Der achtspurige Gehsteig

Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Wahrheit im Einkaufskorb dieser Frau zu finden ist. Gerne erlaubt sich das Produkt einen Spaß, indem es fleißig winkt, ohne einen Blinker zu setzen. Das ist die falsche Richtung, denkt man und steigt nicht wieder ein. Wozu auch? Der Lebenslauf führt etwas anderes im Schilde, mit mehr Enthusiasmus, versteht sich. Da es manche ohne ihr Zutun wissen, als stecke es in den Genen einer jeden publizierten Arbeit, schlagen wir es nicht in einem Lexikon nach. Der Tanz stoppt wegen der viel zu schlechten Schuhe. Gestern waren sie noch schwarz. Auch die Fotos von früher haben Hängetitten, manche sind sogar barfuß. Auffällig ist der rechte Rand, der einem Schafott gleicht, die Klinge mit Sojamilch gereinigt. Wenn die Linse das gesehen hat, was hindert uns daran, alles zu wiederholen?
Der Fahrtwind kommt von oben – aber kann das sein?
Die Rache steckt noch im Kühlschrank, der Verdichterspirale, fest, neben der Butterdose ein Zelt aus Polymeren. Mit einem Mal löste die Schrift ihre Knoten und hinterließ einen sehr langen Regenwurm, der sich durch ein Komma stülpte.
Der Text war augenblicklich nicht mehr zu gebrauchen, selbst das Papier hatte aufgehört, sich mit Gedanken zu beschäftigen. Durch ein Radio konnte man Kontakt mit dem Zimmer nebenan bekommen. Peilsender sind das Ziel einer Yagi-Antenne. Im Spiegel wirken sie unnötig wiederholt. Nur achtet niemand auf dieses zweite Lied. Ein Fehler, wie sich schon oft herausstellen ließ. Die künstlichen Felle sind wahrscheinlicher. Auf einer Leine sterben sie in ihrer Haut. Eine Zehntelsekunde lang wird alles wieder wie früher sein, oder aber die Täuschung ist mehr als gelungen. Auch der blaue Fleck auf dem Stuhl kehrt wieder. Es handelt sich um eine Wunde, mit Pfennigen geschlagen. Ödland ist von der Terrasse aus zu sehen, Gold wächst heran in eisernen Kisten, zerschossen, aber unbenutzt. Könnte je ein Hammer (Impuls und Energie) so etwas anrichten? War es vielleicht etwas anderes? Nehmen wir den Wiesenfleck dort – er könnte das ganze Kapitel für sich beenden. Der Philosoph arbeitet mit seinem Bart, Stahlseile hängen von Kinn und Wangen, Worte tropfen aus dem fiebrigen Mund, hinterlassen einen Teller voll Buchstabensuppe.
Die Umkleidekabine ist angefüllt mit Wäsche, ein einsamer Badeanzug hängt an der Klinke und stampft mit den Füßen auf. Später gesellt sich die Verwandtschaft hinzu.
Der Dorfkrug weint, weil er kein Geld mehr hat, die Reise zu bezahlen. Andere trachten ihm nach seiner Bleibe. Irgendwann wird er sie teilen oder sich verändern. Nur nicht heute.
Die Stadt heißt uns willkommen, auch wenn sie uns nicht einlässt. Noch schlafen die Menschen auf den Tischen, sorgen für einen Geräuschpegel, der Insekten vertreibt. Der Ortswechsel kommt mir vor, als wäre ich schon einmal da gewesen, zwischen all den Kisten aus Glas, dem Taubenreigen, der Präsenz ominöser Bilder an den eingekerbten Wänden, Taschenbücher ohne Rückgrat. Eine Wiege schaukelt im Foyer, hängt träge in einer unwirklichen Stellung fest, bis ich komme, eine Hand unter die Kufen klemme, die Dielen loslasse, sozusagen die Fangarme spreize, um zu fangen, was aus dem Anzug rinnt. Das Schaukelpferd ist nur ein Steckenpferd, das Kajak eine Luftmatratze. Wer die Stimme hört, verschafft sich die Argumentation. Dazu gehört ein lang anhaltender Atem, ein Sirenenton,von Rippen erzeugt, durch das unbewegliche Ausmaß gepumpt. In Teilen bleibt der Eindruck bestehen, hier sei etwas heimisch. Originalität ist ein Pfeifen in den Ohren.

Der Lebenslauf führt etwas anderes im Schilde.

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