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Das Ding aus einer anderen Welt

Während der SF-Film in den 1930er und 1940er Jahren eher stiefmütterlich behandelt worden war und nur in Film-Serials wie FLASH GORDON oder BUCK ROGERS Erfolge feierte, gelang dem Genre in den 1950er Jahren schließlich auch der Durchbruch auf der großen Kinoleinwand.
Der Erfolg dieser Filme wurde durch den Beginn des Kalten Krieges und die Angst der amerikanischen Bevölkerung vor einer schleichenden kommunistischen Unterwanderung und einer möglichen Invasion des Landes durch die Russen noch verstärkt.

Im Jahre 1950 sah es danach aus, dass sich der SF-Film beim Kinopublikum durchsetzen würde. Doch die Filme ROCKETSHIP X-M (Rakete Mond startet) und DESTINATION MOON (Endstation Mond) waren zwar nett gemacht, boten aber keine wirklich spannende Handlung
Dies änderte sich 1951 schlagartig. Denn mit THE THING FROM ANOTHER WORLD (Das Ding aus einer anderen Welt) feierte am 6. April 1951 ein Film in den USA seine Premiere, der noch heute zu den Meilensteinen und als Klassiker seines Genres zählt.

The-Thing-1951Captain Hendry (Kenneth Tobey) von der US-Luftwaffe bekommt den Auftrag, zum Lager einer Polarexpedition zu fliegen.
Dort angekommen entdeckt die Besatzung der Polarstation ein im ewigen Eis eingeschlossenes metallisches Gebilde. Als man das Objekt genauer in Augenschein nimmt, sind sich die Forscher sicher, ein Raumschiff entdeckt zu haben, dass nicht von der Erde stammen kann.
Man entscheidet, das außerirdische Raumschiff durch gezielte Sprengungen aus dem Eis zu befreien. Doch bei dem Versuch, wird das Raumschiff zerstört.
Die Sprengung überlebt hat dagegen der vermeintliche Pilot, der eingeschlossen in einem Eisblock noch vollständig erhalten ist, den man zur Forschungsstation bringt.
Dort verhüllt sein Bewacher den Eisblock mit dem Wesen mit einer Heizdecke, da ihm der Anblick des Monsters zu viel Angst macht. Doch damit begeht er einen schweren Fehler.
Nach einiger Zeit ist nicht nur das Eis geschmolzen, sondern auch das außerirdische Wesen verschwunden. Das macht schon bald von sich reden,
als zwei Schlittenhunde blutentleert aufgefunden werden…

THE THING FROM ANOTHER WORLD basiert auf der Kurzgeschichte WHO GOES THERE? von John W. Campbell jr. aus dem Jahre 1938, den der Autor unter dem Pseudonym Don A. Stuart (Donna Stuart war der Mädchenname seiner Frau) geschrieben hatte. Die Erzählung wurde von den “Science Fiction Writers of America” zum besten Kurzroman aus der Zeit vor 1965 gewählt.

Produzent Howard Hawks erwarb die Filmrechte und kümmerte sich um das Zusammenstellen der Darsteller.
Obwohl Christian Nyby (Hawks langjährigen Cutter und Freund) als Regisseur des Films genannt ist, ist davon ausgehen, dass Howard Hawks einen Großteil der Inszenierung selbst übernommen hatte.

Die Erzählung von John W. Campbell wurde allerdings hollywoodgerecht aufbereitet und um eine Liebesgeschichte ergänzt, obwohl in der Literaturvorlage eine weibliche Rolle völlig fehlt.
Auch das Design des Monsters wich in dem Film stark von der Idee Campbells ab.
In dessen Geschichte handelt es sich bei dem außerirdischen Wesen um ein gestaltwechselndes, unförmiges und scheußliches Ungetüm, das man mit der damaligen Tricktechnik aber so nicht hätte umsetzen können.
Aus diesen Gründen kam der “Mann im Gummikostüm” zum Einsatz. Das „Ding“ mimte der Schauspieler JAMES ARNESS (Rauchende Colts), der mit seiner Größe allein schon im Film sehr bedrohlich aussah.

Glücklicherweise verzichtet Regisseur Nyby darauf, sein Monster allzu oft abzulichten, denn das Wesen taucht im Film in immer nur kurzen, aber dafür sehr spannenden Szenen auf.
Hätte man das außerirdische Monster zu oft gesehen, hätte der Film zu viel von seinem Schrecken und Spannung einbüßt.

THE THING FROM ANOTHER WORLD startete am 29. April 1951 in die US-amerikanischen Kinos. Ein halbes Jahr später, genauer gesagt am 26. Oktober 1951, kam der SF-Film unter dem Titel DAS DING AUS EINER ANDEREN WELT auch in die westdeutschen Kinos.

Der Film gilt noch heute als ein Meilenstein des Genres und obwohl der SF-Streifen mittlerweile schon über sechzig Jahre alt ist, hat er nichts von seinem Charme und seiner Spannung verloren und braucht sich selbst heute nicht hinter neueren Produktionen zu verstecken.

Das Ding aus einer anderen Welt
(The Thing From Another World)
USA 1951
Regisseur: Christian Nyby, Howard Hawks (ungenannt)
Musik: Dimitri Tiomkin
BESETZUNG
Margaret Sheridan als ‘Nikki’ Nicholson
Kenneth Tobey als Capt. Patrick Hendry
Douglas Spencer als Ned ‘Scotty’ Scott
James R. Young als Lt. Eddie Dykes
Dewey Martin als Bob, Mannschaftsleiter
Robert Nichols als Lt. Ken Erickson
William Self als Cpl. Barnes
Eduard Franz als Dr. Stern
Sally Creighton als Mrs. Chapman
James Arness als das Ding
Ingo Löchel

Ingo Löchel wurde 1968 in Köln geboren. Im Alter von 10 Jahren begann er Fantasy- und Horror-Romane sowie Heftromanserien wie „Mythor“, „John Sinclair“ und „Tony Ballard“ zu lesen.
Seit dieser Zeit zählen u. a. Autoren wie Robert E. Howard, H. P. Lovecraft, Clark Ashton Smith, Michael Moorcock, Karl Edward Wagner und Dean R. Koontz zu seinen Lieblingsautoren.
Etwas später kam er durch Mickey Spilane, Colin Forbes, Jack Higgins und Robert Ludlum auch mit dem Krimi- und Thriller-Genre in Berührung.

2001 erschienen die beiden Anthologien „Tod eines Satanisten – Dunkle Stunden“ (VirPriV Verlag) und „Jenseits des Happy Ends” (Go–BeJot Verlag), in denen zum ersten Mal Kurzgeschichten von ihm veröffentlicht wurden.

Danach folgten weitere Veröffentlichungen u. a. im Abendstern Verlag, im Adina-Online Verlag und im Wortwelten Verlag sowie die Veröffentlichung seiner ersten beiden Romane im Adina-Online Verlag.

Neben seinen Kurzgeschichten und Romanen schrieb er auch Artikel und Essays für das Magazin „Omicron“ sowie für die Literaturzeitschrift „Wortwelten“. Seit 2007 ist er Redakteur des Online-Magazins „Zauberspiegel“.

2012 schuf Ingo Löchel nach der Fantasy-Serie “Der letzte König von Atlantis“, den Horror-Serien „Frank Bauer“, „Frederik Darkstone“ und „Erben des Blutes“, die Horror-Western-Serie „Dead City“, die seit Juli 2015 im Elvea Verlag erscheint.

Im Juli 2015 startete zudem seine Horror-Serie “Frederik Darkstone” im Verlag Beyond Affinity.

Im Oktober 2015 folgt die Horror-Serie “Erben des Blutes”, die ebenfalls im Verlag Beyond Affinity veröffentlicht wird.

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