P: Wenn man so umtriebig ist wie du, stellt sich die Frage, ob du nicht manchmal das Gefühl hast, dich mit einer einzigen Aufgabe nicht vervollständigen zu können. Ist das richtig oder hat der Tausendsassa in dir andere Gründe?

A: Ich liebe die Vielfalt im Leben und in meinen Berufstätigkeiten – und das ist ja das Wundervolle an der Literaturbranche, dass sie viele Möglichkeiten bietet. Ich habe aber auch einen streng getakteten Tag/Woche/Monat/Jahr, damit alles läuft. Und verzichte immer bewusst auf manche Sparten. So habe ich einige Jahre mehr geschrieben und weniger herausgegeben. Danach habe ich einige Jahre mehr herausgegeben und weniger geschrieben. Dann habe ich meine Agentur gegründet und das Schreiben und die Herausgabe eingeschränkt. Ich will mich ja entwickeln. Jetzt gebe ich z.B. zwar viele Reihen heraus, aber nicht mit festen Erscheinungszeiten, sodass ich das meinem Zeitplan anpassen kann. 2013 habe ich den Arunya-Verlag mitgegründet und bin einer der Masterminds – und nun für 2015/2016 steht wieder auf dem Plan, etwas mehr zu schreiben. Und wenn es nur an den Wochenenden ist. Es kommt ja nicht auf die Menge an: Qualität statt Quantität. Der Tausendsassa in mir hat folgende Gründe: ständige Neugier, Lust auf Vielfalt und Dauerkreativität. Letztere nenne ich immer meine „Feuerwerke“, die ständig züngeln. Hinzu kommt, dass ich, seit ich vor 6-7 Jahren einen scharfen Cut zu so manchen nicht so günstigen Verbindungen vollzogen habe, Kollegen und Freunde habe, mit denen ich jetzt fast ein Jahrzehnt auf eine so tolle Weise zusammenarbeite, dass mir da enorm etwas fehlen würde. Das hat mit dem ein oder anderen enge freundschaftliche, fast familiäre Züge angenommen. Und steck mal eine Handvoll Literatur-Nerds in einen Sack … da können nur ständig neue Projekte bei rumkommen.



