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Die Anfänge des Horrorfilms, Folge 5: Die Schöne und der King

Nachdem FAY WRAY in DOCTOR X (Der geheimnisvolle Dr. X) ihr Horrorfilm-Debüt gegeben hatte, folgte 1932 mit THE MOST DANGEROUS GAME ein weiterer Horrorfilm-Klassiker mit der Schauspielerin.

themostDer russische Adlige Graf Zaroff (Leslie Banks) lebt auf einer einsamen Insel und leidet an einer Geisteskrankheit. Seine liebste Beschäftigung ist es, Schiffbrüchige in perversen Jagdspielen zu Tode zu hetzen.
Doch dann dreht Robert Rainsford (Joel McCrea), der ebenfalls nach einem Schiffbruch auf der Insel gestrandet ist, den Spieß um..

THE MOST DANGEROUS GAME basiert auf der gleichnamigen Kurzgeschichte von Richard Connell, die am 19. Januar 1924 im “Collier’s Weekly” veröffentlicht worden war. Den bizarren aber atmosphärisch dichten Horrorfilm drehten die Regisseure Ernest B. Schoedsack und Irving Pichel in einer Drehpause zum Monsterfilm KING KONG.
THE MOST DANGEROUS GAME feierte seine Premiere am 16. September 1932 in den USA und kam vier Tage später, genauer gesagt am 20. September 1932, in die dortigen Kinos. In Deutschland wurde der Film erst Jahrzehnte später gezeigt. Am 6. August 1976 brachte der Filmverleih Jugendfilm den Film unter dem Titel GRAF ZAROFF – GENIE DES BÖSEN in die deutschen Kinos.

1933 war die Schauspielerin Fay Wray nach THE VAMPIRE BAT und DAS GEHEIMNIS DES WACHSFIGURENKABINETTS in ihrer wohl berühmtesten und bekanntesten Filmrolle zu sehen. Als ANN DARROW in dem Monsterfilmklassiker KING KONG.

Bombenerfolg mit King Kong: Regisseur Merian C. Cooper

Bombenerfolg mit King Kong: Regisseur Merian C. Cooper

Regisseur Merian C. Cooper (1893-1973), der ein Faibel für Gorillas hatte, entwickelte eine Idee zu einem Gorilla-Film, der auf einer mysteriösen Insel spielen sollte, von der die Paramount Studios aber nicht überzeugt waren.
Cooper konnte seine Idee aber doch noch in die Tat umsetzen, nachdem David O. Selznick ihn mit der dem Filmstudio RKO zusammenbrachte, so dass er sein Filmprojekt in Angriff nehmen konnte.
Für das Drehbuch zum Film konnte Cooper den britischen Kriminalschriftsteller EDGAR WALLACE (1875-1932) engagieren, der bis Januar 1932 einen 110-seitigen Entwurf unter dem Namen THE BEAST schrieb, das aber noch einiger Bearbeitung benötigte. Doch dazu kam Wallace nicht mehr, der am 10. Februar 1932 verstarb.
Nach dem Tod von Wallace arbeiteten Merian C. Cooper und James A. Creelman an dem Drehbuch, dem sie den Titel THE EIGHTH WONDER gaben, worin einige Ideen von Wallace verworfen wurden.
Da jedoch Creelman an dem Drehbuch zu THE MOST DANGEROUS GAME (Graf Zaroff-Genie des Bösen) schreiben musste, holte sich Cooper Horace McCoy zur Hilfe, der u. a. die Inselbewohner und die gigantische Mauer in das Drehbuch mit einbrachte. Um die etwas zu blumigen Dialoge Creelmans zu überarbeiten, holte sich Cooper Ruth Rose mit an der Bord, die Ehefrau von Regisseur Ernest Schoedsack, die dem Drehbuch zu KINGO KONG letztendlich den nötigen Schliff gab.

Auf einer Insel im Stillen Ozean entdeckt eine Expedition den Riesenaffen King Kong. Es gelingt ihnen, den Gorilla einzufangen. Als Ausstellungsobjekt wird er nach New York gebracht. Doch es kommt zur Katastrophe, als King Kong ausbricht…

Die Dreharbeiten zu KING KONG endeten nach einigen Nachdrehs im Januar 1933. Hinzu kam, dass technische Probleme dafür sorgten, dass das Budget des Film überschritten wurden und der Film schließlich über 670.000 US-Dollar kostete. Zudem wurde der Film von 125 Minuten auf 100 Minuten gekürzt.

Filmszene King Kong: Die schöne Faye Wray in der Klemme

Filmszene King Kong: Die schöne Faye Wray in der Klemme

KING KONG feierte am 23. März 1933 seine Film-Premiere im Grauman’s Chinese Theater in Hollywood, an die sich die Schauspielerin Fay Wray wie folgt erinnert:
“Auf der Premiere von “King Kong” war ich eigentlich nicht sonderlich beeindruckt, denn ich dachte, dass es im Film viel zu viel Geschrei gibt.
Ich habe damals nicht realisiert, dass King Kong und ich für den Rest unseres Lebens und vermutlich darüber hinaus untrennbar miteinander verbunden sein werden.”

Am 7. April 1933 kam KING KONG in die US-Kinos. Der RKO-Film unter der Regie von Merian C. Cooper und Ernest B. Schoedsack setzte neue Maßstäbe im Horrorgenre und wurde ein Kassenschlager an den Kinokassen, der 2, 8 Millionen US-Dollar einspielte.
Beispiellos ist ohne Zweifel die damalige Tricktechnik von Willis H. O’Brien, mit deren Hilfe es gelang, die Zuschauer in ein gruselige Monsterabenteuer eintauchen zu lassen.

Bereits am 1. Dezember 1933 startete der Film unter dem Titel DIE FABEL VON KING KONG in Deutschland.
Die ARD sendete den Film Jahrzehnte später in einer gekürzten Fassung unter dem Titel KING KONG UND DIE WEISSE FRAU. Auf dem Sender ARTE wurde vor einigen Jahren eine ungekürzte Fassung des Filmklassikers gezeigt, die etwa fünf Minuten länger ist als die ARD-Version.

Die Schauspielerin FAY WRAY wurde am 15. September 1907 in Alberta, Kanada, geboren. Ihre Familie zog, als sie drei war in die USA, genauer gesagt nach Arizona, und einige Jahre später nach Salt Lake City.
Durch Aufführungen während ihrer Schulzeit kam Wray mit der Schauspielerei in Berührung.

1923 gab Fay Wray in GASOLINE LOVE ihr offizielles Film-Debüt. Nach kleineren Rollen in diversen Filmen nahm sie Mitte der 1920er Jahre das Filmstudio Universal Pictures unter Vertrag.

1928 gelang der jungen Fay Wray mit ihrer ersten großen Hauptrolle in dem Erich von Strohheim-Film WEDDING MARCH“(Hochzeitsmarsch) der Durchbruch als Schauspielerin.

Nach ihrer Rolle in Hochzeitsmarsch folgten u. a. Hauptrollen in Filmen wie THUNDERBOLT (Sie nannten ihn Thunderbolt, 1929), THE FOUR FEATHERS (Vier Federn, 1929), THE TEXAN“(Das Verbrechen von Buenas Terras, 1930), THE BORDER LEGION“(Goldgräber in Not, 1930) oder THREE ROGUES (Drei gefährliche Gesellen, 1931).

Mitte der 1930er Jahre fing nach Filmen wie DER GEHEIMNISVOLLE DR. X (1931), THE VAMPIRE BAT (1933), DAS GEHEIMNIS DES WACHSFIGURENKABINETTS (1933), KING KONG (1933) und SCHREI DER GEHETZTEN (1934) Ruhm von Fay Wray langsam an zu sinken.
Das hatte zur Folgte hatte, dass sich die Schauspielerin Anfang der 1940er Jahre nach dem Film NOT A LADIES MAN“ (1942) und nach ihrer Heirat mit dem Drehbuchautor Robert Riskin am 23. August 1942 (mit dem sie bis zu seinem Tod am 20. September 1955 zusammenlebte) aus dem Filmgeschäft zurückzog.

Elf Jahre später, genauer gesagt im Jahre 1953, kehrte die Schauspielerin Fay Wray mit den beiden Filmen TREASURE OF THE GOLDEN CONDOR (Im Reiche des goldenen Condor) und SMALL TOWN GIRL auf die Kinoleinwand zurück. 1953 gab sie zudem in der Serie THE PRIDE OF THE FAMILY als CATHERINE MORRISON ihr TV-Debüt.
1958 drehte Fay Wray mit DRAGSTRIP RIOT und SUMMER LOVE ihre letzen beiden Filme. Danach war sie nur noch im US-Fernsehen zu sehen, bis sie 1965 in
THE CASE OF THE FATAL FETISH, einer Folge der Serie PERRY MASON, ihre vorerst letzte TV-Rolle mimte.
1980 war sie in dem Fernsehfilm GIDEON’S TRUMPET als EDNA CURTIS in ihrer letzten Rolle zu sehen. Neun Jahre später erschien mit ON THE OTHER HAND ihre Autobiographie. Die Schauspielerin Fay Wray verstarb am 8. August 2004 in ihrem Appartement in Manhattan, New York City, USA.

Ingo Löchel

Ingo Löchel wurde 1968 in Köln geboren. Im Alter von 10 Jahren begann er Fantasy- und Horror-Romane sowie Heftromanserien wie „Mythor“, „John Sinclair“ und „Tony Ballard“ zu lesen.
Seit dieser Zeit zählen u. a. Autoren wie Robert E. Howard, H. P. Lovecraft, Clark Ashton Smith, Michael Moorcock, Karl Edward Wagner und Dean R. Koontz zu seinen Lieblingsautoren.
Etwas später kam er durch Mickey Spilane, Colin Forbes, Jack Higgins und Robert Ludlum auch mit dem Krimi- und Thriller-Genre in Berührung.

2001 erschienen die beiden Anthologien „Tod eines Satanisten – Dunkle Stunden“ (VirPriV Verlag) und „Jenseits des Happy Ends” (Go–BeJot Verlag), in denen zum ersten Mal Kurzgeschichten von ihm veröffentlicht wurden.

Danach folgten weitere Veröffentlichungen u. a. im Abendstern Verlag, im Adina-Online Verlag und im Wortwelten Verlag sowie die Veröffentlichung seiner ersten beiden Romane im Adina-Online Verlag.

Neben seinen Kurzgeschichten und Romanen schrieb er auch Artikel und Essays für das Magazin „Omicron“ sowie für die Literaturzeitschrift „Wortwelten“. Seit 2007 ist er Redakteur des Online-Magazins „Zauberspiegel“.

2012 schuf Ingo Löchel nach der Fantasy-Serie “Der letzte König von Atlantis“, den Horror-Serien „Frank Bauer“, „Frederik Darkstone“ und „Erben des Blutes“, die Horror-Western-Serie „Dead City“, die seit Juli 2015 im Elvea Verlag erscheint.

Im Juli 2015 startete zudem seine Horror-Serie “Frederik Darkstone” im Verlag Beyond Affinity.

Im Oktober 2015 folgt die Horror-Serie “Erben des Blutes”, die ebenfalls im Verlag Beyond Affinity veröffentlicht wird.

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