Der Mann mit der Maske: Band 2 – Der Tag des Fuseurs

(c) Bunte Dimensionen

Braffort kommt unter dem Montmartre wieder zu Bewusstsein. Während er versucht, sich an seine Verwandlung zu erinnern, versetzt draussen eine helle Explosion die Metropole Paris in Erstaunen. Präfekt Beauregard versucht davon abzulenken, aber Duroc wird mit voller Wucht getroffen und verwandelt sich seinerseits. Nun ist er der Fuseur, ein giftiges, nebelhaftes Monster, das dazu entschlossen ist, Schrecken zu verbreiten… (Verlagstext: Bunte Dimensionen)

Es ist grundsätzlich schwierig, bei einer zusammenhängenden Geschichte ein ganzes Jahr von einem zum nächsten schmalen Album warten zu müssen. So erscheint der dritte Band erst im Sommer 2019. Und bei den überragenden Veröffentlichungen, die so ein Jahr bietet, bleibt Der Mann mit der Maske wahrscheinlich bei vielen gar nicht in Erinnerung, auch wenn das erste Album durchaus Lust auf die Geschichte macht. Tatsächlich offenbaren sich spätestens jetzt die Schwächen des Formats, das nicht dazu geeignet ist, komplexe Geschichten im Superhelden-Stil adäquat zu präsentieren.

Wir wurden im Band der “Anomalien” mit einer Detonation zurückgelassen, deren Auswirkungen wir auf den ersten Seiten des “Fuseurs” jetzt verfolgen können. Die Nachrichten kochen über und die Einwohner von Paris sind besorgt. Während sich Braffort in der Höhle unter dem Montmartre an seine Metamorphose zu erinnern versucht, sorgt Präfekt Beaureagard für ein Ablenkungsmanöver, indem er die Nachricht verbreiten lässt, es sei eine selbstgebastelte Bombe explodiert. Außerdem sei eine Menge fluoreszierendes Gas entwichen, durch das sich Agent Duroc jedoch in den Fuseur verwandelt – ein Giftwolkenmonster, mit dem sich der Mann mit der Maske anlegen muss, ohne seine Kräfte überhaupt schon einschätzen zu können. Allerdings bleibt Braffort als Figur – wie schon im ersten Band – ziemlich blass. Das Interesse steigt nur kurz, wenn wir den Mann mit der Maske zum ersten Mal sehen – und gezeichnet ist das alles wunderbar, aber die Story hastet doch zu schnell an uns vorbei und mündet in einem albernen Kampf.

Wer sich fragt, was das alles soll,  findet auf Seite 35 die Antwort in einer Sprechblase:

“Selbst Oberst Assan hatte ein heimliches Ziel. Als er in Washington arbeitete, hat er gesehen, wie die Amerikaner ihre eigenen Anomalien benutzen […] Die Masken. Die Umhänge. Assan […] will dasselbe in Frankreich.”

Sicher lässt sich der Mann mit der Maske als eine Hommage lesen und unterhaltsam ist die Geschichte allemal, vor allem, weil sie ihre kulturelle Stärken nutzt. Und es ist gerade diese Besonderheit, die einen Blick wert ist, vor allem, weil hier mit viel Augenzwinkern vorgegangen wird. Trotzdem funktioniert für mich das Albumformat nicht, und die lange Wartezeit tut ihr Übriges.

Michael Perkampus

Michael Perkampus

Kulturanthropologe, Übersetzer, Sammler von Comics, phantastischer Literatur und Filmen. Gründer des Phantastikon.

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