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Die Anfänge des Horrorfilms, Folge 9: Mann, Mord, Monster

1940 drehte der Regisseur Joe May mit dem Universal-Film THE INVISIBLE MAN RETURNS eine Fortsetzung des Films mit Claude Rains, indem der Schauspieler VINCENT PRICE (1911-1993) nach Rains nicht nur die Rolle des Unsichtbaren übernahm, sondern darin auch sein Horrorfilm-Debüt gab.

Der Unsichtbare in bester Mission: Fimszene 1940

Der Unsichtbare in bester Mission: Fimszene 1940

Der zu Unrecht des Mordes verurteilt Geoffrey Radcliff kann mit Hilfe von Dr. Frank Griffin, der ihm das Unsichtbarkeitsserum seines Bruders Dr. Jack Griffin injiziert, aus dem Gefängnis fliehen.
Als neuer Unsichtbarerer versucht Radcliffe den Mord an seinen Bruder auf eigene Faust aufzuklären. Doch während der Mördersuche zeigt das Unsichtbarkeitsserum unerwünschte Nebenwirkungen…

THE INVISIBLE MAN RETURNS, der heute allenfalls noch durch seine Tricktechnik mehr oder minder überzeugen kann, startete am 12. Januar 1940 in den US-Kinos. In Deutschland feierte der Film erst am 24. Juli 1986 unter dem Titel DER UNSICHTBARE KEHRT ZURÜCK seine Premiere im WDR.

Nachdem die Universal Studios mit THE MUMMY’S HAND (mit TOM TAYLOR als Kharis) 1940 ihren zweiten Mumienfilm gedreht hatten, erreichte die zweite Horrorwelle, die 1939 mit dem Universal-Film FRANKENSTEIN SOHN ausgelöst wurde, 1941 mit THE WOLF MAN mit LON CHANEY JUNIOR (1906-1973) und DR. JEKYLL AND MR. HYDE mit Spencer Tracy ihren Höhepunkt.

Lon Chaney Junior

Lon Chaney Junior

Mit dem Horrorfilm THE WOLF MAN gelang Lon Chaney junior der Durchbruch als Schauspieler, der nicht nur den Grundstein für weitere Werwolf-Filme und den Werwolf-Mythos legte, sondern auch diverse ‘Fortsetzungen’ nach sich zog.

Larry Talbot, der nach langjähriger Abwesenheit in die Burg seines Vaters zurückkehrt, entdeckt bei einem Zigeunerkarneval mit Entsetzen, wie ein Wolf ein Mädchen angreift. Er tötet das Tier, wird aber schwer verletzt.
Aus verschiedenen Anzeichen muss er schließen, dass es sich bei dem Tier um einen Werwolf handelte.

Der Werwolf-Film THE WOLF MAN startete am 12. Dezember 1941 in den USA. Erst am 31. Oktober 1979 feierte der Horrorfilm unter dem Titel DER WOLFSMENSCH seine Deutschlandpremiere im WDR.

Der Erfolg von DER WOLFSMENSCH veranlasste die Universal-Studios weitere Filme mit Lon Chaney als Werwolf zu drehen, obwohl dieser im Original getötet wird. Insgesamt folgten vier weitere Filme, in der Chaney als Harry Talbot zu sehen ist. Darunter auch eine Komödie mit Abbott und Costello:

1943: Frankenstein trifft den Wolfsmenschen
1944: Frankensteins Haus
1945: Draculas Haus
1948: Abbott und Costello treffen Frankenstein

Neben seiner Rolle als Werwolf hauchte Lon Chaney aufgrund des Erfolges von der DER WOLFSMENSCH auch einer weiteren Horrorgestalt neues Leben ein. Nach dem eher missglückten Mumien-Versuch mit THE MUMMY’S HAND, gelang es Universal mit THE MUMMY’S TOMB auch die Mumienfilme wieder zu reaktivieren, worin Lon Chaney als Kharis bzw. als Mumie zu sehen ist.

Insgesamt drehten die Universal Studios zwischen 1942 und 1944 drei Mumienfilme mit Lon Chaney junior:

1942: The Mummy’s Tomb
1944: The Mummy’s Ghost
1944: The Mummy’s Curse

Dazwischen sah man Chaney 1943 in SON OF DRACULA als Draculas Sohn, der den dritten Teil der sogenannten DRACULA-Trilogie (“Dracula”, 1931, “Draculas Tochter”, 1936, und Draculas Sohn ,1943) von Universal markiert.

Lon Chaney junior wurde am 10. Februar 1906 als Creighton Tull Chaney in Oklahoma City, USA, geboren. Noch während der Stummfilmzeit gab der junge Chaney 1922 in THE TRAP, in einem Film seines berühmten Vaters LON CHANEY (1883-1930), sein Filmdebüt.
Neun Jahre später folgte in THE GALLOPING GHOST (1931) sein offizielles FiImdebüt.
Bereits 1932 erhielt Chaney in dem Western-Serial THE LAST FRONTIER seine erste Filmhauptrolle. Nach mäßigen Erfolgen in der Filmbranche, änderte Creighton Tull Chaney seinen Namen (in Anlehnung an seinen berühmten Vater) in LON CHANEY JUNIOR um. Vermutlich auch, um seine Karriere neu anzukurbeln.
Nach den Hauptrollen in THE SHADOW OF SILK LENNOX (1935) und A SCREAM IN THE NIGHT (1935) stagnierte aber Chaneys Karriere erneut, so dass er bis 1938 nur in kleinerer Rollen und Kleinstrollen zu sehen war.

Chaney in "Man made Monster"

Chaney in “Man made Monster”

Ein erster Achtungserfolg gelang Lon Chaney junior 1939 mit seiner Rolle des LENNIE SMALL in VON MÄUSEN UND MENSCHEN. Zwei Jahre später gab der Schauspieler in MAN-MADE MONSTER sein Horrorfilm-Debüt.
Nach den Western DER LETZTE BANDIT (1941), SAN ANTONIO ROSE (1941), RIDERS OF DEATH VALLEY und BADLANDS OF DAKOTA gelang Chaney 1941 mit der Rolle des STEWART TALBOT in DER WOLFSMENSCH der lang erhoffte Durchbruch als Schauspieler.

Der Erfolg und die Horrorwelle zu Beginn der 1940er Jahre brachten Chaney weitere Rollen in Horrorfilmen wie FRANKENSTEIN KEHRT WIEDE (1942), THE MUMMY’S TOMB (1942), DRACULAS SOHN (1943), THE MUMMY’S GHOST (1944), FRANKENSTEINS HAUS (1944) und DRACULAS HAUS (1945) ein.

Doch als ab Mitte der 1940er Jahre die Horrorwelle in Hollywood abflaute, begann auch Chaneys Schauspielerkarriere erneut zu stagnieren. Nach seiner letzten Hauptrolle in DIE BRAUT DES GORILLAS (1951), war Chaney ab 1952 nur noch in Nebenrollen und kleineren Rollen, vorwiegend in Abenteuer- oder Westernfilmen wie ZWÖLF UHR MITTAGS (1952), GEGENSPIONAGE (1952), KÖNIG DER PIRATEN (1953), SCHWARZE PIRATEN (1954) oder FLUCHT IN KETTEN (1958), zu sehen. Gelegentlich gab es auch noch die eine oder andere Rolle in einem Horrorfilm, wie in DIE SCHRECKENSKAMMER DES DR. THOSTI (1956).

Ab den 1950er Jahre machte sich bei Chaney auch immer mehr dessen Alkoholsucht bemerkbar, so dass es immer schwieriger wurde, mit dem Schauspieler zu arbeiten.
Ab Ende der 1950er Jahre arbeitete Chaney dann fast nur noch fürs Fernsehen, wo er u. a. in Serien wie HAWKEYE AND THE LAST OF THE MOHICANS (1959), DER TEXANER (1959), BAT MASTERON (1960), ABENTEUER IM WILDEN WESTEN (1961) oder WESTLICH VON SANTA FE (1962) spielte oder darin Gastauftritte absolvierte.

 Schreie und Schauder in der Folterkammer: Damit gings es für Chaney wieder bergauf

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Erst mit DIE FOLTERKAMMER DES HEXENJÄGER gelang es ihm 1963, auch wieder in der Filmbranche Fuß zu fassen.
Ab da an sah man Lon Chaney junior wieder vermehrt auf der Kinoleinwand, vorwiegend in Westernfilmen wie POSTKUTSCHE NACH THUNDER ROCK (1964), REVOLVERHELDEN VNO FALL RIVER (1965), SCHWARZE SPOREN (1965), DIE APACHEN (1965) oder SHERIFF JOHNNY RENO (1965), obwohl er immer mehr durch seine Alkoholsucht physisch und psychisch gehandicapt war.

Nach seiner Hauptrolle in dem Horrorfilm GALERIE DES GRAUENS (1967) bekam Chaney dann auch wieder größere Rollen und Hauptrollen. u.a. in den Filmen SHADOK (1968), FIREBALL JUNGLE (1968) und A STRANGEN IN TOWN (1969).

1971 war der Schauspieler in DES SATANS HEISSE KATZEN und DRACULAS BLUTHOCHZEIT MIT FRANKENSTEIN in seinen letzten beiden Filmrollen zu sehen.

Lon Chaney junior, der neben seiner Alkoholsucht auch ein starker Raucher war, verstarb am 13. Juli 1973 an den Folgen seiner Lungenkrebserkrankung in San Clemente, Kalifornien.

Ingo Löchel

Ingo Löchel wurde 1968 in Köln geboren. Im Alter von 10 Jahren begann er Fantasy- und Horror-Romane sowie Heftromanserien wie „Mythor“, „John Sinclair“ und „Tony Ballard“ zu lesen.
Seit dieser Zeit zählen u. a. Autoren wie Robert E. Howard, H. P. Lovecraft, Clark Ashton Smith, Michael Moorcock, Karl Edward Wagner und Dean R. Koontz zu seinen Lieblingsautoren.
Etwas später kam er durch Mickey Spilane, Colin Forbes, Jack Higgins und Robert Ludlum auch mit dem Krimi- und Thriller-Genre in Berührung.

2001 erschienen die beiden Anthologien „Tod eines Satanisten – Dunkle Stunden“ (VirPriV Verlag) und „Jenseits des Happy Ends” (Go–BeJot Verlag), in denen zum ersten Mal Kurzgeschichten von ihm veröffentlicht wurden.

Danach folgten weitere Veröffentlichungen u. a. im Abendstern Verlag, im Adina-Online Verlag und im Wortwelten Verlag sowie die Veröffentlichung seiner ersten beiden Romane im Adina-Online Verlag.

Neben seinen Kurzgeschichten und Romanen schrieb er auch Artikel und Essays für das Magazin „Omicron“ sowie für die Literaturzeitschrift „Wortwelten“. Seit 2007 ist er Redakteur des Online-Magazins „Zauberspiegel“.

2012 schuf Ingo Löchel nach der Fantasy-Serie “Der letzte König von Atlantis“, den Horror-Serien „Frank Bauer“, „Frederik Darkstone“ und „Erben des Blutes“, die Horror-Western-Serie „Dead City“, die seit Juli 2015 im Elvea Verlag erscheint.

Im Juli 2015 startete zudem seine Horror-Serie “Frederik Darkstone” im Verlag Beyond Affinity.

Im Oktober 2015 folgt die Horror-Serie “Erben des Blutes”, die ebenfalls im Verlag Beyond Affinity veröffentlicht wird.

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