10 denkwürdige Geschichten aus dem viktorianischen Zeitalter

Journal
Phantastikon – Magazin der Tausend Fiktionen
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Der Phantastikon-Podcast ist ein literarisch-philosophisches Format über das Fantastische in all seinen Formen – von klassischer Phantastik und Horror über Mythos und Symbolismus bis hin zu modernen Grenzbereichen zwischen Realität und Imagination. Er verbindet intellektuelle Tiefe mit erzählerischer Atmosphäre und richtet sich an Hörer, die das Denken und Träumen gleichermaßen ernst nehmen.

Episode 42: Zehn denkwürdige Geschichten aus dem Viktorianischen Zeitalter
byMEP

Das viktorianische Zeitalter umfasste die 63 Jahre von 1837 bis 1901, in denen Königin Victoria über Großbritannien und Irland herrschte. Es war eine Zeit großer Macht und des großen Reichtums für Großbritannien, das sein Reich zu dieser Zeit über den ganzen Globus ausdehnte. Es war auch eine Zeit des raschen Fortschritts in Wissenschaft, Industrie und Kunst sowie vieler politischer und sozialer Reformen. Viele dieser Entwicklungen haben die Welt so geprägt, wie wir sie heute kennen.

Wir schauen uns heute einmal zehn merkwürdige Dinge an, die es in dieser Epoche zu bestaunen gab.

#london #england #queenvictoria #viktorianer

Das viktorianische Zeitalter umfasste die 63 Jahre von 1837 bis 1901, in denen Königin Victoria über Großbritannien und Irland herrschte. Es war eine Zeit großer Macht und des großen Reichtums für Großbritannien, das sein Reich zu dieser Zeit über den ganzen Globus ausdehnte. Es war auch eine Zeit des raschen Fortschritts in Wissenschaft, Industrie und Kunst sowie vieler politischer und sozialer Reformen. Viele dieser Entwicklungen haben die Welt so geprägt, wie wir sie heute kennen.

Wir schauen uns heute einmal zehn merkwürdige Dinge an, die es in dieser Epoche zu bestaunen gab.

Vignetten

Zwei Beispiele einer Vignette in der viktorianischen Zeit
Zwei Beispiele einer Vignette in der viktorianischen Zeit

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Carrie – Ein universelles Märchen

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Episode 41: Carrie – Ein universelles Märchen
byMEP

Der Roman erschien etwa zur gleichen Zeit wie Rosemaries Baby und Der Exorzist. Es war die Zeit, in der die Menschen begannen, sich mehr für das Unheimliche und Paranormale der menschlichen Existenz zu interessieren und sich nicht mehr mit Gespenstern und Geistern abzufinden.

#carrie #stephenking #paranormal

Der Roman erschien etwa zur gleichen Zeit wie Rosemaries Baby und Der Exorzist. Es war die Zeit, in der die Menschen begannen, sich mehr für das Unheimliche und Paranormale der menschlichen Existenz zu interessieren und sich nicht mehr mit Gespenstern und Geistern abzufinden.

Der Archetyp

Man mag sich fragen, was an Stephen Kings Carrie so besonders ist, dass es überhaupt sein Erstlingswerk werden konnte. Ein großer Teil der Legende beruht auf der Tatsache, dass dies bereits Kings vierter Roman war, den er an Verlage schickte. (Die ersten drei waren AmokTodesmarsch und Qual, die alle später unter dem Pseudonym Richard Bachmann veröffentlicht wurden.) Gerne wird auch die Geschichte erzählt, dass King den einzigen Entwurf in den Papierkorb geworfen habe, bis seine Frau ihn überreden konnte, ihn wieder herauszuholen und zu beenden. Tatsächlich hatte er nicht nur das Manuskript in den Papierkorb geworfen, er wollte das Schreiben überhaupt aufgeben. King konnte einfach nicht glauben, dass eine Geschichte über ein dünnes, blasses Mädchen mit Menstruationsproblemen die Leute interessieren würde. Das wäre sicher die richtige Einschätzung gewesen, aber Carrie entsprach voll und ganz dem damaligen Zeitgeist.

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Frightened / Flynn Berry

Frightened

Der etwas befremdliche deutsche Titel „Frightened“ – im Original treffender „Under the Harrow“, ein Wortspiel aus „Unter Qualen“ und „Unter der Egge“ – markiert Flynn Berrys Debütroman, der für den Edgar Award nominiert war. Häufig wird das Buch mit Bestsellern wie „Gone Girl“ oder „The Girl on the Train“ verglichen. Und tatsächlich gibt es Parallelen, insbesondere die unzuverlässige Erzählerin. Doch Berry gelingt es mit ihrem eigenwilligen Schreibstil, der gleichermaßen die Geschehnisse enthüllt und verschleiert, eine eigene Stimme zu finden und sich von der überfüllten Landschaft der Psychothriller abzuheben – wenn auch ohne die Wucht der genannten Vergleichstitel zu erreichen.

Die Geschichte beginnt mit Nora, unserer Ich-Erzählerin, die mit dem Zug von London aufs Land reist, um ihre Schwester Rachel zu besuchen. Doch kaum betritt sie das Haus, wird sie mit einem grausamen Anblick konfrontiert: Rachel und ihr Hund wurden brutal ermordet.

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Thanéros

Thaneros
Der Gesang des Zeremonienmeisters
Der Gesang des Zeremonienmeisters; Splitter-Verlag

Anfang der 1980er Jahre tauchte in Belgien mit „Novedi“ ein neuer Verlag auf Er war bis 1990 nur ein knappes Jahrzehnt lang aktiv, bevor er Konkurs anmelden musste und sein Katalog hauptsächlich von Dargaud, Lombard und Dupuis übernommen wurde. Der Katalog umfasste unter anderem mehrere Bände der Serien von Jean-Michel Charlier, darunter „Leutnant Blueberry” und „Buck Danny”.

Und verloren inmitten dieses Katalogs finden sich die ersten beiden Alben einer faszinierenden Serie: Thanéros, gezeichnet von den Neulingen Eric Larnoy, Claude Carré und Denis Parent. Die Serie wurde von Dupuis übernommen, der einen dritten Band veröffentlichte, ohne jedoch die ersten beiden Bände neu aufzulegen. Wahrscheinlich hatte er vor, die gesamte Serie bei der Veröffentlichung des vierten und letzten Bandes dieser Serie noch einmal gemeinsam anzubieten. Doch der Sensenmann entschied anders, und der talentierte Zeichner Eric Larnoy wurde im Alter von 36 Jahren von Leberkrebs dahingerafft. Ende der Geschichte.

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Die schwarze Frau / Simone St. James

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Phantastikon – Magazin der Tausend Fiktionen

Der Phantastikon-Podcast ist ein literarisch-philosophisches Format über das Fantastische in all seinen Formen – von klassischer Phantastik und Horror über Mythos und Symbolismus bis hin zu modernen Grenzbereichen zwischen Realität und Imagination. Er verbindet intellektuelle Tiefe mit erzählerischer Atmosphäre und richtet sich an Hörer, die das Denken und Träumen gleichermaßen ernst nehmen.

Episode 37: Die schwarze Frau / Simone St. James
byMEP

Hier haben wir es mit einer gelungenen Mischung aus Krimi und Geistergeschichte zu tun. Nicht etwa im Sinne einer Urban Fantasy, sondern ganz klassisch. Zwei Morde aus zwei Epochen werden hier mit einem unheimlichen Internat für unliebsame Mädchen zusammengeführt. Die beiden Erzählstränge kann man auch an den unterschiedlichen Titeln ablesen. Da hätten wir das Original – Broken Girls -, der sich auf die Mädchen bezieht, und ”Die schwarze Frau”, was den Spuk selbst betrifft.

Die schwarze Frau
Die schwarze Frau von Simone St James

Hier haben wir es mit einer gelungenen Mischung aus Krimi und Geistergeschichte zu tun. Nicht etwa im Sinne einer Urban Fantasy, sondern ganz klassisch. Zwei Morde aus zwei Epochen werden hier mit einem unheimlichen Internat für unliebsame Mädchen zusammengeführt. Die beiden Erzählstränge kann man auch an den unterschiedlichen Titeln ablesen. Da hätten wir das Original – Broken Girls -, der sich auf die Mädchen bezieht, und „Die schwarze Frau“, was den Spuk selbst betrifft.

In Vermont im Jahr 2014 wird die Journalistin Fiona Sheridan von dem 20 Jahre zurückliegenden Mord an ihrer älteren Schwester Deb verfolgt. Obwohl Tim Christopher, Debs ehemaliger Freund und auch ihr Mörder, außerdem Sohn einer wichtigen lokalen Familie, schnell gefasst wurde und die letzten 20 Jahre im Gefängnis verbracht hat, kann Fiona nicht aufhören, sich damit zu beschäftigen. Immer wieder zieht es sie nach Idlewild Hall, einem verlassenen Internat, auf dessen Grund Debs Leiche gefunden wurde. Als sie erfährt, dass die verfallene Schule restauriert wird, beginnt sie für einen Artikel zu recherchieren. Das Gebäude selbst ist so baufällig, dass die Restaurierung Millionen von Dollar kosten wird und niemals Gewinn abwerfen kann. Warum sollte sich jemand also die Mühe machen?

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Das College / Ruth Ware

Ruth Ware ist bekannt für ihre großartigen Psychothriller, die an illustren Schauplätzen spielen, die von einem rustikalen französischen Ski-Chalet bis zu einem dekadenten Kreuzfahrtschiff reichen. Ihr Roman The It Girl mag sich daher ein wenig wie eine Abweichung von ihrer gewohnten Form anfühlen. Der Schauplatz ist weniger luxuriös – er spielt (wie der deutsche Titel bereits suggeriert) in den Studentenwohnheimen der Universität Oxford und in den Straßen des heutigen Edinburgh – und obwohl die Geschichte voller gewohnter Spannung ist, ist das Opfer in dieser Geschichte mehr als ein Jahrzehnt vor den Ereignissen gestorben und das Leben ist weitergegangen.

Dennoch ist das Mysterium, das im Mittelpunkt von „Das College“ steht, genauso treibend wie jede andere Geschichte der Autorin, dank ihrem geschicktem Einsatz von zwei sich abwechselnden Zeitebenen, um sowohl die Erzählung voranzutreiben als auch das Leben des toten Mädchens in ihrem Zentrum zu vertiefen. Die sich ständig verändernden Zeitabschnitte – einer, in dem wir uns im Laufe des ersten Jahres der Schüler dem unvermeidlichen Mord an April nähern, und einer, in dem wir der Lösung des Falls ein Jahrzehnt später langsam näher kommen – sind so untrennbar miteinander verwoben, dass sie sich organisch zu einer dramatischen und explosiven Schlusskonfrontation aufbauen. Ob die Auflösung am Ende dann nicht etwas zu groß für die Geschichte ist, darüber kann man tatsächlich geteilter Meinung sein, aber es ist auf jeden Fall unmöglich, wegzusehen.

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Bis in alle Endlichkeit / James Kestrel

Bis in alle Ewigkeit

2022 gewann der Rechtsanwalt und Schriftsteller Jonathan Moore für seinen Roman „Five Decembers“ (Fünf Winter“) den Edgar Award. Ja, er gewann auch den deutschen Krimipreis (International), von dem ich aber bis heute nicht weiß, was ich davon zu halten habe. Manchmal benötigt man zwei Leben, um seine literarischen Arbeiten unterzubringen, also haben wir es hier erneut mit James Kestrel zu tun (unter Moore haben wir leider bisher nur „Poison Artist“ in Übersetzung vorliegen).

Der Privatdetektiv Leland Crowe lebt undercover in einem heruntergekommenen Hotel in San Franciscos Tenderloin. Eigentlich sammelt er Informationen über einen Kartellzeugen, als er eines Morgens Zeuge eines seltsamen Anblicks wird: Ein stark beschädigter Rolls Royce Wraith steht vor den Refugio Apartments, das Dach zerschmettert von der Leiche einer jungen, blonden Frau im schwarzen Cocktailkleid. Crowe macht ein paar Fotos und verkauft eines an ein Magazin. Die Tote wird als Claire Gravesend identifiziert, Tochter der einflussreichen und gefürchteten Olivia Gravesend. Während die Polizei von Selbstmord ausgeht, glaubt Olivia nicht an diese Erklärung und beauftragt Crowe, die Wahrheit herauszufinden.

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Robert Arthur – Alfred Hitchcock und Fledermäuse

Robert Arthur
Phantastikon – Magazin der Tausend Fiktionen
Phantastikon – Magazin der Tausend Fiktionen

Der Phantastikon-Podcast ist ein literarisch-philosophisches Format über das Fantastische in all seinen Formen – von klassischer Phantastik und Horror über Mythos und Symbolismus bis hin zu modernen Grenzbereichen zwischen Realität und Imagination. Er verbindet intellektuelle Tiefe mit erzählerischer Atmosphäre und richtet sich an Hörer, die das Denken und Träumen gleichermaßen ernst nehmen.

Episode 34: Robert Arthur – Alfred Hitchcock und Fledermäuse
byMEP

Es gibt wohl kaum einen Hörer oder Leser, der Die drei ??? nicht kennt. Vor allem die heute schon etwas älteren ”Kassettenkinder” sind den berühmten Hörspielen von Europa, die seit 1979 ausgestrahlt werden, sehr treu. Natürlich ist es nicht so, dass die Serie nur bei uns bekannt wäre, aber irgendwie scheint es, dass Robert Arthur sie vor allem für uns erfunden hat, aber das wusste er natürlich nicht; und er hätte es auch nie erfahren, denn er starb 1969.

Robert Arthur am Radio. Foto aus dem Archiv von Elizabeth Arthur.
Robert Arthur am Radio. Foto aus dem Archiv von Elizabeth Arthur.

Es gibt wohl kaum einen Hörer oder Leser, der Die drei ??? nicht kennt. Vor allem die heute schon etwas älteren „Kassettenkinder“ sind den berühmten Hörspielen von Europa, die seit 1979 ausgestrahlt werden, sehr treu. Natürlich ist es nicht so, dass die Serie nur bei uns bekannt wäre, aber irgendwie scheint es, dass Robert Arthur sie vor allem für uns erfunden hat, aber das wusste er natürlich nicht; und er hätte es auch nie erfahren, denn er starb 1969. Zu diesem Zeitpunkt hatte er zehn Bücher der Serie geschrieben und Dennis Lynds, der unter dem Pseudonym William Arden insgesamt 14 Bände beisteuerte, zwei weitere.

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Die Straße des Todes

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Der Phantastikon-Podcast ist ein literarisch-philosophisches Format über das Fantastische in all seinen Formen – von klassischer Phantastik und Horror über Mythos und Symbolismus bis hin zu modernen Grenzbereichen zwischen Realität und Imagination. Er verbindet intellektuelle Tiefe mit erzählerischer Atmosphäre und richtet sich an Hörer, die das Denken und Träumen gleichermaßen ernst nehmen.

Episode 33: Shades of Death – Die Straße des Todes
byMEP

Tief in der Weite von New Jersey gibt es einen sehr kleinen, sehr dunklen und ziemlich erschreckenden Ort. Einen Ort, den die Realität vergessen zu haben scheint. Hier gibt es seltsame Geräusche, unerklärliche Anblicke und sogar schwebende Erscheinungen, die bereits einigen, die hier vorbeikamen, dauerhaftes Frösteln bescheren konnten.

Die Shades of Death ist ein Straße, die sich durch einen kleinen Teil des ländlichen Amerika schlängelt. Tief in der Weite von New Jersey gibt es einen sehr kleinen, sehr dunklen und ziemlich erschreckenden Ort. Einen Ort, den die Realität vergessen zu haben scheint. Hier gibt es seltsame Geräusche, unerklärliche Anblicke und sogar schwebende Erscheinungen, die bereits einigen, die hier vorbeikamen, dauerhaftes Frösteln bescheren konnten. Mancherorts spricht man vielleicht von zufälligen paranormalen Erscheinungen, aber hier sind solche Vorkommnisse völlig normal. Viel zu häufig, um als annähernd seltsam zu gelten. Die Geschichte erzählt von zahlreichen Geistern der Toten, die auf dem dunklen, bewaldeten Highway umherwandern. Es ist ein unheimlicher Ort. Manche sagen, er sei einer der geisterhaftesten Orte ganz Amerikas.

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Betibú / Claudia Piñeiro

Ein Mann mit durchtrennter Kehle wird in seinem Haus in einem geschlossenen Viertel (Barrio Cerrado) in Buenos Aires von seiner Haushälterin aufgefunden. Hat er Selbstmord begangen? Wurde er getötet? Und wenn ja, warum? Hat sein Tod etwas mit dem Mord an seiner Frau drei Jahre zuvor zu tun? Das sind die Rätsel, denen Claudia Piñeiro in ihrem Roman Betibú auf den Grund geht. Eine Geschichte, in der sich Realität und Fiktion, Journalismus und Literatur überschneiden.

Zwar ist Piñeiro eine gefeierte argentinische Autorin, aber in ihrer Popularität stieg sich noch einmal besonders an, als sie eine Aussage zur Netflix-Dokumentation Carmel über den Tod von Marta García Belsunce machte. Sie sagte, dass ein privates Viertel ein guter Schauplatz für einen Krimi ist, weil es die klassische Trope des „locked room“ in ähnlicher Weise wiederholt: Jemand stirbt in einem verschlossenen Zimmer und der Verdächtige gehört zum engen Kreis des Opfers.

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Spring-Heeled Jack

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Der Phantastikon-Podcast ist ein literarisch-philosophisches Format über das Fantastische in all seinen Formen – von klassischer Phantastik und Horror über Mythos und Symbolismus bis hin zu modernen Grenzbereichen zwischen Realität und Imagination. Er verbindet intellektuelle Tiefe mit erzählerischer Atmosphäre und richtet sich an Hörer, die das Denken und Träumen gleichermaßen ernst nehmen.

Episode 31: Spring-Heeled Jack
byMEP

Ende 1837 begann sich um Clapham in Südlondon eine Welle der Panik auszubreiten. Etwas Schreckliches taumelte aus dem Nebel und überfiel die Anwohner. Eine ältere Dame, die den Friedhof von Clapham besuchte, war eine der ersten, die auf die beängstigende Gestalt traf. In einen dunklen Umhang gehüllt, mit einem Hut, der über das Gesicht gezogen war, sah sie, wie er einen unmöglichen Sprung über den hohen Zaun machte und in der Dunkelheit verschwand.

Ende 1837 begann sich um Clapham in Südlondon eine Welle der Panik auszubreiten. Etwas Schreckliches taumelte aus dem Nebel und überfiel die Anwohner. Eine ältere Dame, die den Friedhof von Clapham besuchte, war eine der ersten, die auf die beängstigende Gestalt traf. In einen dunklen Umhang gehüllt, mit einem Hut, der über das Gesicht gezogen war, sah sie, wie er einen unmöglichen Sprung über den hohen Zaun machte und in der Dunkelheit verschwand.

Etwa zur gleichen Zeit berichtete ein junges Mädchen namens Mary Stevens von einer Begegnung mit derselben seltsamen Gestalt. Sie tat einen riesigen Sprung aus einer dunklen Gasse, griff das Mädchen an und riss ihre Kleidung mit ihren kalten, feuchten Krallen auf. Das Mädchen schrie um Hilfe und die Kreatur floh. In der nächsten Nacht sprang eine ähnliche Figur auf einen Pferde-Bus zu, der daraufhin verunglückte. Mehrere Zeugen sahen, wie das Wesen das Weite suchte, indem es über eine 3 Meter hohe Wand sprang und mit einem schrillen Lachen in der Ferne verschwand.

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Das Manuskript in der Flasche

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Der Phantastikon-Podcast ist ein literarisch-philosophisches Format über das Fantastische in all seinen Formen – von klassischer Phantastik und Horror über Mythos und Symbolismus bis hin zu modernen Grenzbereichen zwischen Realität und Imagination. Er verbindet intellektuelle Tiefe mit erzählerischer Atmosphäre und richtet sich an Hörer, die das Denken und Träumen gleichermaßen ernst nehmen.

Episode 30: Das Manuskript in der Flasche
byMEP

Ein namenloser Erzähler bemüht sich zu Beginn, seine Leser von seiner rationalistischen Geisthaltung zu überzeugen. Er gibt zu, eine starre, fantasielose Denkweise zu haben, die der Wahrheit gewidmet und dem Aberglauben gegenüber unempfänglich ist, um dann aber sofort in eine frühe Phase der psychologischen Verfahrensweise zu treten, die erst für die Figuren der späteren Prosa Poes typisch ist.

Willkommen zu einer neuen Ausgabe unserer Analyse der Werke von Edgar Allan Poe. Heute mit „Das Manuskript in der Flaschen“, im Original: „MS. Found in a Bottle“, neben „Ein Sturz in den Malstrom“, „Die längliche Kiste“ und „Umständlicher Bericht des Arthur Gordon Pym von Nantucket“ eine von Poes Seefahrergeschichten.

Unterm Strich begründete „Das Manuskript in der Flasche“ Poes Karriere mit einem kleinen Paukenschlag.

Ein namenloser Erzähler bemüht sich zu Beginn, seine Leser von seiner rationalistischen Geisthaltung zu überzeugen. Er gibt zu, eine starre, fantasielose Denkweise zu haben, die der Wahrheit gewidmet und dem Aberglauben gegenüber unempfänglich ist, um dann aber sofort in eine frühe Phase der psychologischen Verfahrensweise zu treten, die erst für die Figuren der späteren Prosa Poes typisch ist:

„Viele Menschen haben mich verrückt geheißen, aber noch ist die Frage nicht gelöst, ob Wahnsinn nicht der höchste Grad von Intelligenz ist…“

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Sam Spade (Der Malteser Falke)

Dashiell Hammett gilt als einer der Meister des Kriminalromans, doch seine literarische Karriere war kurz und intensiv. Er begann als Autor von Pulp-Fiction-Geschichten, die er in hohem Tempo und mit großem Geschick verfasste. Zwischen 1922 und 1927 schrieb er mehr als hundert solcher Geschichten für verschiedene Magazine und erfreute seine Fans mit spannenden Plots und scharfsinnigen Dialogen.

Obwohl er vor allem für seine Kurzgeschichten bekannt war, schuf Hammett auch fünf Romane, die zu Klassikern des Genres wurden. Nach seinem letzten Roman im Jahr 1934 hörte er jedoch auf zu schreiben und widmete sich anderen Aktivitäten, wie dem politischen Engagement und dem Verfassen von Drehbüchern. Er starb 1961 ohne weitere nennenswerte literarische Werke hinterlassen zu haben.

Der Malteser Falke ist der bekannteste Roman in dieser Fünfer-Reihe. Der Titel ist bereits bezeichnend: das nebelverhangene San Francisco, die Statuette eines feierlichen schwarzen Vogels mit steifen Flügeln, Schießereien in Hinterhöfen und mysteriöse Pakete, die per Schiff aus Hongkong eintreffen.

Malterser Falke, (c) Warner Bros
(c) Warner Bros.

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Die Annunaki – Schöpfer der Menschheit

Die Anunnaki und ihre Rolle in der Menschheitsgeschichte

Die Anunnaki sind Wesen aus der alten sumerischen Mythologie, die tiefe Spuren in der Geschichte der Menschheit hinterlassen haben. In alten Texten werden sie als mächtige Götter beschrieben, die in ferner Vergangenheit die Erde verließen, aber versprachen, eines Tages zurückzukehren. Interessanterweise finden sich weltweit in den Mythen verschiedener Kulturen unübersehbare Parallelen, in denen von Schöpfergöttern die Rede ist, die die Menschheit verlassen haben, aber ihre Rückkehr ankündigen.

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Holmes: Abschied von der Baker Street

Holmes

Eigentlich ist dem Kanon von Sherlock Holmes nichts mehr hinzuzufügen, vor allem auch, weil durch unzählige Filme und grauenhafte Weiterschreibungen mittlerweile ein recht dreckiges und unansehnliches Wasser entstanden ist. Es gab nach Arthur Conan Doyle nur wenige autorisierte Autoren, die sich diesem Kanon mit allem gebührenden Respekt näherten. Von allem anderen sollte man tunlichst die Finger lassen, wenn man sich wirklich für den Mythos interessiert.

Jetzt könnte man natürlich reflexartig auch das Werk von Luc Brunschwig, das von Cécil gezeichnet wurde als apokryphen Nonsense verwerfen, aber das wäre dann doch ein wenig verfrüht. Die Prämisse, die hier geboten wird, ist nämlich eine, die durchaus auch schon von den Sherlockians diskutiert wurde: Wie weit ging Sherlocks Kokainsucht? Was könnte daraus resultieren?

Zeichnung: Cécil
Die gewohnte Idylle: Mrs Hudson serviert Tee, Watson liest die Times und Sherlock sinniert mit seiner Pfeife am Fenster. (c) Jacoby & Stuart; Zeichnung: Cécil

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From Hell – Ein mögliches Jack-the-Ripper-Szenario

Comics

Es wurde einst behauptet, dass Comics als Kunst ihr wahres Potential noch nicht ausgeschöpft hätten, und dass der Citizen Kane der Comics noch auf sich warten ließe. Das bedeutet, solange in dieser Kunstform noch nicht jenes Werk produziert ist, das sämtliche Meinungen darüber aufhebt, was ein Comic leisten sollte oder nicht, und allgemein als oberster Markstein auf diesem Gebiet anerkannt wird, werden Comics in der Öffentlichkeit wohl für immer als für Kinder oder Leseschwache geschaffene Werke wahrgenommen werden.

Seit Erscheinen des gewaltigen und epochalen From Hell von Alan Moore und Eddie Campbell ist diese Diskussion nämlich ein für allemal vorbei (und sie wurde auch vorher schon nur von Dummköpfen geführt).

Dieses Buch ist schwierig und komplex. Schwer zu lesen, schwer einzuordnen, und es ist unwahrscheinlich, dass man es je ganz verstehen kann. Jede Art einer Inhaltsangabe würde dem vollen Umfang dieses Werkes nicht gerecht, und alle bisherigen Versuche sind kläglich gescheitert. Angeblich – so hört man überall – sei das hier eine Studie über Jack the Ripper, seine Legende und sein Ursprung. Tatsächlich aber ist From Hell etwas ganz anderes, und das ist so groß, dass Jack selbst eher ein sekundäres und geringes Problem darstellt.

Szene aus From Hell (1993) von Eddie Campbell, der Jack the Ripper in voller Aktion darstellt.
Szene aus From Hell (1993) von Eddie Campbell, der Jack the Ripper in voller Aktion darstellt.

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From – Staffel 1 – 3

Film & TV

Nachdem die phänomenale Serie LOST beendet war, irrten die Fans ziemlich frustriert durch den Seriendschungel, auf der Suche nach Nachschub. Doch den gab es nicht. Irgendwann verlief die Suche im Sand und die Fans akzeptierten, dass es nichts Vergleichbares gab. Sie gewöhnten sich auch bald daran, dass Serien ihren Höhepunkt langsam überschritten und sich dem Friedhof der Filmindustrie anschlossen, auf dem wir die Klassiker heute nur noch auf Grabsteinen identifizieren können.

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Swamp Thing vs Man-Thing

Swamp Thing vs Man-Thing

Seit es Comics gibt, sind Plagiatsvorwürfe, Ideenklau und Abzocke ein großes Thema. Ein früh bekannt gewordener Fall betrifft Marvels „Man-Thing” und DCs „Swamp Thing”. Beide Verlage kopierten dabei allerdings dieselbe Figur aus dem Goldenen Zeitalter. Marvel und DC sind bereits seit den 1940er Jahren Rivalen, doch erst im Silbernen Zeitalter verschärfte sich ihre Konkurrenz zunehmend. In den 1960er Jahren überholte Marvel dank Kreationen wie X-MenFantastic Four und Spider-Man DC und wurde Amerikas führender Comicverlag. Diese Vorreiterrolle hielt Marvel über Jahrzehnte, wobei beide Unternehmen immer wieder sehr ähnliche Figuren zur gleichen Zeit herausbrachten. Ein prägnantes Beispiel dafür ist das Erscheinen der sumpfartigen Kreaturen Man-Thing und Swamp Thing, die nur wenige Monate voneinander entfernt debütierten. Dies führte zu Anschuldigungen gegenseitiger Absprachen und Plagiatsvorwürfen. Tatsächlich aber wurden beide Monsterhelden von der Figur des Heap aus dem Goldenen Zeitalter inspiriert.

Wer hat wen inspiriert?

The Heap
Quelle: PS Publishing

Das Goldene Zeitalter hat den Superhelden der späteren Jahrzehnte stark beeinflusst. Ein gutes Beispiel ist Will Eisners „Spirit”, der den klassischen Fedora-tragenden Privatdetektiv einführte und damit Helden wie RorschachMr. ADas Schemen und sogar Howard the Duck beeinflusste. Auch die Einbindung von Doc Savage in Supermans Geschichte zeigt, wie ungeniert Schöpfer bei klassischen Comics Anleihen nahmen. Viele Zeichner haben diesen Figuren ihren eigenen Stempel aufgedrückt, wobei einige Kreationen bis auf den Namen identisch blieben. Egal, ob Fans das als schmeichelhafte Nachahmung oder als unoriginelles Kopieren sehen, es ist üblich, dass Schöpfer ältere Figuren in ihren Werken überarbeiten. Jede Generation von Autoren wurde von den Comics ihrer Kindheit beeinflusst, was ganz normal ist. Marvel und DC zeigen eine hohe Bereitschaft, unoriginelle, gemeinfreie Figuren wie Dracula, Frankensteins Monster, Sherlock Holmes und Jekyll & Hyde zu nutzen und zu bearbeiten. Bei neueren Figuren mit gemeinsamer Inspiration verteidigen viele schnell einen davon als „originell” und unterstützen oft ihren bevorzugten Verlag. So auch bei Man-Thing und Swamp Thing, wo einige meinen, Marvel habe DCs Swamp Thing kopiert, und andere das Gegenteil. Beides ist jedoch falsch, da beide Figuren auf dem Heap basieren, ähnlich wie George, der aus dem Dschungel kam, und Ka-Zar sich eindeutig auf Tarzan berufen.

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