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Die Anfänge des Horrorfilms, Folge 6: Unsichtbar gut

1933 drehten die Universal Studios mit THE INVISIBLE MAN einen weiteren Horror-Klassiker, der am 13. November 1933 in den USA startete.

Der Arzt Dr. Jack Griffin entdeckt bei einem seiner zahlreichen Experimente ein Serum, das ihn unsichtbar macht. Dummerweise hat er aber die Entwicklung des Gegenserums vergessen und treibt fortan als Unsichtbarer sein Unwesen.
Mit Hochdruck arbeitet Griffin fortan an der Entwicklung des Gegenserums. Was er allerdings nicht ahnt: Das Serum, das ihn unsichtbar machte, verleitet ihn auch zu entsetzlichen Taten…

Durchbruch mit "Der Unsichtbare": Claude Rains

Durchbruch mit “Der Unsichtbare”: Claude Rains

Für die Titelrolle von THE INVISIBLE MAN war eigentlich der Schauspieler BORIS KARLOFF vorgesehen. Aber der Regisseur JAMES WHALE wollte einen Darsteller mit einer besonderen Stimme, da dass Gesicht des Schauspielers nur für kurze Zeit im Film zu sehen ist, sodass sich die Darstellung des Unsichtbaren ganz auf dessen modulationsfähige Stimme verlassen musste.
James Whale fand schließlich den geeigneten Darsteller für die Rolle des Unsichtbaren in Gestalt des britischen Schauspielers CLAUDE RAINS (1889-1967), der mit dem Film THE INVISIBLE MAN sein Hollywood-Debüt gab.
Der Film, der auf den gleichnamigen Roman von H. G. Wells basiert, kann selbst heute noch durch seine teilweise verblüffenden Spezialeffekte punkten .
Am 23. Juni 1950 startete der Film unter dem Titel DER UNSICHTBARE in den westdeutschen Kinos,

Nach seinem Erfolg mit DRACULA, war BELA LUGOSI zwar auch für die Titelrolle in FRANKENSTEN im Gespräch gewesen, doch der Schauspieler lehnte ab, da er sein Gesicht nicht hinter einer Maske verstecken wollte.
So spielte Lugosi 1931 statt in Frankenstein unter der Regie von Robert Florey den Dr. Mirakle in MURDERS IN THE RUE MORGUE, basierend auf einer Erzählung von Edgar Allan Poe
Der Film erzählt die Geschichte eines Wissenschaftlers, der für seine düsteren Experimente, die Mensch und Affen vereinigen sollen, junge Frauen entführt und ermordet.
Mit der gleichnamigen Erzählung von Edgar Allan Poe hat der Film allerdings so gut wie nichts mehr zu tun.
Der Reiz des frühen Horrorfilms liegt daher wohl eher in der Kameraarbeit von Karl Freund und im Dekor des Films verborgen, wobei beides “stark dem expressionistischen deutschen Stummfilm nachempfunden” ist.

Der Film MURDERS IN THE RUE MORGUE startete am 21. Februar 1932 in den USA. In Deutschland kamen die Horrorfans erst am 9. April 1970 in den Genuss des Films, der auf HR III unter dem Titel MORD IN DER RUE MORGUE erstmals gezeigt wurde.

Nach MORD IN DER RUE MORGUE stand Lugosi für die beiden Filme WHITE ZOMBIES (Im Banne des weißen Zombies, 1932) und ISLAND OF LOST SOULS (Die Insel der verlorenen Seelen, 1933) vor der Kamera, indem Charles Laughton als Dr. Moreau zu sehen ist. Lugosi mimt in dem Film den Verkünder des Gesetzes, ist aber durch seine Maske kaum zu erkennen.
seelenDIE INSEL DER VERLORENEN SEELEN unter der Regie von Erle C. Kenton (1896-1980) war die erste Verfilmung des H. G. Wells Romans DIE INSEL DES DR. MOREAU aus dem Jahren 1896.

1935 verkörperte Bela Lugosi in MARK OF THE VAMPIRE unter der Regie von Tod Browning ein weiteres Mal einen Vampir.

Schlossbaron Karel ist einem Vampir zum Opfer gefallen. Das glauben jedenfalls die abergläubischen Bewohner der Gegend. Auch für Dr. Doskil, der zwei Bissmale am Hals des Toten entdeckt, ist der Fall klar.
Nur Inspektor Neumann aus Prag (Lionel Atwill) ist anderer Meinung. Aber immerhin zieht er Professor Zelen (Lionel Barrymore) zu Rate. Denn Nachts soll der (un)tote Graf Mora (Bela Lugosi) durch den Schlosspark geistern.

Mit MARK OF THE VAMPIRE drehte der Regisseur Tod Browning eine Neuverfilmung seines Stummfilms LONDON AFTER MIDNIGHT (1927) . Der Film, von dem aber nur eine stark gekürzte Fassung erhalten ist, präsentiert zwar eine interessante Mischung aus Krimi und Grusel, dafür wirkt aber dessen Ende bzw. Auflösung leider etwas unglaubwürdig.
Der Film startete am 26. April 1935 in den USA und wurde am 26. März 1982 in Deutschland unter dem Titel DAS ZEICHEN DES VAMPIRS erstmals im ZDF gezeigt.

1935 drehte Lugosi mit dem Film THE RAVEN einen weiteren Horrorfilm, in dem er als wahnsinniger Chirurg Richard Vollin zu sehen ist.

Der wahnsinnige Chirurg Dr. Vollin (Bela Lugosi) hat seinen Keller nach einer Schauergeschichte seines Lieblingsautoren E. A. Poe in eine Folterkammer verwandelt.
Als er sich in seine Patientin Janet verliebt und zurückgewiesen wird, sinnt er auf Rache. Der Verbrecher Bateman (Boris Karloff) steht ihm mit Rat und Tat zur Seite…

Zwei Legenden im "Raben": Lugosi und Karloff

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Die Rolle des wahnsinnigen Chirurgen Vollin sollte für den Schauspieler allerdings einen negativen Einfluss auf seine weitere Karriere haben.
Denn die britischen Zensurbehörden erließen aufgrund des Inhalts und der Szenen des Films THE RAVEN, und angesichts diverser Proteste besorgter Eltern einen zeitweiligen Einfuhrstopp für Horror-Filme aus den USA, was den Hollywood-Studios einen Rückgang ihrer Übersee-Einnahmen von 40% einbrachte. Durch diese Sanktionen zerplatzten geplante Lugosi-Projekte wie Seifenblasen.
THE RAVEN startete am 8. Juli 1935 in den USA und wurde erstmals am 29. März 1970 in Deutschland unter dem Titel DER RABE im NDR gezeigt.

1938 war es aber dann endlich mit der Pechsträhne des Schauspielers vorbei. Denn Ende der 1930er Jahre war Horror plötzlich wieder in und mit SON OF FRANKENSTEIN, in der Lugosi in der Rolle des Frankensteingehilfen Ygor zu sehen war, war Bela Lugosi wieder im Geschäft.

 

Ingo Löchel

Ingo Löchel wurde 1968 in Köln geboren. Im Alter von 10 Jahren begann er Fantasy- und Horror-Romane sowie Heftromanserien wie „Mythor“, „John Sinclair“ und „Tony Ballard“ zu lesen.
Seit dieser Zeit zählen u. a. Autoren wie Robert E. Howard, H. P. Lovecraft, Clark Ashton Smith, Michael Moorcock, Karl Edward Wagner und Dean R. Koontz zu seinen Lieblingsautoren.
Etwas später kam er durch Mickey Spilane, Colin Forbes, Jack Higgins und Robert Ludlum auch mit dem Krimi- und Thriller-Genre in Berührung.

2001 erschienen die beiden Anthologien „Tod eines Satanisten – Dunkle Stunden“ (VirPriV Verlag) und „Jenseits des Happy Ends” (Go–BeJot Verlag), in denen zum ersten Mal Kurzgeschichten von ihm veröffentlicht wurden.

Danach folgten weitere Veröffentlichungen u. a. im Abendstern Verlag, im Adina-Online Verlag und im Wortwelten Verlag sowie die Veröffentlichung seiner ersten beiden Romane im Adina-Online Verlag.

Neben seinen Kurzgeschichten und Romanen schrieb er auch Artikel und Essays für das Magazin „Omicron“ sowie für die Literaturzeitschrift „Wortwelten“. Seit 2007 ist er Redakteur des Online-Magazins „Zauberspiegel“.

2012 schuf Ingo Löchel nach der Fantasy-Serie “Der letzte König von Atlantis“, den Horror-Serien „Frank Bauer“, „Frederik Darkstone“ und „Erben des Blutes“, die Horror-Western-Serie „Dead City“, die seit Juli 2015 im Elvea Verlag erscheint.

Im Juli 2015 startete zudem seine Horror-Serie “Frederik Darkstone” im Verlag Beyond Affinity.

Im Oktober 2015 folgt die Horror-Serie “Erben des Blutes”, die ebenfalls im Verlag Beyond Affinity veröffentlicht wird.

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