaufbahn als Regieassistent am Theater in Sussex, wo er später auch auf der Bühne stand.
Zunächst landete Cushing allerdings in der Bauaufsicht des heimatlichen Purley. Abends zog es ihn jedoch zum Theater. Aus diesem Grund gab er schließlich seinen Job auf und schloss sich der WYOMING REPERTORY COMPANY an.

Vier Jahre später fuhr er mit einem One-Way-Ticket, das ihm sein Vater gekauft hatte, nach Amerika und ging nach Hollywood. Dort war es natürlich für einen unbekannten Schauspieler schwer, dort Fuß zu fassen.

Cushing suchte sich zwei Adressen aus und marschierte geradewegs ins EDWARD SMALL STUDIO, wo er den Besetzungschef aufsuchte. Nach einem kurzen Gespräch, schickte dieser Cushing zum Fechtmeister. Er war eingestellt.

1939 gab Peter Cushing in dem Film THE MAN WITH THE IRON MASK (Der Mann mit der eisernen Maske) sein Filmdebüt. Zwei Jahre später folgte der Film THEY DARE NOT LOVE. Ein Jahr zuvor hatte er eine kleine Rolle in dem Dick und Doof – Film A CHUMP AT OXFORD gespielt.

1941 kehrte der Schauspieler in seine Heimat zurück, wo kurze Zeit später der Krieg zwischen England und Deutschland ausbrach. Peter kam zur Truppenbetreuung und lernte dort seine spätere Frau, die Schauspielerin HELEN BECK kennen.

“IHR VERDANKE ICH ALLES. SIE WAR EINE UNERSETZLICHE HILFE IN ALLEM, NICHT NUR IN BEZUG AUF MEINE KARRIERE.
ICH WURDE 1913 GEBOREN. 1941, ALS ICH HELEN TRAF, BEGANN ICH ZU LEBEN, 1971, ALS SIE STARB, STARB AUCH ICH.” (Peter Cushing)

Es war schließlich auch seine Frau Helen, die ihm nach dem Krieg riet, es im KNEW THEATRE zu versuchen, wo man sehr wenig Geld verdiente, aber von wichtigen Theatermanagern gesehen wurde.
Dort machte er die Bekanntschaft mit dem Schauspieler LAURENCE OLIVIER, der ihm die Rolle des Osric in den Film HAMLET (1948) verschaffte.
Doch nach seiner Tournee mit Olivier und dem OLD VIC ging es mit seiner Karriere nicht voran. Sie stagnierte. Peter resignierte und hörte eine Zeitlang mit der Schauspielerei komplett auf.

1951 schrieb Cushings Frau Helen, die die Zukunft im Fernsehen sah, an einige Fernsehproduzenten. Damit begann Peters zweite Schauspielerkarriere.
Mit den beiden Rollen WHEN WE ARE MARRIED und BBC SUNDAY NIGHT THEATRE: EDEN END war Cushing 1951 wieder im Geschäft und besser als je zuvor.
Die Arbeit beim Fernsehen brachte ihm sogar zwei „AILY MAIL NATIONAL TV AWARDS ein. U. a. für seine die Rolle in “1984”.

Zwischen 1951 und 1958 war Cushing in knapp zwei Dutzend Fernsehrollen zu sehen. So mimte er u. a. 1952 den Darcy in der BBC-Produktion PRIDE AND PREJUDICE und 1955 den König Richard in RICHARD OF BORDEAUX.

Während Peter kräftig beim Fernsehen arbeitete, klopfte bei seinem Agenten regelmäßig JAMES CARRERAS, der Chef der HAMMER FILM PRODUCTIONS an, um ihn für einige seiner Filme zu verpflichten. Doch Peter wollte zunächst nicht.
Erst als er las, dass ein FRANKENSTEIN-Remake geplant war, setzte er sich mit Carreras in Verbindung und bekam daraufhin die Hauptrolle des Films. Damit begann Peters dritte Schauspielerkarriere.

Man wartet gespannt: Yeti, der Schneemensch

Man wartet gespannt: Yeti, der Schneemensch

Nach FRANENSTEIN FLUCH folgte 1956 mit YETI-DER SCHNEEMENSCH ein weitere Hammer-Film
Ein Jahr später stand Peter Cushing in dem Film DRACULA in seiner wohl bis heute berühmtesten und bekanntesten Rollen vor der Kamera, als Professor ABRAHAM VAN HELSING.

DRACULA wurde der Film ein sehr großer Erfolg und blieb bis heute einer erfolgreichsten Filme der HAMMER FILMP RODUCTIONS, und machte Peter Cushing in der Rolle des Vampirjägers Professor Abraham van Helsing zum neuen Star des Horror-Films.

Nach der erfolgreichen DRACULA-Verfilmung mimte Cushing in THE REVENGE OF FRANKENSTEIN (Frankensteins Rache), der Fortsetzung von FRANKENSTEINS FLUCH, erneut den Dr. Victor Frankenstein.

1958 war Cushing in einer weiteren berühmten Rolle auf der Kinoleinwand zu sehen. In THE HOUND OF BASKERVILLE (Der Hund von Baskerville) löste er als SHERLOCK HOLMES einen mörderischen Kriminalfall. Ein Jahr später war er u. a. im Hammer-Film DIE RACHE DER PHARAONEN zu sehen, und 1960 in DRACULA UND SEINE BRÄUTE erneut als Vampirjäger Professor Abraham van Helsing.

Dazwischen drehte Cushing den Nicht-Hammer-Film DER ARZT UND DIE TEUFEL. In den 1960er Jahren folgten weitere Hammer-Filme Schlag auf Schlag.

Mitte der 1960er Jahre mimte Cushing u. a. auch den DR. WHO in den zwei Kinofilmen DR.WHO AND THE DALEKS (1965) und DALEKS: INVASION EARTH 2150 A.D (1966), die auf der gleichnamigen TV-Serie basierten.

1968 spielte Cushing in der TV-Serie SHERLOCK HOLMES erneut den Meisterdetektiv, diesmal in insgesamt sechzehn Episoden.
TheMasksofDeathIm hohen Alter war der britische Schauspieler 1984 ein letztes Mal in der Rolle des Sherlock Holmes zu sehen, nämlich in dem Fernsehfilm THE MASKS OF DEATH, produziert von Channel 4.

1971 starb sein Frau Helen, mit der Peter Cushing seit 1943 verheiratet war. In der Nacht als sie starb, spielt der Schauspieler mit dem Gedanken, Selbstmord zu begehen. Besann sich aber, es nicht zu tun.

“Since Helen passed on I can’t find anything; the heart, quite simply, has gone out of everything. Time is interminable, the loneliness is almost unbearable and the only thing that keeps me going is the knowledge that my dear Helen and I will be united again some day.
To join Helen is my only ambition. You have my permission to publish that… really, you know dear boy, it’s all just killing time. Please say that.” (Peter Cushing)

Der Horrorfilm blieb auch bis weit in die 1970er Jahre hinein Cushings Steckenpferd und nur selten war er in anderen Film-Genres zu sehen.
Eine Ausnahme war u. a. 1977 die Rolle des Tarkin in STAR WARS (Krieg der Sterne). Doch auch hier blieb er dem Phantastischen Film treu.

Nach KRIEG DER STERNE war er weiterhin sporadisch im Kino und im Fernsehen zu sehen, soweit es ihm seine Gesundheit erlaubte.

1982 ging es mit Cushings Gesundheit jedoch rapide bergab. Die Ärzte diagnostizierten Prostatakrebs. Aber der Schauspieler gab nicht auf und nahm den Kampf gegen diese heimtückische Krankheit auf.

1983 stand er in der Horror-Komödie HOUSE OF THE LONG SHADOWS (Das Haus der langen Schatten) ein letztes Mal mit seinen beiden Filmkollegen Christopher Lee und Vincent Price vor der Kamera. Drei Jahre später drehte er mit BIGGLES (Der Biggles – Effekt) seinen letzten Film .

Schwer erkrankt zog sich Peter Cushing danach von der Kinoleinwand zurück. Am 11. August 1994 verstarb der britische Schauspieler, nachdem der Krebs eine Woche zuvor wieder ausgebrochen war.

Ingo Löchel

Ingo Löchel wurde 1968 in Köln geboren. Im Alter von 10 Jahren begann er Fantasy- und Horror-Romane sowie Heftromanserien wie „Mythor“, „John Sinclair“ und „Tony Ballard“ zu lesen.
Seit dieser Zeit zählen u. a. Autoren wie Robert E. Howard, H. P. Lovecraft, Clark Ashton Smith, Michael Moorcock, Karl Edward Wagner und Dean R. Koontz zu seinen Lieblingsautoren.
Etwas später kam er durch Mickey Spilane, Colin Forbes, Jack Higgins und Robert Ludlum auch mit dem Krimi- und Thriller-Genre in Berührung.

2001 erschienen die beiden Anthologien „Tod eines Satanisten – Dunkle Stunden“ (VirPriV Verlag) und „Jenseits des Happy Ends” (Go–BeJot Verlag), in denen zum ersten Mal Kurzgeschichten von ihm veröffentlicht wurden.

Danach folgten weitere Veröffentlichungen u. a. im Abendstern Verlag, im Adina-Online Verlag und im Wortwelten Verlag sowie die Veröffentlichung seiner ersten beiden Romane im Adina-Online Verlag.

Neben seinen Kurzgeschichten und Romanen schrieb er auch Artikel und Essays für das Magazin „Omicron“ sowie für die Literaturzeitschrift „Wortwelten“. Seit 2007 ist er Redakteur des Online-Magazins „Zauberspiegel“.

2012 schuf Ingo Löchel nach der Fantasy-Serie “Der letzte König von Atlantis“, den Horror-Serien „Frank Bauer“, „Frederik Darkstone“ und „Erben des Blutes“, die Horror-Western-Serie „Dead City“, die seit Juli 2015 im Elvea Verlag erscheint.

Im Juli 2015 startete zudem seine Horror-Serie “Frederik Darkstone” im Verlag Beyond Affinity.

Im Oktober 2015 folgt die Horror-Serie “Erben des Blutes”, die ebenfalls im Verlag Beyond Affinity veröffentlicht wird.

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