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Angry Red Planet

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ANGRY RED PLANET / WELTRAUMSCHIFF MR-1 ANTWORTET NICHT /ABENTEUER AUF DEM MARS
Ib Melchior
1959

MGM

Dieser Film hat mich über Jahrzehnte hin beschäftigt, und das obwohl ich lange Zeit gar nicht wusste dass es ihn gibt.

Seltsam, aber so steht es geschrieben.

Als ich so 16 oder 17 Jahre alt war, lief ich als mit Nieten bestickter und Patronengürtel behangener Bürgerschreck durch die Gegend.

Meine Musik war der Punk, und weil ich damals schon eine finstere Ader hatte, entdeckte ich auch bald die MISFITS, eine frühe Horrorpunkband der 80er Jahre.

Eines der Plattencover (ich glaube es war die „Walk among us“) zierte ein grausiges Fledermaus/Spinnenungeheuer, welches mir bestens gefiel. Ewig wusste ich nicht, dass dieses Biest aus einen Film stammte, und ein Internet, das man hätte fragen können, gab es noch nicht. Heute weiss ich, dass dieses Vieh auf den Namen „Bat-Ratspider“ hört, und dem Film Angry Red Planet entsprungen ist.

Ich muss dazu sagen, dass ich mich gerne als Geschichtensammler oder Geschichtenjäger bezeichne, und dass es mich wenig befriedigt, mein Zeug im Intetnet zu bestellen. Mein Jagdtrieb zieht mich in Second Hand-Läden und auf Flohmärkte. Wenn ich deshalb ein paar Jahre warten muss, dann ist das auch nicht schlimm.

Jedenfalls ist mir der Streifen nie unter die Finger gekommen, bis ich ihn unwissend vor zwei Jahren gekauft habe, als ich im Vorbeigehen eine DVD mit alten Science Fiction-Movies kaufte.

Ich kürze das Ganze jetzt mal ab, indem ich festhalte, dass ich diesen Film heute zu den Glanzperlen meiner Sammlung zähle.

Eigentlich ist Angry Red Planet nur einer dieser unzählingen Streifen, welche damals wie am Fliesband produziert wurden. Die Dreharbeiten dauerten gerade mal neun Tage.

Das Weltraumschiff MR-1 landet mit einer fünfköpfigen Crew auf dem roten Planeten.

Und dort es es wahrlich rot!

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Die Tagesszenen ausserhalb des Raumschifffes, auf der Planetenoberfläche, wurden im „Cinemagic-Verfahren“ gedreht.

Und das ist bis heute angeblich einzigartig.

Weder vor noch nach Angry Red Planet wurde dieses Verfahren nochmals angewendet.

Möglicherweise weil zu seiner Zeit viele Zuschauer die Kinos verliessen, da sie über heftigen Kopfschmerzen klagten. Es scheint dass dies aber nur auf einer grossen Leinwand der Fall ist, zumindest hatte ich bislang noch keine Probleme dieser Art.

Der Filmeffekt taucht das Geschehen komplett in rote Farbe.

Aber da ist noch mehr.

Einzelne Flächen, Kanten, Falten, Knicke und Konturen glühen als würden sie von hinten mit einer starken Lichtquelle angestrahlt.

Besser kann ich es nicht beschreiben, aber auf jeden Fall liebe ich diesen Effekt.

Sicher wollt ihr auch noch was über die Story wissen. Das fällt mir immer etwas schwer, denn ich möchte ungern zuviel verraten, falls ihr den Film nicht kennt, und gerne noch schauen wollt.

Nun, die Crew inspiziert die Oberfläche des Mars zunächst mal nur über Monitor und Bullauge.
Nichts rührt sich auf dem Mars. Zwar gibt es reichlich Pflanzen (Was niemanden zu überraschen scheint), aber nirgends ist eine Bewegung auszumachen. Nicht einmal die Pflanzen bewegen sich, da aber auch nicht das leiseste Lüftchen weht. Zudem ist es absolut still.

Kein Geräusch, keine Bewegung, nichts…

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Bevor die Crew vor Langeweile wegpennt, entscheidet man sich doch noch zu einer Expedition. Da dauert es auch nicht lange, bis die einzige Frau in der Besatzung in die Arme einer Art fleischfressender Pflanze gerät. Ungefährlich ist der Mars also keineswegs. Dies wird nur allzu deutlich, als die Crew in einer Ebene auf den Bat-Ratspider trifft, dessen Beine sie zunächst für seltsame Bäume halten, an welchen sie sich anlehnen und Rast machen

Ja, das Biest ist richtig gross.

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Die Crew macht noch weitere unangenehme Bekanntschaften und muss feststellen, dass aus unbekannten Gründen die Triebwerke des Raumschiffes nicht mehr funktionieren, als sie sich entschliessen, den Planeten schleunigst zu verlassen.

Zudem kommt der Verdacht auf, dass diese unheimliche Bewegungslosigkeit auf der Oberfläche irgendwie inszeniert wirkt. Es scheint, als würde das Schiff von einer fremden Intelligenz beobachtet und auf dem Planeten festgehalten…

Natürlich sind auch Filme wieder einmal Geschmacksache. Im Grunde passiert nicht sonderlich viel, aber ich finde, der Film lebt von seiner unwirklichen Atmosphäre. Diese ist nicht alleine auf das Cinemagic-Verfahren zurückzuführen, sondern geht auch aus der Story hervor.

Unheilsschwanger hängt eine unbekannte und nicht greif- oder nennbare Bedrohung über der Besatzung des Raumschiffs.

Also, wenn ihr euch auch nur ein Fitzelchen für die Horror Movies, Science Fiction und Invasionsfilme der 50er Jahre begeistern könnt, dann möchte ich euch Angry Red Planet wärmstens ans Herz legen.

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