Fünf Mal Peter Parker: Die großen Spider-Man-Serien im Vergleich

Amazing Spider-Man — Der Ursprung aller Dinge

Amazing Spider-Man
© Marvel

Wer über Spider-Man-Serien sprechen oder schreiben möchte, kommt an Amazing Spider-Man nicht vorbei – dem Herzstück, aus dem alle anderen Geschichten rund um den beliebtesten Netzschwinger der Welt hervorgegangen sind. Im März 1963 erblickte die erste Ausgabe dieser Serie das Licht der Welt und folgte damit der bahnbrechenden Debütgeschichte aus Amazing Fantasy #15, die bereits im August 1962 erschienen war. Stan Lee und Steve Ditko schufen mit ihrer Zusammenarbeit nicht weniger als eine Revolution im amerikanischen Mainstream-Comic-Genre. Zum ersten Mal war ein Teenager nicht bloß der Sidekick eines erwachsenen Helden, sondern die zentrale Figur seiner eigenen Geschichte. Das mag aus heutiger Sicht selbstverständlich erscheinen, doch damals war es bahnbrechend. Superhelden waren bis dahin meist überlebensgroße Figuren – Erwachsene, Kriegsveteranen, Halbgötter. Und dann kam Peter Parker: ein unsicherer Teenager aus Queens, geprägt von seinem Alltag in der Highschool und dem tragischen Verlust seines Onkels – ein Verlust, den er sich selbst zuschreibt und dessen Schuld er sein Leben lang mit sich trägt. Dieser neue Ansatz veränderte 1963 nicht nur eine Comicserie, sondern das gesamte Genre.


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Das gläserne Archiv des Exils: Die Evolution von Supermans Festung der Einsamkeit

Selbst Gelegenheitslesern sind die spektakulären Bilder gigantischer Eiskristalle in der Arktis vertraut, doch für Comic-Enthusiasten ist die Festung der Einsamkeit weit mehr als ein beeindruckender Rückzugsort. Sie dient als chronologisches Archiv der DC-Geschichte und als Reflexion von Supermans Innerem – eine Mischung aus gemütlichem Hobbyraum und beunruhigendem außerirdischen Mausoleum.

Superman Eltern
Superman mit Eltern, © DC Comics

Von der Berghütte zum Hochsicherheits-Tresor

Die Festung der Einsamkeit war nicht immer ein glitzernder Eispalast. In ihren frühen Tagen, erstmals vorgestellt in Superman #17 (1942), diente sie als geheime Zuflucht in den Bergen – praktisch eine luxuriöse Rückzugsmöglichkeit für den Mann aus Stahl, ausgestattet wie eine erstklassige Junggesellenwohnung. Erst in Action Comics #241 von 1958 nahm sie die ikonische Form an, die wir heute kennen und lieben: eine beeindruckende Basis in den unendlichen Weiten der Arktis.

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Die Macht des Ortes in gotischen Settings

Man mag sich fragen, was das Geheimnisvolle an einer gotischen Umgebung ausmacht, eine gewisse Empfänglichkeit für das Schöne der Vergänglichkeit vorausgesetzt. Es ist das Zusammenspiel von Licht und Schatten, das Flüstern des Unbekannten und die uralte Anziehungskraft von Gebäuden, die den Lauf der Zeit erlebt haben und in denen jeder Stein ein Geheimnis birgt. Die sich abzeichnenden Strukturen, das ferne Heulen und die nebelverhangene Luft schaffen eine Umgebung voller Spannung, und es ist diese Vorahnung, die den Betrachter anzieht und ihn nach mehr verlangen lässt, nach der Entschlüsselung der verborgenen Schichten.

Manderley
Manderley
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Der Ursprung der Geister

Seit der Mensch sich seiner selbst bewusst ist, scheint er sich auch der Geister bewusst zu sein. Die Vorstellung von Geistern, aber auch von Geistergeschichten, findet sich bereits in den Anfängen der Menschheitsgeschichte und fasziniert uns seit Generationen. Ein Rascheln im Gebüsch, ein knarrendes Geräusch und die mit unserem Überlebensinstinkt verbundene Angst lassen uns Dinge sehen oder spüren, die vielleicht gar nicht da sind.

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Die Mumie. Eine vergessene Kreatur

Wenn man an klassische Monster denkt, fallen einem sofort einige ein. Dracula, Frankenstein, der Wolfsmensch. Die Mumie ist immer dabei, aber irgendwie abseits. Wie das Ungeheuer aus der Schwarzen Lagune spielt auch die Mumie im Universal-Pantheon eher eine Nebenrolle. Sie hatte sowohl in der klassischen Universal- als auch in der Hammer-Ära ihr eigenes Franchise. Aber das war sozusagen ihre Blütezeit. Seitdem humpelt die Mumie vor sich hin.

Genrewechsel

© Universal Picture

Tatsächlich musste sie das Genre wechseln, um am Leben zu bleiben. Die meisten Horrorkreaturen haben schon das eine oder andere Genre gekreuzt, sei es in den witzigen Zeitreise-Possen von Frankenstein Unbound oder den Goonies-artigen Abenteuern von Monster Busters. Aber wenn es um die Mumie geht, so scheint dieses Monster tatsächlich vom Horror- ins Action-Genre gewechselt zu sein, nur um sich über Wasser zu halten. Und wenn ich meine Mumien auf diese Weise bekommen muss, dann soll es so sein. Aber um ehrlich zu sein, ich vermisse die einfacheren Zeiten, in denen eine Mumie einfach nur eine watschelnde, vertrocknete Leiche war.

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Die intellektuelle Befriedigung der Spannungsliteratur

In jeder Erzählung steckt ein dramatisches Element, das auf dem Wechselspiel von Spannung und Entspannung beruht. Ob Stephen King oder Sally Rooney, die zentrale Frage bleibt immer dieselbe: Was wird geschehen? Spannungsromane und Krimis treiben diese Dynamik auf die Spitze, indem sie in die Schattenwelt der menschlichen Psyche eintauchen. Figuren, die sich moralisch relativieren und in kriminelle Machenschaften verstrickt sind, erhöhen den Einsatz und sorgen für eine kathartische Erfahrung. Eskapismus kann sowohl der Entlastung von den Schrecken des realen Lebens dienen als auch diese allegorisch verarbeiten. Denn das Erzählen solcher Geschichten spiegelt die Grundmechanismen unseres Gehirns wider: Informationen zusammenfügen, unsichere Szenarien antizipieren und – im besten Fall – daraus lernen.

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Der Held in uns

Er verlässt sein vertrautes Zuhause. Er scheitert, leidet und verliert fast alles. Und er kehrt verwandelt zurück – ein anderer Mensch, der denselben Namen trägt wie zuvor. Wir kennen ihn als Odysseus, den listenreichen König von Ithaka, der zehn Jahre lang das Mittelmeer durchirrt, um nach Hause zu finden. Aber wir kennen ihn auch als Miles Morales, einen Teenager aus Brooklyn, der eines Tages von einer genetisch modifizierten Spinne gebissen wird und plötzlich entscheiden muss, ob er die Verantwortung für eine Maske annehmen will, die andere fast zerstört hätte. Die Kostüme wechseln. Das Muster bleibt.

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Die Anfänge der Schauerliteratur

Was genau ist Schauerliteratur?  Und auch hier stellen wir fest, dass es keine konkrete Definition gibt, ob wir das Genre nun Gothic nennen oder nicht. Aber es gibt einige Elemente, die Schauergeschichten tendenziell gemeinsam haben. Aber nicht alle Schauermären, ob nun als Literatur oder als Film, enthalten all diese Elemente.

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Film noir: Knarre, Kippe, Whisky und ein Mordsweib

Merke: Fang nie was mit einer Klientin an. Zudem sei unbestechlich, nett und fair und unbewaffnet, träum‘ was Schönes und merk‘ dir das genaue Gegenteil. Denn so soll es natürlich (nicht!) sein im Film Noir. Dort liebt man die Straßen der Nacht, wedelt mit dreckigen Geldscheinen, die man sich nicht sauber denken muss und will, traut nichts und niemandem und liebt, wenn überhaupt, in erster Linie sich selbst. Seine Knarre, seine Kippe, seinen Whisky, seine Wut. Aber dann…

Sie war eine Blondine von der Art, die einen Bischof dazu bringen kann, mit einem Ball ein Loch in ein Kirchenfenster zu schießen.“ (Raymond Chandler )

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Erst krieg ich dich, dann fress ich dich

Diese Erinnerung an meinen Großvater ist nicht meine liebste. Ich fürchtete mich, wenn er das sagte und lachte und nach mir griff. »Erst krieg ich dich, dann fress ich dich.«

Meist entkam ich. Er war uralt und müde. Das war mein Glück.

Ich hatte schon als Kind immer Angst davor, nicht schnell genug zu sein. Zu langsam für den schwarzen Mann. Den Bi-ba-butzemann. Den Bullemann. Buhmann. Kornmann. Wassermann. Ich hatte auch Angst davor, auf der Aschenbahn überholt zu werden. Dass ich beim Völkerball auf dem Feld erstarren und tödlich getroffen würde. Als Letzte eine Treppe hinauf zu steigen. Zu stolpern, wenn andere schreiend fliehen.

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