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Der Big Foot vom Boggy Creek

“The Legend of Boggy Creek” war 1972 in Amerikas Autokinos  eine Sensation. Aber was diesen Low-Budget-Film von unzähligen anderen reißerischen Monsterfilmen unterschied, war damals eine völlige Neuheit – alles daran war wahr. Zumindest behauptete das der Schöpfer Charles B. Pierce. An seinen dokumentarischen Film würde sich heute wahrscheinlich niemand mehr erinnern, wenn er nicht vorgegeben hätte, eine Reihe von unglaublichen realen Ereignissen darzustellen, die sich kürzlich in Fouke, einer kleinen ländlichen Stadt in Arkansas, ereignet hatten.

Die Menschen hatten schon immer seltsame Dinge gesehen, die im Schatten des Boggy Creek herumstolzierten. Das einsame, abgelegene Waldgebiet birgt viele dunkle Geheimnisse, und im Mai 1971 traf ein Einheimischer auf eines davon.

“The Legend of Boggy Creek” war 1972 eine Sensation.

Als der Reporter Jim Powell zum ersten Mal telefonisch davon unterrichtet wurde, konnte er kaum ahnen, dass er im Begriff war, über die größte Geschichte seines Lebens zu stolpern. Powell war darauf hingewiesen worden, dass ein Anwohner, Bobby Ford, im St. Michael Hospital in Texarkana behandelt wurde, weil er von nicht weniger als einem Monster angegriffen worden war.

Ford war bei seinem Bruder zu Hause, als es irgendwann gegen Mitternacht zuschlug. Die riesige, schwarze, Bigfoot-ähnliche Kreatur griff ihn im Hof an, packte ihn an der Schulter und warf ihn zu Boden. Ford schaffte es, sich aus dem Griff des Tieres zu befreien und mit nur wenigen Kratzern und einem Schock zu entkommen.

Laut den Fords fand ihre erste Begegnung mit dem mysteriösen Tier bereits früh am Abend statt, als Fords Frau Elizabeth eine über zwei Meter große schwarze Gestalt gesehen hatte, mit Augen so rot wie heiße Kohle, die auf der Veranda vor ihrem Fenster lauerten. Bobby und sein Bruder Don, die von einem Jagdausflug zurückkehrten, gaben ein paar Schüsse ab, und die Kreatur zog sich wieder in den Wald zurück.

Charles B. Pierce, der Mann hinter “The Legend of Boggy Creek”

Die Ermittler untersuchten später das Ford-Eigentum und fanden keine Spuren von Blut, sehr wohl aber Kratzer und Schäden am Haus sowie einige Fußspuren mit drei Zehen im Hinterhof.

Diese Begegnung war nur die erste einer Reihe ähnlicher Sichtungen in Südarkansas in diesem Sommer, die sich von den Sulphur River Bottoms bis zur Stadt Fouke selbst erstreckten. Als sich die Nachricht von dem Monster zu verbreiten begann, wurden die Lokalzeitungen mit außergewöhnlicheren Berichten über das, was schnell das Fouke-Monster genannt wurde, überflutet.

Diese Geschichten blieben von Charles B. Pierce, einem Regisseur für Werbefilme aus Arkansas, nicht unbemerkt. Pierce spürte, dass die sensationellen Berichte, die aus der Gegend kamen, einen tollen Horrorfilm ergeben würden, und sammelte ein Budget von 160.000 Dollar, um “The Legend of Boggy Creek” in und um Fouke im Sommer 1972 zu drehen.

Der Film war ein großer Erfolg und wurde zu einem sofortigen Kultklassiker, der atemberaubende 25 Millionen Dollar (über das hundertfache seines Budgets) einspielte und das Monster zu internationalem Ruhm verhalf. Während der Film nach heutigen Maßstäben schräg und chaotisch ist, hatte er jedoch einen bahnbrechenden Einfluss auf jenen pseudodokumentarischen Stil, der ein Gefühl von düsterem Realismus versprüht, der zur damaligen Zeit selten war. Die Mischung aus eingeblendeten Kommentatoren und Nachstellungen ist heute fast überall zu sehen, von TV-Dokumentationen über das Paranormale bis hin zu ähnlichen “wahren” Horrorfilmen wie “Blair Witch Project”, das direkt von Pierces Film inspiriert wurde.

Eine Fülle von Nachahmern wie “Creatures from the Black Lake” waren die Folge und es gab Cameo-Auftritte von bigfootähnlichen Kreaturen in allen möglichen Fernsehsendungen.

“The Legend of Boggy Creek” verzichtete auf professionelle Schauspieler und verließ sich stattdessen auf echte Fouke-Einwohner, die das Monster persönlich gesehen hatten und von ihren Erfahrungen berichteten. Obwohl der Film vollständig auf realen Berichten basiert, ist es schwer, nicht den Eindruck zu bekommen, dass Pierce einige der Vorfälle geschönt hat, um damit einen besseren Film zu schaffen.

Auf “The Legend of Boggy Creek” folgten viele Filme, die das Erfolgsrezept kopierten.

Lassen wir Pierces Film einmal beiseite, und schauen uns an, was das Fouke-Monster für die Bigfoot-Überlieferung so ungewöhnlich macht. Das sind vor allem die unfassbare hohe Anzahl der Sichtungen innerhalb kürzester Zeit. Das macht es nicht leicht, sie als die übliche blühende Fantasie oder falsch interpretierte Wildtier-Sichtungen abzutun.

Könnten so viele dieser Zeugen sich geirrt haben, oder waren die Bewohner von Fouke an einem riesigen kollektiven Schwindel beteiligt?

Seltsam genug gibt es sogar Hinweise auf weitaus ältere Sichtungen, einige davon stammen aus den 1940er und noch früheren Jahren und deuten darauf hin, dass das, was in den Sümpfen des Sulphur River umging, nicht neu oder gar eine einzelne Kreatur war, sondern  möglicherweise eine ganze Population.

Und es gab nicht nur Augenzeugen, es wurden auch Fußabdrücke gefunden und gegossen, von denen eine Reihe heute im berühmten Monster Mart von Fouke ausgestellt sind. Diese Fußspuren zeigen unter anderem, dass die Kreatur dreizehig ist, eigentlich ungewöhnlich bei Bigfoot-Sichtungen.

Foukes Monster Mart ist eine populäre Touristenattraktion.

Wenn das Monster ein echtes Tier war, ähnelte es dann eher einem Faultier als dem traditionellen, großen, menschenähnlichen Sasquatch? Und wäre eine solche Kreatur überhaupt in den Sümpfen und Wäldern des ländlichen Arkansas lebensfähig?

Trotz der beeindruckenden Anzahl von Sichtungen und der Fußabdrücke bleiben greifbare physische Beweise für das Fouke-Monster schwer zu dokumentieren. Es sind noch keine Fotos aufgetaucht, und es wurden nie verifizierte Spuren von Haaren, Kot oder Knochen gefunden.

Kryptoformen wie diese sind bekanntermaßen schüchtern und hinterlassen selten einen eindeutigen Beweis für ihre Existenz. Aber bei so vielen Sichtungen, darunter viele von erfahrenen Jägern, macht es nicht unwahrscheinlich, dass der Sumpfmann wirklich existiert.

Beweise

1. Frühe Sichtungen

Vielleicht kann man das Fouke-Monster aufgrund des Films als kurzlebigen Wahnsinn abtun, als ein Stück Massenhysterie, das von überaktiven Fantastereien angetrieben wurde. Aber ein Blick zurück in die lokalen Geschichtsbücher zeigt, dass seltsame Kreaturen lange bevor “The Legend of Boggy Creek” 1972 in die Kinos kam, gesehen wurden.

Schon 1850 waren Geschichten von “wilden Männern”, die Rinder angriffen und Lebensmittel stahlen, in Arkansas weit verbreitet. Eine unwahrscheinliche Geschichte, die 1856 in der Louisiana Caddo Gazette veröffentlicht wurde, berichtete sogar, dass das fragliche Tier ein Pferd stahl und damit davonritt.

Aber die erste dokumentierte Sichtung unseres Monsters stammt aus dem Jahr 1908. Die ältesten Bewohner von Fouke hatten darüber noch lange ihre Erinnerung bewahrt. In diesem Jahr wurde ein großer dunkelhaariger “Affenmensch” von einem 10 Jahre alten Mädchen gesehen, und der wies eine unheimliche Ähnlichkeit mit dem, was später das Fouke-Monster genannt wurde, auf.

Acht Jahre später wurde ein weiteres schwarzes, behaartes, menschenähnliches Tier im nahe gelegenen Knight’s Bluff gesichtet. 1932 sah ein Mann aus Jonesville das scheinbar gleiche Monster auf seiner Veranda herumkratzen, bevor es in den Wald verschwand. Eine weitere Sichtung wurde den Sheriffs von Fouke 1946 als ein “Mann” gemeldet, “der zwar so ging, aber keiner war”.

Das Monster wurde immer wieder in den Wäldern und Sümpfen der Umgebung des ländlichen Arkansas gesehen.

1955 gab es eine ganze Reihe neuer Sichtungen um Fouke und Jonesville, darunter von zwei Autofahrern, die eine haarige, menschenähnliche Kreatur sahen, die in der Nähe ihres Hauses über die Straße rannte. Kurz darauf berichtete der Victoria Advocate, dass ein Jäger behauptete, 15 Schüsse auf einen großen “Affenmann” in der Nähe des Boggy Creek abgefeuert zu haben, aber ihn anscheinend verfehlt hatte.

Die nächste Reihe von Sichtungen fand Mitte der 60er Jahre statt, vor allem unter Jägern. Eine typische Beschreibung der Kreatur bezeugt ihre Größe von über zwei Metern, mit “rotbraunen Haaren am ganzen Körper. Sie stand aufrecht wie ein Mann, hatte aber besonders lange Arme”.

Eine besonders bemerkenswerte Begegnung aus dieser Zeit war die von Carl Finch, dem Gründer der Band Brave Combo, der eines Nachts ein großes haariges zweibeiniges Wesen sah, als er mit seinem Cousin durch die Gegend fuhr. Was bis dahin eine interessante persönliche Anekdote war, gewann erst weitere Bedeutung, nachdem Finch einige Jahre später “The Legend of Boggy Creek” sah und erkannte, dass er das inzwischen berühmte Tier tatsächlich gesehen hatte.

Diese verschiedenen Sichtungen waren einerseits diskontinuierlich und höchst zweifelhaft, aber andererseits auch hartnäckig und ziemlich konsequent. Für die alten Veteranen im Sheriffs Department waren die Geschichten von Monstern nur allzu vertraut, und sie taten sie als amüsante lokale Legende ab. Aber was auch immer da draußen in den Sümpfen von Boggy Creek herumschlich, es war im Begriff, dort auszubrechen und internationalen Ruhm zu erlangen.

2. Der große Monster-Run von 1971

Trotz der Fülle der frühen Sichtungen begann das Tier erst Anfang der 1970er Jahre für Schlagzeilen zu sorgen.

Kurz nach dem Krankenhausaufenthalt von Bobby Ford Anfang Mai 1971 wurde der vorherige Tropfen von Monstersichtungen zu einem Sturzbach.

Mitte Mai fuhren Herr D. Woods, seine Frau Wilma Woods und ihre Freundin entlang der Straße in der Nähe von Boggy Creek, als sie etwas Seltsames im Scheinwerferlicht sahen. Vor den in der Umgebung angesehenen und respektierten Anwohnern überquerte ein riesiges haariges affenartiges Wesen mit langen Armen und dunklen Haaren die Straße.

Monstergeschichten beherrschten für Jahre die Schlagzeilen in den lokalen Zeitungen

Wilma Woods erzählte die Geschichte der Texarkana Daily News am nächsten Tag. “Es war gekrümmt und lief aufrecht. Es hatte lange dunkle Haare und sah sehr groß aus. Es schwang mit den Armen, so wie es ein Affe tut. Ich dachte, meine Augen würden mir einen Streich spielen, aber es war da vor mir. Mein Mann drehte sich zu mir, nachdem es die Straße überquert hatte, und fragte mich, ob ich es auch gesehen hätte”.

Es hatte lange dunkle Haare und sah sehr groß aus. Es schwang mit den Armen, so wie es ein Affe tut.

Kurz darauf machte der Besitzer der Fouke-Tankstelle Willie Smith eine ungewöhnliche Entdeckung im Sojafeld, das ihm ebenfalls gehörte und das neben seiner Tankstelle lag: Eine Reihe von seltsamen dreizehigen Tierabdrücken, die in ihrer Größe alarmierend waren und von der Garage wegführten. Diese besonderen Abdrücke waren denjenigen sehr ähnlich, die im Vormonat rund um das Ford-Eigentum gefunden wurden, was darauf hindeutet, dass sie einen gemeinsamen Ursprung hatten.

Smiths Fund wurde zu einem lokalen Spektakel, da die Bewohner von Fouke auf das Feld strömten, um die Abdrücke selbst zu sehen. Eine Gruppe von ihnen erblickte das Monster sogar in den Büschen, die das Feld umsäumten, wie es vielleicht interessiert beobachtete, welchen Rummel seine Spuren in der lokalen Gemeinschaft ausgelöst hatte.

Die Legende um, das Fouke-Monster wird durch die Tourismus-Industrie der Stadt aufrecht erhalten

Wildhüter Carl Galyon war von den Abdrücken völlig verblüfft, weil er nichts Vergleichbares je in der Gegend gesehen hatte. Sogar Dr. Frank Schambagh, ein Archäologieprofessor an der Southern Arkansas University, wurde informiert, der den Eifer etwas dämpfte, indem er andeutete, dass es sich dabei um einen Schwindel handeln könnten.

Wenn dies der Fall gewesen wäre, dann hätte es eine Absprache zwischen Smith und den Fords geben müssen, da die Abdrücke, die auf verschiedenen Grundstücken gefunden wurden, eine gemeinsame Quelle zu haben schienen. Aber ob die Abdrücke nun echt waren oder nicht, die Sichtungen häuften sich weiterhin.

Allein in diesem Sommer trat das Monster noch Dutzende weiterer Male auf, fast so, als ob es für seine bevorstehende Hauptrolle in “The Legend of Boggy Creek” üben wollte.

Eine besonders bemerkenswerte Sichtung machten mehrere Camper im nahe gelegenen Mercer Bayou. Eine Familie, die ihr Boot für eine Fahrt auf den See vorbereitete, hörte ein schrilles Heulen, dem ein großes, behaartes Wesen folgte, das aus dem Wald auftauchte. In Panik geratene Camper rannten von ihren Wohnwägen weg, um ein Bild von dem Monster zu schießen, aber es floh, bevor sie Erfolg hatten.

Viele der Sichtungen gab es in der Umgebung des Sulphur River

Das Biest von Boggy Creek war plötzlich überall gesehen worden, sowohl von Fouke-Bewohnern als auch von Touristen außerhalb des Staates. Viele dieser Geschichten wurden in Charles B. Pierces Film erzählt, und von Dutzend weiteren wurde in den Zeitungen berichtet. War dies ein Fall von Massenhysterie, eine kollektive Wahnvorstellung oder ein aufwändiger, alles aufbietender lokaler Schwindel?

Wenn es sich um eine echte Kreatur handelte, dann blieb sie ausgesprochen schwer fassbar. Selbst als der Little Rock Radiosender KAAY ein Kopfgeld von 1000 Dollar auf das Monster aussetzte, fanden die besten Jäger der Gegend, begleitet von einem Rudel Hunden, keine Spur davon.

Dennoch war die Realität des Wesens in der Gemeinde fest verankert; zu viele Menschen hatten es gesehen, um es einfach als Trugbild anzusehen. Die Sichtungen dauerten noch einige Jahre, obwohl sie dann Mitte der 70er deutlich an Häufigkeit verloren..

Aber sie waren nie wirklich weg. Mindestens einmal im Jahr sieht jemand ein großes haariges Wesen, das an den Waldrändern herumstapft oder nachts an den dunklen Highways entlang läuft. Noch 2016 sahen man es, oder vielleicht seinen Sohn oder Enkel.

Sollte es jedoch über all die Jahre das gleiche Tier gewesen sein, dann muss es in der Tat sehr alt sein, wenn es überhaupt ein Tier aus Fleisch und Blut ist. Möglicherweise ist das Wesen, das sich in den Wäldern und Sümpfen des ländlichen Arkansas versteckt, fremder als wir es uns vorstellen können.

Gegenbeweise

1. Merkwürdige Dinge

Der erwähnte Dr. Frank Schambagh war der Meinung, dass die dreizehigen Fußabdrücke von Willie Smiths Sojafeld nicht von einem Affen gemacht werden konnten. Anthropologen haben nie irgendeine Art von Hominiden oder Primaten gefunden, weder in der Vergangenheit noch in der Gegenwart, mit weniger als fünf Zehen.

Da das Monster von Zeugen fast überall als Affe oder Affenmann beschrieben wurde, würde das die Spuren als authentisch ausschließen, es sei denn, das Tier war ein außergewöhnlicher evolutionärer Ausreißer. Auch die Abgüsse im Ford-Haus, die ebenfalls drei Zehen hatten, scheinen dem, was die Familie angeblich gesehen haben will, zu widersprechen.

Einer der vielen Abgüsse der Fußabdrücke der Kreatur

Sogar andere Bigfoot- und Sasquatch-Abdrücke, die überall im pazifischen Nordwesten Amerikas gefunden werden, zeigen immer fünf Zehen, was das Monster in der kryptozoologischen Tradition höchst ungewöhnlich macht. Nur das sogenannte Honey Island Swamp Monster, auch Dreizehenmonster genannt, hat damit Ähnlichkeit. Ist es nur ein Zufall, dass diese Kreatur sehr nahe bei Fouke im benachbarten Louisiana leben soll?

Könnten die beiden Tiere verwandt sein, oder ist es sogar ein und dasselbe? Wenn ja, werden die anderen Einwände gegen die Fouke-Fußabdrücke damit nicht entkräftet. Der Smith-Fund zeigt einen Fuß, der lang und dünn ist, etwa 33 x 10 Zentimeter. Das unterscheidet sich von jeder bekannten Primatenart, die immer breitere Füße hat, um Größe und Gewicht in Einklang zu bringen.

Die gleichmäßig großen gerade Zehen kommen ebenfalls bei Affen oder Hominiden nicht vor, die alle gespreizte, ungleich große Zehen haben. Natürlich könnte das Fouke-Monster immer noch ein Primat sein, aber dann mit einer Mutation oder Verletzung.

Abgesehen von den technischen Einwänden schätzen Wissenschaftler Fußabdrücke selten als Beweise hoch ein. Die Abgüsse selbst haben immer ungewisse und zweifelhafte Ursprünge, und die Kryptozoologie hat sich im Laufe der Jahre durch ihre Fälschungen einen etwas anrüchigen Ruf erworben. Und tatsächlich begann sich später die Gestaltung der Fußabdrücke dem konventionellen Affen anzupassen, was natürlich den Verdacht aufkommen lässt, dass es sich hierbei lediglich um Falschspieler handelt, die in ihren Bemühungen anspruchsvoller wurden.

Der Abdruck, der in Willie Smiths Sojafeld genommen wurde

Es wäre dennoch unfair, das gesamte Phänomen des Fouke-Monsters als Fälschung abtun; es gibt eindeutig zu viele Sichtungen. Aber könnte die Kreatur, der so viele begegnet sind, am Ende nicht ein ganz gewöhnliches Tier gewesen sein?

2. Wo die wilden Kerle hausen

Bigfoot-ähnliche Kreaturen werden von Skeptikern oft als falsch identifizierte Schwarzbären abgetan. Bei vielen Gelegenheiten haben sich die untersuchten Funde, die schließlich die Existenz des Bigfoot beweisen könnten – Kot, Haare, Knochen, DNA – als Bär herausgestellt. Könnte das Fouke-Monster einer von Arkansas’ einheimischen Schwarzbären sein?

Der Schwarzbär passt durch seine Größe gut zu den meisten Beschreibungen des Boggy Creek Monsters. Mit einem Gewicht von bis zu 400 Pfund kann sich der Bär auf seinen Hinterbeinen aufrichten und Höhen von 1,80 bis 2,00 Meter erreichen.

War das Monster am Ende nur ein fehlinterpretierter Schwarzbär?

Viele der Sichtungen fanden nachts statt, in den Wäldern oder anderen ländlichen Gebieten. Unter diesen Umständen scheint es nicht ausgeschlossen, dass diese oft flüchtigen Augenzeugenbegegnungen mit Bären stattfanden, die im Dunkeln erschienen, und vielleicht etwas unerklärlicher wirkten als sie es tatsächlich waren.

Befürworter des Fouke-Monsters wenden ein, dass Schwarzbären in der Gegend nicht besonders häufig sind, was allerdings auch eine gute Erklärung dafür sein könnte, warum die Sichtungen relativ sporadisch sind.

Vielleicht überzeugender ist die Zahl der Jäger, die behaupteten, das Tier gesehen zu haben. Die meisten Jäger in den Südstaaten sind mit dem Schwarzbären gut vertraut, hätten sie wirklich einen solchen elementaren Fehler machen und den Spott ihrer Freunde riskieren wollen, indem sie erzählten, ein Monster gesehen zu haben?

Es gibt jedoch keinerlei Beweise für andere große Säugetiere, die in diesem Gebiet leben. Niemand hat jemals Knochen, Haare, Kot oder sogar Fotos von etwas anderem als einem Schwarzbären gemacht, sodass er der wahrscheinlichste Verdächtige bei unserer Monsterjagd ist.

Viele ähnliche Kreaturen – wie den Yowie – gibt es auf der ganzen Welt

Dies gilt in allen Fällen der Bigfoot-Sichtungen, die zwar groß an Augenzeugen, aber gering an harten Beweisen sind. Wenn Charles B. Pierce “The Legend of Boggy Creek” nicht bereits 1972 gedreht hätte, wäre das Fouke-Monster vielleicht nicht berühmter als die unzähligen anderen Kryptolegenden in Amerika und sogar in der Welt.

Vom sibirischen Chuchunaa bis zum australischen Yowie sehen Menschen haarige Affen in der Wildnis, da wir selbst haarige Affen waren. Diese Geschichten von einem längst verlorenen Cousin der Menschheit gibt es in praktisch jeder Kultur der Welt.

Stellen sie ein echtes Tier aus Fleisch und Blut dar, oder sind sie eine immaterielle Manifestation einer alten Mythologie, die tief in unserem kollektiven Volksgedächtnis verborgen ist? Alle Fragen, die wir über die mysteriösen Kreaturen haben, was sie sind, warum sie so schwer fassbar bleiben und selbst ob sie überhaupt existieren, werden nie beantwortet werden, bis wir endlich ein persönliches Gespräch führen.

Vielleicht werden wir dann feststellen, dass sie in etwa die gleichen Fragen an uns haben wie wir an sie.

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