Robin Hood – Der verbotene Tag

Im Laufe der Jahrhunderte hat das Erzählen und Nacherzählen der traditionellen Robin-Hood-Geschichten dazu geführt, dass eine schier unendliche Vielzahl von Interpretationen entstanden ist, die sich in Comics, Accessoires, Filmen, TV-Serien, Computerspielen usw. niederschlägt. Da es an unbestrittenen historischen Beweisen mangelt, hat jeder „Geschichtenerzähler“ die Gelegenheit genutzt, seiner Fantasie freien Lauf zu lassen und der beliebten Legende eigene Wendungen und Verzierungen hinzuzufügen. Infolgedessen hat die Fiktion über die Tatsachen gesiegt und eine Marke geschaffen, die als Symbol der Popkultur millionenfach reicher ist als eine echte historische Figur je sein könnte.

Herr Rossi sucht das Glück

Signor Rossi, auch bekannt als Herr Rossi, M. Rossi, Mr. Rossi oder Señor Rossi, ist eine ikonische Figur, die 1960 von dem renommierten italienischen Animationskünstler Bruno Bozzetto im Alter von nur 22 Jahren geschaffen wurde. Bozzetto gilt als Vater der italienischen Animation und hat mit seinem Gesamtwerk bewiesen, dass Zeichentrick eine Kunstform sein kann, die Ironie, Tiefgründigkeit und Poesie wunderbar miteinander verwebt. Das Geheimnis eines solchen Klassikers liegt jedoch darin, über die Jahrzehnte hinweg unterschiedlichste Zielgruppen anzusprechen, etwas, das Bozzettos Schöpfung, Signor Rossi, mit Leichtigkeit gelingt.

Mit fahlem Antlitz soll sie gehen, in weißer Robe, weiß verbrämt

Frauen in Weiß sind bösartige tote Bräute oder wahnsinnig gewordene tote Mütter, die ihre Kinder umgebracht haben. Entfesselt vom eigenen Entsetzen, das wirklich richtig finster macht, sind beide Charaktere.

Durchaus können sie auch just ihrem Grab Entstiegene in ihren Leichenhemden sein.

Aber das interessiert uns im speziellen Kontext nur bedingt. Und der grausigen Dame im Spitzengewand in The Bride (Regie: Svyatoslav Podgayevskiy, 2017) bleibt eine andere dunkle Ecke vorbehalten.

Eine Studie in Scharlachrot

Auch wenn dieser erste Sherlock Holmes-Roman nicht der beste der vier auf uns gekommenen ist, steht er am Beginn einer denkwürdigen Genreentwicklung. Dass Arthur Conan Doyle sich bei Edgar Allan Poe bedient hat, weiß man, nur darf man das in diesem Fall nicht zu hoch hängen, denn Doyle hat aus der Idee des Detektivs etwas völlig anderes gemacht. Eine Studie in Scharlachrot wurde erstmals 1887 von Ward Lock und Co. im „Beeton’s Christmas Annual“ unter dem Titel „A Tangled Skein“ (etwa: Ein verheddertes Knäuel) veröffentlicht.

Der Mann, der Sherlock Holmes tötete

Sherlock Holmes ist ein nimmermüde werdendes Thema, das hat vor einigen Jahren die großartige BBC-Modernisierung hinlänglich bewiesen (gegenwärtig macht auch Alice (aus dem Wunderland) wieder ein paar Fortschritte). Die Zahl der „Leichenfliegen“, wie ich jene Autoren nenne, die sich einer Figur annehmen und ihr Schindluder damit treiben, ist Legion. Die können wir – abgesehen von Horowitz, der tatsächlich die legitimen neuen Sherlock-Holmes-Fälle vorgelegt hat, aus unserem Gedächtnis streichen.

Literarische Obsessionen am Beispiel Sherlock Holmes

Er beugte sich vor, legte eine Hand auf meinen Arm, die dunklen Schatten unter seinen Augen betonten ihr durchdringendes Blau, und sagte mit schwerem französischem Pepe Le Peu-Akzent: „Sie sind die Frau, nach der ich gesucht habe. Die einzige Frau für mich, meine ganz eigene Irene Adler.“ Damals war ich fünfundzwanzig, eine Sherlock-Holmes-Fanatikerin, und ich hatte mein ganzes Leben lang darauf gewartet, dass jemand diese Worte sagte.

Sherlock Holmes – Das erste Fandom der Geschichte

Sherlock Holmes ist neben Dracula die am häufigsten adaptierte und inszenierte Kunstfigur der Popkultur. Dass der Detektiv weltweit bekannt ist, liegt jedoch nicht an den genialen Originalgeschichten, sondern an den unzähligen Filmen, Theaterstücken, Musicals und Comics. Fast alle Symbole und Phrasen, die aus den vielen Fernseh-, Film-, Theater- und anderen grafischen Reproduktionen stammen und heute scheinbar zum Kanon gehören – wie etwa der Deerstalker-Hut – kommen in den Texten überhaupt nicht vor. Doch während diese mit der Mode gehen, scheinen die Originalgeschichten von Sir Arthur Conan Doyle, die immer wieder adaptiert werden, wie nichts zuvor oder danach in unserem kollektiven Bewusstsein verankert zu sein.

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