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Die Anfänge des Horrorfilms, Folge 7: Braut, Wolf und der Mann, der…

1935 konnte der Schauspieler Boris Karloff mit BRIDE OF FRANKENSTEIN an seinen FRANKENSTEIN-Erfolg anknüpfen und mimte in dem Film unter der Regie von James Whale erneut das Monster auf der Kinoleinwand.

Phantastischer Kopf: Regisseur James Whale

Phantastischer Kopf: Regisseur James Whale

In der Rolle der Braut überzeugte die britische Schauspielerin Elsa Lancaster.(1902-1986), die in BRIDE OF FRANKENSTEIN ihr Horrorfilm-Debüt gab, und zu Beginn des Films auch als Mary Shelley zu sehen ist.

Zwar scheint Frankenstein nach seinen schrecklichen Erlebnissen von seinen Experimenten geheilt zu sein und diese aufgeben zu wollen, aber das totgeglaubte Monster treibt weiterhin sein Unwesen in der Gegend.
Da erhält Frankenstein unerwartet Besuch von Dr. Pretorius. Dieser will unbedingt die Arbeit seines Kollegen fortsetzen und für das Monster eine Frau erschaffen. Frankenstein gibt dem Druck schließlich nach. Es entsteht eine Frau, die sich jedoch vor dem Monster fürchtet…

Die Vorbereitungen zu BRIDE OF FRANKENSTEIN begannen bereits nach der Premiere von FRANKENSTEIN. Aber Probleme mit dem Drehbuch, sorgten dafür, dass die Dreharbeiten erst Anfang Januar 1935 beginnen konnten.
Hinzu kam, dass es James Whale ablehnte, die Regie in BRIDE OF FRANKENSTEIN zu übernehmen.
Doch nach dem Erfolg von DER UNSICHTBARE (1933) konnte der Produzent Carl Laemmle Jr. (1908-1979) Whale doch überzeugen, die Regie in der FRANKENSTEIN-Fortsetzung zu übernehmen, auch weil für Laemmle James Whale, der einzige Regisseur war, der diesen Film drehen konnte.
Mit einem Budget von über 397.000 US-Dollar wurde die Dreharbeiten zu BRIDE OF FRANKENSTEIN am 7. März 1935 beendet.
BRIDE OF FRANKENSTEIN startete am 19. April 1935 in den USA und wurde wie FRANKENSTEIN ein Hit an den Kinokassen und spielte über 2 Millionen US-Dollar ein.
In Deutschland war BRIDE OF FRANKENSTEIN erstmals unter dem Titel FRANKENSTEINS BRAUT am 4. Juni 1970 im HR III zu sehen.

Henry Hull als Werwolf

Henry Hull als Werwolf

1935 versuchten die Universal Studios ein weiteres Monster auf der Kinoleinwand zu bannen und drehten mit WEREWOLF OF LONDON unter der Regie von Stuart Walker (1888-1941) den ersten Werwolf-Film, indem HENRY HULL (1890-1977) das ‘haarige’ Monster mimte.

Der Botaniker Dr. Wilfred Glendon (Henry Hull) reist trotz aller eindringlichen Warnungen nach Tibet, um nach einer bestimmten Pflanze zu suchen, der “Marifasa Lupina”, die nur unter dem Einfluss des Mondlichtes blüht.
Während seiner Expedition wird er von einem Werwolf angefallen, aber Glendon überlebt.
Als er nach seiner Genesung wieder in London eintrifft, begegnet er einem gewissen Dr. Yogami (Warner Oland), der ihm von zwei furchtbaren Morden erzählt, die von einem Werwolf verübt wurde, und Glendon selbst dieses Monster ist.. Glendon glaube Yogami kein Wort, doch die nächste Vollmondnacht ist nahe, in der sich der Botaniker wieder ein Monster verwandeln wird…

WEREWOLF OF LONDON startete am 13. Mai 1935 in den USA, floppte aber an den Kinokassen, so dass es sechs weitere Jahre dauern sollte, bis Universal mit THE WOLF MAN einen neuen Versuch startete, auch den Werwolf erfolgreich auf der Kinoleinwand zu etablieren.

Nach dem Erfolgsfilm FRANKENSTEINS BRAUT stand der Schauspieler Boris Karloff in den Jahren 1935 und 1936 gleich in mehreren Horrorfilmen vor der Kamera. Nach THE RAVEN (Der Rabe, 1935) drehte er 1936 mit THE INVISIBLE RAY ein weiteres Filmprojekt mit Bela Lugosi.

Der Wissenschaftler Dr. Janos Rukh (Boris Karloff) findet bei einer Expedition in Afrika einen Meteoriten, der vor Jahrmillionen zur Erde stürzte. Darin entdeckt er den radioaktiven Stoff Radium X.
Als er durch Strahlung verseucht wird, rettet ihn zwar sein Kollege Dr. Felix Benet (Bela Lugosi) vor dem Tod, aber Rujkh wird von Wahnvorstellungen befallen und versucht, die Expeditionsmitglieder zu töten, um seine Entdeckung zu wahren.

THE INVISBLE RAY ist ein klassischer Gruselfilm, der vor allem durch seine Trickeffekte punkten kann. Der Film startete am 20. Januar 1936 in den US-Kinos. In Deutschland wurde der Film erstmals am 6. April 1982 unter dem Titel TÖDLICHE STRAHLEN im NDR ausgestrahlt.

1936 drehte Boris Karloff zudem den atmosphärisch dichten Grusel-Streifen THE WALKING DEAD, in dem der Schauspieler in der Rolle eines Hingerichteten brilliert, der von einem Arzt von den Toten zurückgeholt wird.

Richter Shaw gilt als unbestechlich und macht auch vor großen Namen nicht halt. Doch dies wird ihm eines Tages zum Verhängnis, als er sich gegen eine ganze Bande stellt.
Kurzerhand lassen ihn die Gangster ermorden und schieben die Tat dem Ex-Sträfling John Ellman (Boris Karloff) in die Schuhe. Ohne Chance steht Elman vor Gericht, wird verurteilt und hingerichtet.
Doch der geniale Arzt Dr. Beaumont holt ihn aus dem Reich der Toten zurück. Fortan hat Ellman nur noch einen Gedanken: Rache…

THE WALKING DEAD startete am 14. März in den US-Kinos und wurde in Deutschland erstmals am 1. Mai 1979 unter dem Titel DIE RACHE DES TOTEN im NDR gezeigt.

Boris Karloff und Anna Lee: The man who changed his mind

Boris Karloff und Anna Lee: The man who changed his mind

1936 war Boris Karloff in dem britischen Film THE MAN WHO CHANGED HIS MIND unter der Regie von Robert Stevenson (1905-1986) in einer weiteren Rolle zu sehen, indem er erneut einen verrückten Wissenschaftler mimte.

Dem Gehirnspezialisten Dr. Laurience (Boris Karloff) hat einen Weg gefunden, den Erinnerungsspeicher eines Menschen in das Hirn eines anderen zu transferieren. Nach erfolgreichen Tierversuchen will er diesen mentalen Speicher auch beim Menschen austauschen, um so das Leben schöpferischer Intelligenz zu verlängern.
Doch bald schon missbraucht Laurience seine Erfindung und schreckt auch vor Mord nicht zurück…

Der britische Horrorfilm THE MAN WHO CHANGED HIS MIND startete am 1. November 1936 in den USA. In Deutschland war der Film erstmals am 18. Juni 1996 unter dem Titel DER MANN, DER SEIN GEHIRN AUSTAUSCHTE im WDR zu sehen.

Ingo Löchel

Ingo Löchel wurde 1968 in Köln geboren. Im Alter von 10 Jahren begann er Fantasy- und Horror-Romane sowie Heftromanserien wie „Mythor“, „John Sinclair“ und „Tony Ballard“ zu lesen.
Seit dieser Zeit zählen u. a. Autoren wie Robert E. Howard, H. P. Lovecraft, Clark Ashton Smith, Michael Moorcock, Karl Edward Wagner und Dean R. Koontz zu seinen Lieblingsautoren.
Etwas später kam er durch Mickey Spilane, Colin Forbes, Jack Higgins und Robert Ludlum auch mit dem Krimi- und Thriller-Genre in Berührung.

2001 erschienen die beiden Anthologien „Tod eines Satanisten – Dunkle Stunden“ (VirPriV Verlag) und „Jenseits des Happy Ends” (Go–BeJot Verlag), in denen zum ersten Mal Kurzgeschichten von ihm veröffentlicht wurden.

Danach folgten weitere Veröffentlichungen u. a. im Abendstern Verlag, im Adina-Online Verlag und im Wortwelten Verlag sowie die Veröffentlichung seiner ersten beiden Romane im Adina-Online Verlag.

Neben seinen Kurzgeschichten und Romanen schrieb er auch Artikel und Essays für das Magazin „Omicron“ sowie für die Literaturzeitschrift „Wortwelten“. Seit 2007 ist er Redakteur des Online-Magazins „Zauberspiegel“.

2012 schuf Ingo Löchel nach der Fantasy-Serie “Der letzte König von Atlantis“, den Horror-Serien „Frank Bauer“, „Frederik Darkstone“ und „Erben des Blutes“, die Horror-Western-Serie „Dead City“, die seit Juli 2015 im Elvea Verlag erscheint.

Im Juli 2015 startete zudem seine Horror-Serie “Frederik Darkstone” im Verlag Beyond Affinity.

Im Oktober 2015 folgt die Horror-Serie “Erben des Blutes”, die ebenfalls im Verlag Beyond Affinity veröffentlicht wird.

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